Brasilianische Aktien fielen am 26. Oktober 2026 um 13,9 % und verzeichneten damit den stärksten Tagesrückgang seit Beginn der COVID-19-Pandemie. Auslöser war die überraschende Wiederwahl von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva am Vortag.
Brasilianische Aktien und Währung geben nach
Der brasilianische Real fiel am Montag gegenüber dem US-Dollar um fast 8 % – der stärkste Rückgang seit 1999. Die Rendite der zehnjährigen brasilianischen Staatsanleihe stieg um 2,46 Prozentpunkte auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt.
Damit wurde eine Rally bei brasilianischen Vermögenswerten zunichtegemacht, die auf den Wahlsieg von Flávio Bolsonaro in der ersten Runde Anfang Oktober gefolgt war. Bolsonaro war als der marktorientiertere und fiskalisch diszipliniertere Kandidat angesehen worden.
Das brasilianische Finanzministerium sagte angesichts von Bedenken hinsichtlich der Nachfrage und steigender Renditen zwei für die Woche geplante Anleiheauktionen ab.
Ausgabenversprechen stoßen auf fiskalische Beschränkungen
Lula sieht sich mit nachlassendem Wachstum, hoher Inflation und hohen Zinsen sowie einem stark rechtsgerichteten Kongress konfrontiert, der viele seiner politischen Vorhaben ablehnt. Zu seinen Versprechen zählen der Schutz bestehender Leistungen, eine schnellere Anhebung des Mindestlohns als die Inflationsrate, eine Ausweitung der Unterstützung für Wohnraum und Bildung, Steuersenkungen auf Grundnahrungsmittel und die Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden ohne Lohnkürzungen.
Rafael Ch, leitender Analyst bei Signum Global Advisors, sagte, das Ergebnis werde als Zustimmung zu höheren Sozialausgaben gewertet. Außerdem sagte er, die Anleihemärkte seien wegen der steigenden Schuldenquote Brasiliens besorgt und könnten eine höhere Risikoprämie verlangen, wenn die Ausgaben deutlich steigen.
Ch sagte, eine unzureichend finanzierte fiskalische Expansion könnte dazu führen, dass die Zentralbank die Zinsen weniger stark senkt, als sie es andernfalls tun würde. Er rechnet damit, dass Lula die Märkte zunächst beruhigt, bevor er größere fiskalische Spielräume anstrebt. Diese Schritte sind jedoch eine Analystenprognose und keine angekündigte Politik.
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