Die Bewertungen indischer Aktien fielen angesichts sinkender Kurse auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren. Auf Basis der erwarteten Gewinne lagen sie zum 26. Oktober 2026 jedoch weiterhin etwa doppelt so hoch wie bei vergleichbaren Schwellenmärkten.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Der MSCI India Index wurde mit etwa dem 18,5-Fachen der für die nächsten 12 Monate erwarteten Gewinne gehandelt – dem niedrigsten Multiplikator seit Mai 2020.
  • In US-Dollar lagen der Sensex und der Nifty in Indien im bisherigen Jahresverlauf 2026 um 18 % bis 19 % im Minus, während der MSCI India um 15,4 % gefallen war.
  • Der MSCI Emerging Markets Index wurde mit dem 8,7-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt.

Indische Aktienbewertungen geben nach

Das auf US-Dollar lautende Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne des MSCI India Index lag unter dem Wert von 22,5 zu Beginn des Jahres 2026 und unter seinem Zehnjahresdurchschnitt von 19,7. Im September 2024 erreichte es mit 24,54 einen Rekordwert, als Sensex und Nifty neue Allzeithochs markierten.

Der jüngste Marktrückgang ging mit Verkäufen durch ausländische Anleger, einer schwächeren Rupie, höheren Rohölpreisen und steigenden US-Anleiherenditen einher. Aus den Zahlen geht nicht hervor, welchen Anteil die einzelnen Faktoren am Rückgang hatten.

PositionDetails
MSCI India18,5-Faches der erwarteten Gewinne; Zehnjahresdurchschnitt: 19,7
MSCI Emerging Markets8,7-Faches der erwarteten Gewinne; Zehnjahresdurchschnitt: 12,05
MSCI US18,8-Faches der erwarteten Gewinne; Zehnjahresdurchschnitt: 19,2
Taiwan16,8-Faches der erwarteten Gewinne; Zehnjahresdurchschnitt: 15
Japan15,4-Faches der erwarteten Gewinne; Zehnjahresdurchschnitt: 15
China9,2-Faches der erwarteten Gewinne; Zehnjahresdurchschnitt: 11,5

Wie Indien im Vergleich zu anderen Märkten abschneidet

Der auf erwarteten Gewinnen basierende Multiplikator des Schwellenmarktindex fiel von 13,3 zu Jahresbeginn auf 8,7 und damit unter seinen Zehnjahresdurchschnitt von 12,05. Indien wurde historisch mit einem Aufschlag gegenüber seinen Pendants gehandelt. Gründe dafür sind unter anderem ein relativ stabiler Ausblick für die Unternehmensgewinne und ein breit aufgestellter Markt.

Saurabh Patwa, Leiter Aktien und Portfoliomanager bei Quest Investment Managers, warnte davor, einen festen Aufschlag indischer Aktien gegenüber Schwellenmärkten als fairen Wert anzusetzen. Seiner Aussage nach kann ein beträchtlicher Aufschlag gerechtfertigt sein, wenn Unternehmen dauerhaft überdurchschnittliches Gewinnwachstum erzielen.

Gewinnschätzungen bleiben ein Grund zur Sorge

Vivek Iyer, Partner und Chief Investment Officer bei Rational Equity Asset Management, sagte, dass die scheinbar günstige Bewertung des Nifty von den Gewinnschätzungen für die Zukunft abhänge. Angesichts der Rohölpreise rechnet er mit weiteren Kürzungen der Konsensschätzungen, wodurch der tatsächliche Multiplikator höher ausfallen würde als der ausgewiesene Wert.

Iyer bezeichnete den jüngsten Rückgang vor allem als Neubewertung von Large-Cap-Aktien und sagte, Mid- und Small-Cap-Aktien würden weiterhin mit einem Aufschlag von 50 % bis 70 % gegenüber ihren historischen Medianen gehandelt. Außerdem sagte er, die Bewertungskompression habe sich auf Unternehmen konzentriert, die empfindlich auf Rohölpreise und Zinsen reagieren, darunter Ölvermarktungsunternehmen, Lackhersteller, Automobilhersteller, Fluggesellschaften, Zementunternehmen und Kreditgeber.

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