Der Shein-FTC-Vergleich wird den Fast-Fashion-Händler 100 Millionen US-Dollar kosten, um eine US-Untersuchung zu Lieferverzögerungen und anderen Kundenbeschwerden beizulegen, sagte eine mit der Angelegenheit direkt vertraute Person am 23. Oktober 2026.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Shein erklärte, man habe mit der FTC eine konstruktive Lösung erzielt, nannte in der Mitteilung jedoch keine Vergleichssumme.
- Aus den Unterlagen der FTC gingen mehr als 12.000 Beschwerden hervor, die Käufe im Wert von über 11 Millionen US-Dollar zwischen Januar 2020 und Juni 2026 betrafen.
- Eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr der EU soll am 1. November 2026 in Kraft treten. Damit erhöht sich die Gesamtgebühr auf 5 € je separatem Zollcode.
Shein-FTC-Vergleich und Kundenbeschwerden
Shein erklärte, weitere Informationen zu der mit der Federal Trade Commission erzielten Lösung würden in Kürze veröffentlicht. Ein Sprecher der FTC lehnte eine Stellungnahme ab. In Unterlagen zu seinem Hongkonger Börsengang im Juli hatte das Unternehmen gewarnt, dass die Untersuchung zu erheblichen Geldbußen führen könnte.
Einige Kundenbeschwerden betrafen Pakete, die Shein als zugestellt markiert hatte, die die Käufer jedoch nach eigenen Angaben nie erhalten hatten. Kunden berichteten außerdem, dass der Kundenservice von Shein das Problem nicht behoben habe.
Shein wurde in China gegründet und hat seinen Hauptsitz in Singapur. Das Unternehmen verkauft eigene Kleidung und betreibt einen Marktplatz, auf dem Drittanbieter unter anderem Spielzeug, Haushaltsgeräte und Wohnaccessoires anbieten.
Europäische Gebühren erhöhen den Druck
Der Vergleich in den USA kommt zu einer Zeit, in der Shein in Europa und den Vereinigten Staaten mit regulatorischem und steuerlichem Druck konfrontiert ist. Die EU hat eine Gebühr von 3 € auf E-Commerce-Pakete mit geringem Warenwert erhoben; ab dem 1. November 2026 soll eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr von 2 € hinzukommen, wodurch sich die Gesamtgebühr auf 5 € je separatem Zollcode erhöht.
Die Shein-Aktien sind seit ihrem Börsennotierungspreis vom 1. September um 22 % gefallen. Das Unternehmen hat die Preise erhöht, während die Vereinigten Staaten und Europa Schlupflöcher bei den Zollabgaben schlossen. CEO Sky Xu sagte im September, Shein werde weitere höherpreisige Marken entwickeln, um die Rentabilität zu steigern.
Auch die Europäische Kommission untersucht illegale Produkte auf dem Marktplatz von Shein. 2025 verhängte die französische Datenschutzbehörde gegen das Unternehmen eine Geldbuße von 150 Millionen Euro wegen unzulässiger Verwendung von Cookies.
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