Der EZB-Zinssatzausblick deutet auf eine mögliche Zinserhöhung im Dezember mit anschließender Pause hin, während die Geldpolitiker die steigende, energiegetriebene Inflation gegen die Belastung durch höhere Anleiherenditen abwägen. Drei mit den Gesprächen vertraute Geldpolitiker halten eine Anhebung bei der Sitzung am 17. Dezember 2026 für nahezu sicher, sofern die Energiepreise nicht stark und unerwartet sinken.
EZB-Zinssatzausblick nach Dezember
Die drei Geldpolitiker erwarten, dass eine Anhebung im Dezember den Einlagensatz von 2,50 % auf 2,75 % steigen lässt. Außerdem rechnen sie damit, dass die Europäische Zentralbank die weitere Straffung danach pausiert, statt die Zinsen weiter anzuheben.
Das ist eine Erwartung, keine Entscheidung. EZB-Präsidentin Christine Lagarde deutete die Möglichkeit einer weiteren Anhebung im Dezember an und warnte, dass die hohen und weiter steigenden Energiekosten den Inflationsdruck und die Risiken verstärkten.
Anleiherenditen verstärken die Wachstumssorgen
In ihrer geldpolitischen Entscheidung vom 29. Oktoberbeließ die EZB ihre drei Leitzinsen unverändert. Die Zentralbank erklärte, höhere Energiepreise stellten Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wachstum dar, während sich die verschärften Finanzierungsbedingungen wahrscheinlich auf beides auswirken würden. Sie erklärte, sie werde von Sitzung zu Sitzung über die Geldpolitik entscheiden und sich nicht auf einen bestimmten Zinspfad festlegen.
Vor der Oktobersitzung verbreitete EZB-Schätzungen deuteten darauf hin, dass der jüngste Anstieg der Anleiherenditen das kumulierte Wirtschaftswachstum 2027–28 im Vergleich zu den Basisprojektionen der Bank vom September um 100 Basispunkte und die Inflation um 90 Basispunkte verringern könnte. Die Schätzungen legen nahe, dass verschärfte Finanzierungsbedingungen den inflationären Effekt höherer Energiepreise teilweise ausgleichen könnten.
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