Die Zinserhöhung der BSP am 21. Oktober 2026 hob den Leitzins der philippinischen Zentralbank um einen halben Prozentpunkt auf 5,5 % an. Die Entscheidungsträger warnten, dass die Inflation bis 2027 erhöht bleiben werde. Gouverneur Eli Remolona Jr. ließ weitere Erhöhungen offen und sagte, schlechtere Prognosen hätten die Entscheidung dringlicher gemacht.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Mit der vierten Erhöhung in Folge belief sich die kumulierte Straffung im Jahr 2026 auf 1,25 Prozentpunkte.
  • Die BSP hob ihre Inflationsprognose für 2027 von 5,4 % auf 6,0 % an.
  • Weitere Erhöhungen bleiben möglich, doch Ökonomen sind sich über den Kurs nach Dezember uneinig.

Inhaltsverzeichnis

BSP-Zinserhöhung weitet den Straffungskurs aus

Die Erhöhung um einen halben Prozentpunkt war die größte der Zentralbank seit Februar 2023, als sie ebenfalls auf eine erhöhte Inflation reagierte. Parallel zur Anpassung des Leitzinses stieg der Zinssatz für die Übernacht-Einlagefazilität auf 5,0 % und der Zinssatz für die Übernacht-Kreditfazilität auf 6,0 %.

Der Zinskorridor der BSP sieht vor, dass ihre Einlage- und Kreditfazilitäten unter beziehungsweise über dem Zinssatz der geldpolitischen Übernacht-Reverse-Repurchase-Fazilität liegen. Diese Fazilitäten tragen dazu bei, die kurzfristigen Marktzinsen in Richtung des Leitzinses zu lenken; sie sind von den Zinssätzen zu unterscheiden, die Banken einzelnen Kreditnehmern berechnen.

„Die Zahlen, mit denen wir uns befasst haben, die Prognosen, waren schlechter als gedacht“, sagte Remolona. Er beschrieb ein Gefühl der Dringlichkeit, den Inflationsdruck zu dämpfen.

PositionDetails
Inflationsprognose 20266,1 %, unverändert.
Inflationsprognose 20276,0 %, angehoben von 5,4 %.
Inflationsprognose 20283,3 %, unverändert.

Öl-, Transport- und Nahrungsmittelrisiken trüben den Ausblick

Remolona verwies auf höhere Ölpreise, Transporttarife und mögliche Auswirkungen von El Niño auf die Nahrungsmittelpreise als Gründe dafür, dass sich die Inflation weiter beschleunigen könnte. Das wetterbedingte Risiko für die Lebensmittelpreise bleibt eine Möglichkeit und ist kein bestätigtes Szenario.

Die Zentralbank erwartet, dass die Inflation erst 2028 wieder in ihren Zielkorridor zurückkehrt. In ihren jüngsten Projektionen bleiben die Prognosen für 2026 und 2028 unverändert, während die Schätzung für 2027 angehoben wird. Dies deutet auf ein anhaltenderes Inflationsproblem statt auf einen bloß kurzfristigen Preisschub hin.

Vizegouverneur Zeno Abenoja sagte, die Inflationswerte könnten in den kommenden Monaten und bis Anfang 2027 weiter steigen.

Entscheidung im Dezember bleibt offen

„Weitere Zinserhöhungen bleiben eine Option“, sagte Remolona, ohne sich auf das Ausmaß einer weiteren Erhöhung festzulegen. Die letzte planmäßige Sitzung des Monetary Board im Jahr 2026 findet am 17. Dezember statt.

Miguel Chanco, Ökonom bei Pantheon Macroeconomics, sagte, eine Erhöhung im Dezember „sei noch nicht ausgemacht“. Sein Basisszenario sieht vor, dass das Board ab Mitte 2027 mit einer Rücknahme der diesjährigen Erhöhungen beginnen könnte, insbesondere wenn das Wirtschaftswachstum wie von ihm erwartet unter seinem Potenzial bleibt.

Jason Tuvey, Chefökonom für Schwellenmärkte bei Capital Economics, erwartete ebenfalls, dass sich die Entscheidungsträger letztlich stärker auf die Unterstützung des Wachstums konzentrieren würden. Er sagte jedoch, anhaltend hohe Energiepreise und zusätzlicher Preisdruck bei Nahrungsmitteln infolge von El Niño könnten die Zinsen länger auf hohem Niveau halten; ein oder zwei weitere Erhöhungen seien möglich. Dabei handelt es sich um Einschätzungen von Ökonomen und nicht um Zusagen der BSP.

Fazit

Die BSP hat die Straffung beschleunigt, ohne sich auf ihren nächsten Schritt festzulegen. Die nächste planmäßige Entscheidung fällt auf der Sitzung des Monetary Board am 17. Dezember, nachdem Verantwortliche gewarnt hatten, dass die Inflation bis Anfang 2027 weiter steigen könnte.

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