Wendels NAV stieg im dritten Quartal um 5,1 % auf 167,0 € je voll verwässerter Aktie, was hauptsächlich auf höhere Portfoliobewertungen zurückzuführen war, teilte die Investmentgruppe in ihrem Trading-Update vom 22. Oktober mit. Auch das Asset-Management-Geschäft meldete Wachstum, während der am 1. Oktober abgeschlossene Verkauf von Stahl einen Nettoerlös von 1,14 Mrd. € einbrachte.
Wichtigste Erkenntnisse
- Der NAV je voll verwässerter Aktie erreichte am 30. September 167,0 €, ein Anstieg um 5,1 % im Quartal und um 3,9 % seit Jahresbeginn.
- Die Gebühren und sonstigen Erträge aus dem Asset-Management stiegen in neun Monaten um 41,3 % auf 344,0 Mio. €, wobei das Wachstum bei konstantem Konsolidierungskreis und Wechselkursen 10 % betrug.
- Der Verkauf von Stahl wurde am 1. Oktober abgeschlossen; die Veräußerung von IHS läuft noch und soll bis Jahresende abgeschlossen sein.
Inhaltsverzeichnis
- NAV-Zuwachs von Wendel vor allem durch Portfoliobewertungen
- Ausbau des Asset-Managements durch Akquisitionen und Fundraising
- Erlös aus Stahl-Verkauf eingegangen, IHS-Transaktion noch ausstehend
- Operative Entwicklung der Beteiligungen unterschiedlich
- Liquiditätsposition und Ausschüttungen an Aktionäre
- Fazit
NAV-Zuwachs von Wendel vor allem durch Portfoliobewertungen
Der Anstieg im Quartal hob den NAV je voll verwässerter Aktie von 158,9 € am 30. Juni auf 167,0 € am 30. September. Wendel führte die Verbesserung hauptsächlich auf eine Erholung der Bewertungsmultiplikatoren am Markt zurück.
Nicht börsennotierte Anlagen steuerten 5,8 € je Aktie bei, während börsennotierte Vermögenswerte durch den Anstieg des Aktienkurses von Bureau Veritas 2,7 € je Aktie beitrugen. Wendel Investment Managers steuerte weitere 0,3 € je Aktie bei, was hauptsächlich die höheren Bewertungen von Anlagen in Fonds widerspiegelte, die von der Plattform verwaltet werden.
Aktienrückkäufe erhöhten den NAV im Quartal um 0,5 € je Aktie. Betriebskosten, Nettofinanzierungsergebnis und sonstige Positionen verringerten ihn um 1,2 € je Aktie.
Ausbau des Asset-Managements durch Akquisitionen und Fundraising
Wendel Investment Managers verfügte Ende September über ein verwaltetes Vermögen von 48,7 Mrd. €, davon 9,9 Mrd. € an noch nicht investierten Mitteln. Die gebührenpflichtigen Vermögenswerte beliefen sich auf insgesamt 37,7 Mrd. €, ein Anstieg um 9 % innerhalb von zwölf Monaten und um 5 % seit Jahresbeginn 2026.
Die Verwaltungsgebühren und sonstigen Erträge der ersten neun Monate erreichten 344,0 Mio. €, 41,3 % mehr als ein Jahr zuvor. Der Anstieg spiegelte den Beitrag von Monroe Capital über volle neun Monate sowie die Konsolidierung von Committed Advisors ab dem 1. April 2026 wider. Das Wachstum bei konstantem Konsolidierungskreis und Wechselkursen betrug 10 %.
Das Fundraising belief sich in den ersten neun Monaten auf insgesamt rund 3,0 Mrd. €, darunter 2,0 Mrd. $ bei Monroe Capital und 1,3 Mrd. € bei Committed Advisors. Bei Monroe Capital Income Plus, der nicht börsennotierten Business Development Company, beliefen sich die Nettoabflüsse aus Eigenkapital seit Jahresbeginn auf 0,17 Mrd. $. Die Rücknahmeanträge gingen im dritten Quartal gegenüber dem zweiten Quartal zurück.
Wendel erwartet für das Gesamtjahr 2026 auf Pro-forma-Basis gebührenbezogene Erträge von rund 200 Mio. €, unter der Annahme eines Beitrags von Committed Advisors für das gesamte Jahr und konstanter Wechselkurse.
Erlös aus Stahl-Verkauf eingegangen, IHS-Transaktion noch ausstehend
Der Verkauf von Stahl, ohne Muno, wurde am 1. Oktober abgeschlossen und brachte Wendel nach Abzug von Schulden und Transaktionskosten rund 1,14 Mrd. € ein. Der Erlös entsprach einem Aufschlag von 20 % auf den NAV von Stahl vor der Ankündigung.
Unabhängig davon unterstützt Wendel das Angebot von MTN für IHS Towers, das eine vollständige Liquidität für die Beteiligung von 19 % und einen Nettoerlös von rund 535 Mio. $ bedeuten würde. Der Abschluss wird bis Jahresende erwartet. Zusammen dürften die Transaktionen mit Stahl und IHS rund 1,6 Mrd. € einbringen.
Wendel investierte im September außerdem erneut 50 Mio. € in Globeducate, um die externe Wachstumsstrategie der Bildungsgruppe zu unterstützen.
Operative Entwicklung der Beteiligungen unterschiedlich
Bureau Veritas meldete im dritten Quartal einen Umsatz von 1.569,7 Mio. €, ein Plus von 10,1 %. Das organische Wachstum beschleunigte sich von 5,9 % im zweiten Quartal auf 6,2 %. Das Unternehmen hielt an seinem Ausblick für 2026 fest: organisches Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich, eine verbesserte bereinigte operative Marge bei konstanten Wechselkursen und eine starke Cash-Generierung.
Unter den nicht börsennotierten Beteiligungen sank der Umsatz von Scalian in den ersten neun Monaten angesichts schwieriger Marktbedingungen, insbesondere in Frankreich, um 5,4 % auf 358,1 Mio. €. Der Umsatz des Crisis Prevention Institute ging um 0,3 % auf 115,2 Mio. $ zurück, während der Umsatz von ACAMS um 2,3 % auf 83,6 Mio. $ stieg.
Globeducate meldete für die neun Monate bis zum 31. August einen Umsatz von 308,3 Mio. €, ein Plus von 14,3 %, einschließlich eines organischen Wachstums von 5,5 %. In den Zahlen für 2026 waren 17,3 Mio. € aus dem indischen Geschäft enthalten, das im vergleichbaren Zeitraum 2025 nicht konsolidiert wurde.
Liquiditätsposition und Ausschüttungen an Aktionäre
Nach dem Verkauf von Stahl meldete Wendel verfügbare Zahlungsmittel von 1,5 Mrd. € gegenüber Bruttoanleiheverbindlichkeiten von 1,4 Mrd. € sowie eine nicht in Anspruch genommene syndizierte Kreditlinie von 875 Mio. €. Die Loan-to-Value-Quote lag am 30. September bei 9,5 %.
Die Anleihen haben durchschnittliche feste Finanzierungskosten von 2,8 % und eine durchschnittliche Laufzeit von 5,8 Jahren; vor 2030 wird keine Anleihe fällig.
Wendel schloss am 27. Juli seinen Aktienrückkauf im Umfang von 310 Mio. € ab und kaufte 3,835 Millionen Aktien zurück, was 9 % des Aktienkapitals entspricht. Eine Zwischendividende von 2,55 € je Aktie ist für den 19. November vorgesehen und entspricht der Hälfte der Mindestdividende für das Geschäftsjahr 2026.
Fazit
Wendels Update vereint höhere Portfoliobewertungen mit Wachstum im Asset-Management für Dritte und dem Zahlungseingang aus dem Verkauf von Stahl. Der Verkauf von IHS steht noch aus; die nächste geplante Ausschüttung an die Aktionäre ist die Zwischendividende im November.
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