Asphalt mit recycelten Dachschindeln schnitt in den ersten Jahren eines Straßenversuchs in Minnesota mindestens ebenso gut ab wie herkömmliche Kontrollabschnitte. Das geht aus einer Dokumentation des Projekts durch Forscher hervor. Das Ergebnis, das auf den Bedingungen bis Ende 1995 beruhte, war jedoch mit Einschränkungen verbunden: Bei dem Versuch wurde Fabrikverschnitt verwendet und keine von Dächern entfernten Schindeln.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Die Mischungen für den Versuch auf dem Highway 25 enthielten 5 % beziehungsweise 7 % Schindelverschnitt des Herstellers, bezogen auf das Gewicht der Gesteinskörnung.
  • Eine Bundesstudie weist auf Rissrisiken im Zusammenhang mit dem gealterten Bindemittel in gebrauchten Schindeln hin.

Asphalt mit recycelten Dachschindeln auf dem Highway 25

Die Forscher David Janisch und Curt Turgeon vom Verkehrsministerium Minnesotas dokumentierten den Versuch südlich von Mayer. Dort wurden Straßenabschnitte mit Schindelverschnitt mit einem Kontrollabschnitt verglichen. Ende 1995 schnitten die Abschnitte mit Verschnitt mindestens ebenso gut ab.

Das Material bestand überwiegend aus ausgestanzten Laschen einer Fabrik in Shakopee, vermischt mit einigen verfärbten oder beschädigten Schindeln. Auf der gesamten Straße waren Risse in regelmäßigen Abständen das Hauptproblem; zwischen den Abschnitten mit Schindeln und den Kontrollabschnitten war kein erkennbarer Unterschied festzustellen.

Die Forscher wiesen darauf hin, dass ihre Datengrundlage begrenzt war. Zudem stellten sie fest, dass bei Abschnitten mit einem hohen Luftporengehalt vor Ort mit der Zeit das Risiko von Ausbrüchen oder Ablösungen bestand. Minnesota hatte den Anteil an Herstellerverschnitt zum Zeitpunkt des Berichts auf 5 % begrenzt.

Mögliche Einsparungen hängen von den Aufbereitungskosten ab

Schindeln enthalten Asphaltbindemittel, das einen Teil des Neu­materials im Straßenbelag ersetzen kann. Janisch und Turgeon stellten fest, dass jedes Prozent Schindelverschnitt in Mischungen für die Deckschicht 0,27 % bis 0,30 % Asphaltzement lieferte.

Der Ersatz ist nur dann wirtschaftlich, wenn die Aufbereitung des Verschnitts weniger kostet als das dadurch ersetzte Bindemittel; der Bericht aus Minnesota bezifferte die Kosten nicht. Nach Angaben der Federal Highway Administration können wiederverwertete Schindeln außerdem einen Teil der Gesteinskörnung ersetzen und verhindern, dass Material auf Deponien landet.

Fabrikverschnitt und alte Dachschindeln unterscheiden sich

Nach Angaben der Bundesbehörde enthalten Schindeln aus Fabrikabfällen typischerweise etwa 20 % Asphaltbindemittel, verglichen mit etwa 30 % bei gebrauchten Schindeln. Das Bindemittel in Letzteren ist stärker gealtert, oxidiert, steif und spröde. Dies dürfte laut Behörde die Rissbeständigkeit einer Mischung verringern.

Eine von der Behörde angeführte Studie mit beschleunigter Belastung ergab, dass eine Mischung mit 6 % Schindeln weniger als 15 % der Ermüdungslebensdauer einer Kontrollmischung aus Neu­material erreichte. Der Behörde zufolge liegt der typische Schindelanteil bei 3 % bis 5 % des Gewichts.

Das Bundesdokument schätzte, dass 2019 rund 921.000 Tonnen Schindeln in Asphaltmischungen verwendet wurden – 12,5 % weniger als 2018 und der niedrigste Wert seit 2010.

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