Personalisierte Preise sind Gegenstand einer Untersuchung der US-amerikanischen Federal Trade Commission, die Walmart, Delta Air Lines und sieben weitere Unternehmen aufgefordert hat, zu erläutern, wie sie personenbezogene Daten bei der Festlegung von Preisen oder Vergütungen verwenden. Die Aufforderungen wurden am 28. Oktober 2026 bekannt gegeben.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die FTC fordert Informationen von Fluggesellschaften, Einzelhändlern sowie Mitfahr- und Lieferdiensten an.
- Ein separater FTC-Vorschlag zu Preistransparenz bleibt bis zum 21. November 2026 für öffentliche Stellungnahmen offen.
Personalisierte Preise und Bezahlung von Beschäftigten werden überprüft
Die FTC-Untersuchung zu Preis- und Vergütungsmethoden umfasst neun Unternehmen: Delta Air Lines, United Airlines, JetBlue, Walmart, Target, Uber, Lyft, DoorDash und Instacart.
Die Behörde will prüfen, ob die Preise für Tickets, Fahrten, Essenslieferungen und andere Produkte oder Dienstleistungen je nach Person variieren, etwa aufgrund der Teilnahme an Treueprogrammen oder der Auswertung personenbezogener Daten. Außerdem untersucht sie, ob Mitfahr- und Lieferdienste personenbezogene Daten von Fahrern – darunter die Telefonnutzung oder die Historie angenommener Aufträge – zur Festlegung ihrer Vergütung verwenden.
FTC-Vorsitzender Andrew Ferguson sagte, die Behörde wolle Methoden unter die Lupe nehmen, die einige Unternehmen möglicherweise einsetzen, um festzulegen, was Verbraucher zahlen oder Gig-Arbeiter verdienen. Mit den Aufforderungen werden Informationen angefordert; sie belegen nicht, dass die Unternehmen die untersuchten Praktiken angewandt haben. Die FTC erklärte, sie könne vor einem Bundesgericht die Erfüllung der Aufforderungen erzwingen lassen, falls Unternehmen die Daten nicht bereitstellen.
Unternehmen reagieren auf die Untersuchung
Delta erklärte, das Unternehmen verwende, teste oder plane keine Tarifangebote, die Kunden anhand personenbezogener Daten mit individuellen Angeboten ansprechen. JetBlue erklärte, personenbezogene Informationen oder den Browserverlauf nicht zur Festlegung individueller Preise zu verwenden. Die Tarife richteten sich nach Nachfrage und Sitzplatzverfügbarkeit.
Instacart erklärte, die Vergütung der Einkäufer hänge von auftragsbezogenen Kriterien ab, darunter Entfernung, Anzahl der Artikel und voraussichtliche Einkaufsdauer. Außerdem teilte das Unternehmen mit, dass Einzelhändler die Preise auf seiner Website festlegen und Instacart keine personenbezogenen Daten von Verbrauchern zur Preisfestsetzung verwende.
Walmart erklärte bereits zuvor, keine Angaben wie Einkommen oder Einkaufshistorie zur Festlegung von Preisen zu verwenden und dies auch künftig nicht zu tun. Auch Target erklärte bereits, keine personenbezogenen Daten zu nutzen, um Preise danach zu erhöhen, wer die Kunden sind, wo sie wohnen oder wann sie einkaufen.
Vorschlag zur Offenlegung bleibt für Stellungnahmen offen
Die Untersuchung ist von einem im August 2026 angekündigten Richtlinienvorschlag der FTC getrennt. Dieser Vorschlag würde Unternehmen, die personalisierte Preise festlegen, verpflichten, diese Praxis klar und deutlich offenzulegen und die Arten der zur Preisfestlegung verwendeten Daten zu benennen.
Der Vorschlag ist keine verabschiedete Regelung. Die FTC hat die Frist für öffentliche Stellungnahmen bis zum 21. November 2026 verlängert.
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