Der Gewinn von Truist sank im dritten Quartal 2026, da Verluste aus Wertpapierverkäufen das ausgewiesene Ergebnis belasteten, obwohl der bereinigte Gewinn je Aktie gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg. Die Bank gab die Ergebnisse am 16. Oktober bekannt, zusammen mit dem abgeschlossenen Verkauf von Krediten der Regional Acceptance Corporation und einer Vereinbarung über den Verkauf von LightStream-Verbraucherkrediten im Volumen von 7,7 Milliarden US-Dollar.

Wichtige Erkenntnisse

  • Das ausgewiesene verwässerte EPS sank von 1,04 US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 0,56 US-Dollar; das bereinigte EPS stieg um 12 % auf 1,16 US-Dollar.
  • Ein Verlust vor Steuern von 1,4 Milliarden US-Dollar aus Wertpapierverkäufen führte zu einer großen Differenz zwischen den ausgewiesenen und den bereinigten Ergebnissen.
  • Der abgeschlossene Verkauf von RAC-Krediten veränderte die Kreditkennzahlen, während die LightStream-Transaktion weiterhin lediglich vereinbart war.

Inhaltsverzeichnis

Truist-Ergebnis zeigt deutliche Diskrepanz zwischen ausgewiesenen und bereinigten Zahlen

Aus dem Ergebnisbericht von Truist für das dritte Quartal 2026 geht hervor, dass der den Stammaktionären zurechenbare Nettogewinn 680 Millionen US-Dollar betrug, nach 1,35 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das ausgewiesene verwässerte Ergebnis je Aktie sank ebenfalls von 1,23 US-Dollar im zweiten Quartal auf 0,56 US-Dollar.

Der bereinigte Nettogewinn für Stammaktionäre belief sich auf 1,42 Milliarden US-Dollar; daraus ergab sich ein bereinigtes verwässertes EPS von 1,16 US-Dollar. Diese Kennzahl je Aktie nach Non-GAAP stieg gegenüber 1,04 US-Dollar im Vorjahreszeitraum, sank jedoch gegenüber 1,23 US-Dollar im vorangegangenen Quartal.

Bei der Bereinigung wurden ein Verlust vor Steuern von 1,4 Milliarden US-Dollar aus dem Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren, eine Rückführung der Kreditverlustreserve vor Steuern in Höhe von 581 Millionen US-Dollar sowie Auswirkungen vor Steuern von 106 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit dem Verkauf der Kredite der Regional Acceptance Corporation (RAC) herausgerechnet. Die Rückführung der Reserve verbesserte das ausgewiesene Ergebnis, während der Wertpapierverlust es verringerte.

Der ausgewiesene Gesamtumsatz sank von 5,19 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 3,75 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Umsatz auf steueräquivalenter Basis lag bei rund 5,3 Milliarden US-Dollar und damit auf dem Niveau des zweiten Quartals. Diese Kennzahlen vermitteln somit deutlich unterschiedliche Bilder des Quartals und sollten nicht als austauschbar betrachtet werden.

PositionDetails
Vorläufige CET1-Kapitalquote10,7 % zum 30. September 2026 gegenüber 10,9 % zum 30. Juni.
Rückkäufe von Stammaktien1,2 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal 2026.
Beschlossene Dividende auf Stammaktien0,52 US-Dollar je Aktie im dritten Quartal.
Durchschnittliche Liquiditätsdeckungsquote110 % im dritten Quartal gegenüber einem aufsichtsrechtlichen Mindestwert von 100 %.

Zinserträge verbessern sich bei steigenden Einlagen

Der Nettozinsertrag auf steueräquivalenter Basis erreichte 3,707 Milliarden US-Dollar und stieg gegenüber dem zweiten Quartal um 1,1 % sowie gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,7 %. Truist führte den sequenziellen Anstieg auf einen zusätzlichen Kalendertag sowie die Neubewertung von Aktiva und Passiva zurück, teilweise ausgeglichen durch niedrigere Kreditbestände.

Die Nettozinsmarge auf steueräquivalenter Basis weitete sich gegenüber dem Vorquartal um zwei Basispunkte auf 3,00 % aus, lag jedoch leicht unter den 3,01 % des Vorjahreszeitraums. Die durchschnittlichen Einlagen stiegen gegenüber dem zweiten Quartal um 1,4 % auf 410,7 Milliarden US-Dollar, vor allem aufgrund von verzinsten Giroeinlagen.

Die Gebührenbereiche entwickelten sich uneinheitlich. Die Erträge aus der Vermögensverwaltung erreichten mit 407 Millionen US-Dollar einen Quartalsrekord und stiegen sequenziell um 8,5 %, während die Erträge aus Investmentbanking und Handel um 8,0 % auf 324 Millionen US-Dollar zurückgingen. Die zinsunabhängigen Aufwendungen ohne 40 Millionen US-Dollar an Kosten aus dem RAC-Verkauf blieben mit 3,065 Milliarden US-Dollar weitgehend stabil.

RAC-Verkauf verändert das Kreditbild

Der abgeschlossene Verkauf von RAC machte 5,5 Milliarden US-Dollar des sequenziellen Rückgangs der Kredite und Leasingforderungen aus, die zu Anlagezwecken gehalten werden und zum Quartalsende insgesamt um 5,9 Milliarden US-Dollar gesunken waren. Ende September beliefen sie sich auf 323,9 Milliarden US-Dollar.

Der Anteil notleidender Kredite an den zu Anlagezwecken gehaltenen Krediten sank von 0,51 % im Juni auf 0,40 %. Truist erklärte, der Verkauf sei der Hauptgrund für den Rückgang der notleidenden Vermögenswerte gewesen. Diese Veränderung des Portfolios ist daher bei der Einordnung der Verbesserung zu berücksichtigen.

Gleichzeitig stieg die annualisierte Nettoabschreibungsquote von 0,50 % auf 0,77 %, wobei 39 Basispunkte auf RAC entfielen. Eine Rückführung der Reserve in Höhe von 581 Millionen US-Dollar trug dazu bei, dass sich bei den Aufwendungen für Kreditverluste ein positiver Effekt von 253 Millionen US-Dollar ergab, statt eines Aufwands.

LightStream-Vereinbarung setzt die Neuausrichtung des Portfolios fort

Truist unterzeichnete am 14. Oktober 2026 eine Vereinbarung über den Verkauf unbesicherter Verbraucherkredite im Volumen von 7,7 Milliarden US-Dollar an Carlyle Group. Die Kredite machen im Wesentlichen sämtliche Vermögenswerte von LightStream aus, der Plattform für unbesicherte Kreditvergabe der Bank. Anders als der RAC-Verkauf wurde diese Transaktion als vereinbart und nicht als abgeschlossen beschrieben.

Chief Executive Mike Lyons sagte, die Bank vereinfache ihre Geschäftstätigkeit und richte Ressourcen, Kapital und Ausgaben auf jene Geschäftsbereiche und Kompetenzen aus, die sie als Prioritäten betrachte. Zudem äußerte er sich zuversichtlich hinsichtlich der kurz- und langfristigen Zielwerte von Truist für die Eigenkapitalrendite auf das materielle Stammkapital, ohne in den vorliegenden Aussagen neue konkrete Zielwerte zu nennen.

Fazit

Das Quartal von Truist war von einem moderaten Wachstum der Zinserträge und zugleich erheblichen Auswirkungen der Portfolioveränderungen auf den ausgewiesenen Gewinn und die Kreditkennzahlen geprägt. Als nächster Transaktionsmeilenstein ist der Abschluss des vereinbarten Verkaufs der LightStream-Kredite zu beobachten; in der vorliegenden Mitteilung wurde kein Abschlussdatum genannt.

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