NVIDIA hat am einundzwanzigsten Oktober auf der GTC Berlin NVIDIA DSX POD vorgestellt. Der modulare Ansatz für KI-Fabriken soll die Bereitstellung vor Ort nach Angaben des Unternehmens von sechs Monaten auf 14 Tage verkürzen, sobald die Versorgungsinfrastruktur am Standort bereitsteht. Das Referenzdesign umfasst komplette Vera-Rubin-Systeme in Containern, die von Partnern vor der Auslieferung gebaut, integriert und validiert werden. Dadurch wird ein größerer Teil der Installationsarbeiten vom Standort des Kunden weg verlagert.

Wichtige Erkenntnisse

  • DSX POD ist ein von Partnern entwickeltes Referenzdesign für modulare Vera-Rubin-KI-Fabriken. Die kürzere Bereitstellungszeit setzt voraus, dass die Versorgungsinfrastruktur am Standort bereitsteht.
  • NVIDIA verknüpfte seine Infrastrukturankündigungen mit neuen Konzepten für die Sicherheit von Agenten und Tools, die Agenten mit Unternehmenswissen verbinden.
  • Huang ordnete die Ankündigungen in die Expansion von NVIDIA in Europa ein und verwies auf Zusagen von nahezu 10 Milliarden US-Dollar für das Technologieökosystem der Region.

Inhaltsverzeichnis

NVIDIA DSX POD verlagert die Integration auf die Zeit vor der Auslieferung

Die zentrale Veränderung betrifft den Ort, an dem eine KI-Fabrik zusammengebaut wird. Anstatt Integration und Validierung erst nach der Ankunft der Ausrüstung am Zielort vorzunehmen, sieht DSX POD vor, dass Partner diese Schritte vor dem Versand in modularen Containern abschließen. NVIDIA stellte dies als Veränderung der Lieferkette für den Bau von Rechenzentren dar und nicht lediglich als weiteres Hardwareangebot im Rack-Maßstab.

Diese Unterscheidung ist wichtig, um die Aussage zur Bereitstellungszeit einzuordnen. Das Zeitfenster von 14 Tagen bezieht sich auf die Bereitstellung vor Ort, nachdem die Versorgungsinfrastruktur bereitsteht; es ist kein angegebener Zeitplan für das gesamte Projekt. Der Bericht legt weder einen Gesamtbauzeitplan fest noch nennt er Preise für DSX POD oder Liefertermine für Kunden.

Huang sagte, Vera Rubin befinde sich in voller Produktion und erweitere die NVIDIA-Computingplattform über einzelne Modelle und große Sprachmodelle hinaus auf die Verarbeitung des gesamten KI-Agenten. Die umfassendere KI-Fabrikplattform beschrieb er als Kombination aus Hardware, Systemsoftware, CUDA-X-Bibliotheken und Modellen.

ElementDetails
DSX PODNeues Referenzdesign für komplette Vera-Rubin-KI-Fabriken, die von Partnern in modularen Containern zusammengebaut, integriert und validiert werden.
Zeitplan für die BereitstellungNVIDIA zufolge kann sich die Bereitstellung vor Ort von sechs Monaten auf 14 Tage verkürzen, sobald die Versorgungsinfrastruktur am Standort bereitsteht.
Effizienzaussagen zu DSXDie umfassendere Plattform kann den Kühlwasserverbrauch um bis zu 100 % senken und für dieselbe KI-Leistung bis zu 30 % weniger Strom verbrauchen, so NVIDIA.
OpenShell-ReferenzarchitekturDas neue Sicherheitsdesign verbindet Richtlinienkontrollen, Sandbox-Isolierung auf Kernel-Ebene und Überwachung zwischen Agenten und den betroffenen Systemen.
Agent Knowledge FoundationNeue Modelle und Bibliotheken verbinden Agenten mit Unternehmensdokumenten und strukturierten Datenbankinformationen.
Adaptive StrahlentherapieNVIDIA und Siemens Healthineers entwickeln ein KI-gestütztes System; der Bericht beschreibt es nicht als bereits abgeschlossene Einführung.

Europas KI-Offensive verbindet Kapital mit betrieblicher Effizienz

Der Vortrag in Berlin folgte auf Besuche von NVIDIA in Paris, London, Stockholm und Dublin. Nach Angaben des Unternehmens stellt NVIDIA nahezu 10 Milliarden US-Dollar für Europas Technologieökosystem in Aussicht und arbeitet mit mehr als 12.000 Partnern zusammen. Dabei handelt es sich um eine Zusage und nicht um die Aussage, dass der gesamte Betrag bereits ausgegeben wurde.

Huangs Argument lautete, europäische Unternehmen sollten KI nicht nur nutzen, sondern auch entwickeln. Er nannte unter anderem L’Oréal, Revolut, Spotify, Merck, Vodafone, Porsche und HSBC als europäische Unternehmen, die mit NVIDIA an KI arbeiten, und stellte die Infrastrukturankündigungen damit in den Kontext einer bestehenden Geschäftskundschaft.

NVIDIA erklärte außerdem, seine DSX AI Factory Platform könne den Wasserverbrauch für die Kühlung um bis zu 100 % senken und dieselbe KI-Leistung mit bis zu 30 % weniger Strom erbringen. Dabei handelt es sich um angegebene Fähigkeiten der umfassenderen Plattform, die von der Aussage zur Bereitstellungszeit von DSX POD zu unterscheiden sind. Der Bericht über die Keynote enthält keine standortspezifischen Betriebsergebnisse zu diesen Einsparungen.

Agentensicherheit wird Teil der Infrastruktur

Eine schnellere Bereitstellung der Infrastruktur war nur ein Teil von NVIDIAs Argumentation. Huang beschrieb Agenten als Systeme, die ein Modell mit einem Orchestrierungs-Framework, Speicher, einer Sandbox, Wissen und Tools kombinieren. Da sie auf Dateien, Netzwerke und andere Ressourcen zugreifen können, entsteht mit ihrem Nutzen zugleich die Notwendigkeit, zu kontrollieren, was sie tun dürfen.

NVIDIA stellte die OpenShell Reference Architecture for Safe AI Agents vor, um dieses Problem anzugehen. Es handelt sich um ein Full-Stack-Design auf Basis von OpenShell, einer Open-Source-Laufzeitumgebung mit Richtlinienkontrollen und Sandbox-Isolierung auf Kernel-Ebene, die zwischen einem Agenten und den Systemen angesiedelt ist, auf die er einwirken kann.

Huang sagte, die Berechtigungen von Agenten sollten auf das notwendige Minimum beschränkt und ihre Aktivitäten überwacht werden; Berechtigungen und Richtliniendurchsetzung sollten sich dynamisch anpassen. Entscheidend sei der Unterschied zwischen dem Zugriff eines Agenten auf ein Tool und einem uneingeschränkten Zugriff auf das umgebende System. NVIDIA stellte Sicherheit als technische Voraussetzung für den Einsatz von Agenten dar und nicht als Eigenschaft, die allein dem zugrunde liegenden Modell zukommt.

Unternehmenswissen ist die nächste Bereitstellungsebene

NVIDIAs Agent Knowledge Foundation adressiert ein separates Hindernis: die Anbindung eines Agenten an Informationen, über die ein Unternehmen bereits verfügt. Die neu vorgestellte Sammlung von Modellen und Bibliotheken umfasst sowohl unstrukturierte Dokumente als auch strukturierte Datenbankinformationen.

Zu den hervorgehobenen Tools gehören Nemotron-Funktionen zum Auswerten von Dokumenten, zum Erstellen von Abfrage-Embeddings und zum erneuten Ranking relevanter Informationen sowie neue Kumo-Modelle für Prognosen auf Basis strukturierter Daten. Diese Funktionen verbinden den Schlussfolgerungsprozess des Agenten mit unternehmensspezifischen Inhalten, statt sich allein auf das Wissen eines allgemeinen Modells zu stützen.

Huang stellte NVIDIAs offene Modelle außerdem als Ausgangspunkte dar, die Unternehmen für bestimmte Anwendungsfälle mit proprietären Daten weitertrainieren können. CUDA-X-Bibliotheken bilden eine weitere Komponente: beschleunigte Simulatoren, Solver und Datenverarbeitungs-Engines, die Agenten als Tools nutzen können. Zusammengenommen beschreiben die Ankündigungen einen Betriebs-Stack, der Berechtigungen, Wissen und Ausführung umfasst.

Beispiele aus der Industrie zeigen unterschiedliche Einführungsphasen

Ein Video während der Keynote veranschaulichte, wie diese Komponenten zusammenarbeiten könnten. Bei Lila Sciences unterstützten Agenten die Entwicklung einer möglichen Therapie gegen B-Zell-Lymphome, indem virtuelle Experimente ein automatisiertes Labor steuerten. Im Erlanger Werk von Siemens halfen Agenten bei der Vorbereitung von Produkten für die Fertigung, indem sie Pläne in einem digitalen Zwilling testeten. Ein Beispiel von Dassault Systèmes zeigte, wie Engineering-Agenten mithilfe von Simulationen ein Problem beim Fahrzeugdesign identifizierten und den Entwurf verfeinerten.

Diese Demonstrationen sind von Projekten zu unterscheiden, die sich noch in der Entwicklung befinden. NVIDIA und Siemens Healthineers entwickeln eine KI-gestützte Strahlentherapie, die Behandlungsplanungsagenten, digitale Zwillinge sowie Live-Bildgebungs- und Sensordaten kombiniert. Das beschriebene System soll die Zielausrichtung anpassen, wenn sich der Körper und der Tumor eines Patienten während der Behandlung verändern.

Die Beispiele veranschaulichen den konkreten Zweck der Infrastrukturstrategie: Agenten, die in Laboren, Fabriken und technischen Umgebungen mit spezialisierten Daten und Tools arbeiten können. Für sich genommen belegen sie jedoch weder, dass jede angekündigte Technologie kommerziell eingesetzt wird, noch dass die behaupteten Infrastruktureinsparungen an diesen Standorten erzielt wurden.

Fazit

Mit DSX POD erhält NVIDIAs KI-Offensive in Europa ein konkretes Infrastrukturangebot: Die Integration wird an einen externen Standort verlagert und die Bereitstellungszeit verkürzt, sobald die Versorgungsinfrastruktur bereitsteht. Die begleitenden Sicherheits- und Wissenstools adressieren, wie Unternehmen Agenten auf dieser Infrastruktur betreiben könnten. Preise, Lieferzeitpläne und Effizienzergebnisse auf Projektebene bleiben im Bericht über die Keynote jedoch unveröffentlicht.

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