Rechenzentren in Indien könnten angesichts des Ausbaus der Infrastruktur für künstliche Intelligenz eine Nachfrage nach erneuerbarer Energie im Umfang von mehreren zehn Gigawatt schaffen, sagte Kuldeep Jain, Gründer und Geschäftsführer von CleanMax, im Oktober 2026. Seiner Schätzung zufolge könnten selbst 5 Gigawatt Rechenzentrumskapazität 30–40 Gigawatt erneuerbare Stromerzeugung erfordern und damit eine beträchtliche Investitionsmöglichkeit für Strom- und Speicherentwickler schaffen.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Jains Nachfrageschätzungen lassen auf einen Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung schließen, der die Rechenleistung der Rechenzentren bei Weitem übersteigt.
  • CleanMax baut jährlich rund 1,5 Gigawatt Solar- und Windkapazität aus und investiert dafür bis zu 9.000 Crore Rupien.
  • Große Technologiekunden wünschen zunehmend Verträge, die erneuerbare Umweltattribute von der physischen Stromlieferung trennen.

Inhaltsverzeichnis

Warum Indiens Rechenzentren einen größeren Ausbau der Stromversorgung benötigen

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie viel Stromerzeugung und Speicherkapazität Indien zur Unterstützung seiner wachsenden digitalen Infrastruktur benötigen wird. Jain bezeichnete 5 Gigawatt Rechenzentrumskapazität als konservatives Szenario und nicht als bestätigte Projektpipeline. Seinen Angaben zufolge wird der damit verbundene Bedarf an Ökostrom unterschätzt.

Sein beispielhaftes Modell für ein KI-Rechenzentrum mit 1 Gigawatt Kapazität und einem Anteil erneuerbarer Energien von 75 % kombiniert Solar- und Windenergie mit Energiespeicherung. Die Zahlen unterscheiden zwischen Erzeugungskapazität, gemessen in Gigawatt, und gespeicherter Energie, gemessen in Gigawattstunden; keine der beiden Größen ist mit der Rechenleistung eines Rechenzentrums gleichzusetzen.

Die Energieberatung Wood Mackenzie erwartet, dass Indiens Rechenzentrumskapazität bis 2030 auf 12 Gigawatt steigt und die speziell für KI vorgesehene Kapazität um fast das 24-Fache auf 6,5 Gigawatt wächst. Dabei handelt es sich um Prognosen, nicht um bereits in Betrieb befindliche Anlagen.

PositionDetails
Beispielhaftes Rechenzentrum1 GW KI-Rechenzentrumskapazität; Jains Szenario, kein angekündigtes Projekt
Anteil erneuerbarer Energien75 % im beispielhaften Stromversorgungsmodell
SolarstromerzeugungRund 3 GW Kapazität
WindstromerzeugungRund 3 GW Kapazität
EnergiespeicherungRund 3 GWh Speicherkapazität
Investitionen auf der Seite der erneuerbaren EnergienRund 40.000 Crore Rupien, Schätzung von Jain

CleanMax baut das Angebot für Technologiekunden aus

Das von Brookfield unterstützte Unternehmen CleanMax baut jährlich rund 1,5 Gigawatt Solar- und Windkapazität aus, sagte Jain. Die jährlichen Investitionen belaufen sich auf bis zu 9.000 Crore Rupien. Ein umfassenderer Ausbau von Rechenzentren würde Milliarden Dollar an Investitionen in erneuerbare Stromerzeugung und Speicher erfordern, fügte er hinzu.

Das Unternehmen hat nach Jains Angaben Vereinbarungen über 1,8 Gigawatt mit großen Technologiekunden wie Meta, Google, Apple und Amazon abgeschlossen. Diese Verträge bilden eine bestehende kommerzielle Grundlage für den Ausbau; die vertraglich vereinbarte Kapazität ist jedoch nicht mit bereits in Betrieb genommenen Anlagen gleichzusetzen.

Flexible Verträge trennen Strom von Umweltattributen

Jain zufolge bevorzugen große Technologieunternehmen zunehmend Verträge, die entweder eine physische Stromlieferung oder den Erwerb der Umweltattribute eines Projekts für erneuerbare Energien ermöglichen. Bei der von ihm beschriebenen alternativen Vereinbarung verkauft CleanMax den Strom über Börsen, und der Kunde gleicht die Differenz zwischen dem vereinbarten Tarif und dem an der Börse erzielten Erlös aus.

Die im Juni 2026 bekannt gegebene Partnerschaft zwischen Meta und CleanMax veranschaulicht das Modell mit Umweltattributen. Die Unternehmen kündigten neue Solar- und Windprojekte mit einer Kapazität von 837 Megawatt in Rajasthan und Karnataka an; Meta erwirbt sämtliche Umweltattribute dieser Projekte. Einschließlich zuvor angekündigter Projekte umfasst die Partnerschaft mehr als 900 Megawatt erneuerbare Kapazität.

Diese Unterscheidung ist wichtig: Der Erwerb von Umweltattributen kann die Ziele eines Unternehmens zur Zuordnung erneuerbarer Energien unterstützen, ohne dass der damit erzeugte Strom direkt an dessen Rechenzentren geliefert werden muss.

Fazit

Die Investitionsmöglichkeit hängt davon ab, ob Pläne für Rechenzentren und Verträge über erneuerbare Energien in betriebsbereite Infrastruktur umgesetzt werden. Die laufenden Kapazitätserweiterungen von CleanMax und die angekündigten Meta-Projekte sind konkrete Entwicklungen, die neben den längerfristigen Nachfrageprognosen zu beobachten sind.

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