Die Goldpreise gaben am 23. Oktober 2026 leicht nach und steuerten auf ihren stärksten Wochenrückgang seit Juni zu, da erhöhte Ölpreise die Sorgen verstärkten, dass die US-Zinsen länger auf einem höheren Niveau bleiben würden. Der Spotgoldpreis lag um 03:51 GMT 0,2 % niedriger bei 4.016,27 US-Dollar je Unze. Damit belief sich der Wochenverlust bislang auf 3,5 %.
Wichtige Erkenntnisse
- Gold erreichte den niedrigsten Stand seit dem 20. Juli, bevor es einen Teil der Verluste vom Freitag wettmachte.
- Der Anstieg des Ölpreises um rund 4 % am Donnerstag verschärfte die Inflations- und Zinssorgen.
- Die Fed-Sitzung am 27. und 28. Oktober sowie die bevorstehenden PCE-Inflationsdaten sind die nächsten geldpolitischen Prüfsteine.
Inhaltsverzeichnis
- Goldpreise nähern sich der Marke von 4.000 US-Dollar
- Der Ölpreisanstieg erschwert den Ausblick für Edelmetalle
- Fed-Sitzung und Inflationsdaten rücken in den Fokus
- Fazit
Goldpreise nähern sich der Marke von 4.000 US-Dollar
Der Rückgang am Freitag ließ den Goldpreis nahe an die Marke von 4.000 US-Dollar je Unze heranrücken. Monte Safieddine, Leiter der Marktforschung bei Capital.com, erklärte, Spekulanten versuchten, diese Marke zu verteidigen.
Seiner Einschätzung nach würde ein deutlicher Durchbruch unter diese Schwelle auf eine Abkehr von Erwartungen einer Zinserleichterung hin zu Sorgen über anhaltende Inflation, erhöhte Renditen und einen stärkeren Dollar hindeuten. Dies ist eine Interpretation der Marktpositionierung und kein bestätigtes Ergebnis.
Der Wochenverlust war am frühen Freitag noch vorläufig. Gold hatte sich leicht von seinem Tagestief erholt, steuerte aber weiterhin auf die schwächste Woche seit mehr als vier Monaten zu.
| Position | Details |
|---|---|
| US-Gold-Futures mit Fälligkeit im Dezember | 4.030,40 US-Dollar je Unze; minus 0,7 %. |
| Spot-Silber | 53,98 US-Dollar je Unze; minus 1 %. |
| Spot-Platin | 1.568,58 US-Dollar je Unze; minus 0,1 %. |
| Spot-Palladium | 1.054,50 US-Dollar je Unze; kaum verändert. |
Der Ölpreisanstieg erschwert den Ausblick für Edelmetalle
Die Ölpreise stiegen am 22. Oktober um etwa 4 % auf ein Fünfmonatshoch, nachdem Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien Sorgen über weitere Störungen der Energieversorgung ausgelöst hatten.
Höhere Energiekosten können den Inflationsdruck verstärken und den Spielraum für Zinssenkungen verringern. Bei Gold, das keine Zinsen abwirft, erhöhen dauerhaft höhere Zinsen die Opportunitätskosten des Haltens des Metalls gegenüber verzinslichen Vermögenswerten.
Safieddine warnte, eine weitere geopolitische Eskalation könnte die Ölpreise in die Höhe treiben, die Inflationssorgen wiederbeleben und eine Lockerung der Geldpolitik durch die Fed verzögern. Seine Äußerungen beschreiben ein Risiko für Gold und sind keine Prognose einer bestimmten Preisbewegung.
Fed-Sitzung und Inflationsdaten rücken in den Fokus
Der Sitzungskalender der Federal Reserve nennt den 27. und 28. Oktober 2026 als Termin für die nächste Sitzung. Händler gingen überwiegend davon aus, dass die Zinsen bei dieser Sitzung unverändert bleiben würden. Die Markterwartungen bezifferten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember auf etwa 80 %. Diese Erwartungen stellen keine Zusage der Entscheidungsträger dar.
Anleger warteten zudem auf die in der folgenden Woche anstehenden Inflationsdaten zu den persönlichen Konsumausgaben. Der PCE-Preisindex ist die Kennzahl, auf der das längerfristige Inflationsziel der Fed von 2 % beruht.
Die Schwäche beschränkte sich nicht auf Gold: Auch Silber, Platin und Palladium steuerten auf Wochenverluste zu. Die nachstehenden Kurse vom frühen Freitag zeigen ihre Tagesentwicklung zusammen mit den Gold-Futures mit Fälligkeit im Dezember.
Fazit
Das Wochenergebnis von Gold war im frühen Handel am Freitag noch offen. Als nächstes steht die Fed-Sitzung am 27. und 28. Oktober an. Anleger werden dabei auf Hinweise dazu achten, wie die Entscheidungsträger die Inflationsrisiken bewerten.
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