Die Yen-Rally brachte Japans Währung am 23. Oktober 2026 auf den höchsten Stand seit mehr als einem Monat, da Sorgen über Ausgaben für künstliche Intelligenz die Nachfrage nach sichereren Anlagen erhöhten. Der Yen legte um 0,3 % auf 156,28 je Dollar zu, während die Renditen von US-Staatsanleihen nahe einem Einmonatstief verharrten und der Dollar nahe seinem schwächsten Stand seit fast drei Wochen gehandelt wurde.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Yen steuerte auf einen Wochengewinn von 1 % zu – den stärksten Wochenanstieg seit Anfang September.
- Brent-Rohöl überschritt die Marke von 114 Dollar je Barrel. Anleger mussten daher Wachstumssorgen gegen die von den Energiepreisen ausgehenden Inflationsrisiken abwägen.
- Japans Kerninflation lag im September über dem Zielwert der Bank of Japan von 2 % – eine Woche vor deren geldpolitischer Sitzung.
Inhaltsverzeichnis
- Yen-Rally geht mit einem Rückgang der Treasury-Renditen einher
- Öl- und Haushaltsrisiken bringen unterschiedlichen Währungen Vorteile
- Japans Inflation rückt den geldpolitischen Ausblick in den Fokus
- Fazit
Yen-Rally geht mit einem Rückgang der Treasury-Renditen einher
Die Währungsbewegungen am Freitag folgten auf einen Ausverkauf an den Aktienmärkten am 22. Oktober, als Anleger die Nachhaltigkeit des Investitionsbooms im Bereich KI infrage stellten. Der Yen hatte an diesem Tag seinen stärksten Tagesgewinn seit fast einem Monat verzeichnet, während Käufe von US-Staatsanleihen die Renditen kräftig nach unten drückten.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag bei 4,953 % und damit nahe einem Einmonatstief. Der Dollarindex notierte bei 101,52, nachdem er am Donnerstag 101,44 erreicht hatte – den niedrigsten Stand seit Anfang Oktober.
Die Erläuterung von ICE zum Sechs-Währungen-Korb des Dollarindex zeigt, wie die Benchmark den Dollar gegenüber einer Gruppe von Währungen mit festen Gewichtungen misst. Damit ist er ein umfassenderer Indikator als der Wechselkurs zwischen Dollar und Yen, auch wenn sich beide nicht zwingend im gleichen Umfang bewegen müssen.
Analysten von ING warnten, dass die Anleihenrally möglicherweise nicht von Dauer sein werde. Sie erwarteten, dass die Rendite zehnjähriger Anleihen schließlich wieder über 5 % steigen werde, und verwiesen dabei auf Inflation, Haushaltsdefizite und Trends bei KI-Investitionen. Zugleich verringerte das risikoaverse Umfeld den Druck auf die Federal Reserve, in der folgenden Woche die Zinsen anzuheben.
| Position | Details |
|---|---|
| Kanadischer Dollar | Plus 0,1 % und stärker als 1,40 kanadische Dollar je US-Dollar – der festeste Stand seit einem Monat. |
| Schweizer Franken | Unverändert bei 0,8199 je US-Dollar und nahe seinem stärksten Stand seit einem Monat. |
| Offshore-Yuan | Kaum verändert bei 6,6715 je US-Dollar und auf dem höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. |
| Euro | Weitgehend unverändert bei 1,122 Dollar. |
| Australischer Dollar | Unverändert bei 0,7016 Dollar. |
| Neuseeland-Dollar | Plus 0,1 % auf 0,5687 Dollar. |
Öl- und Haushaltsrisiken bringen unterschiedlichen Währungen Vorteile
Die Brent-Rohöl-Futures stiegen über 114 Dollar je Barrel, nachdem sie in der vorherigen Sitzung um 4 % zugelegt hatten. Angriffe der Huthi in Saudi-Arabien hatten die Sorgen über weitere Störungen der regionalen Energieversorgung verstärkt.
Der gleichzeitige Anstieg der Ölpreise und Rückgang der Treasury-Renditen verdeutlichte die gegensätzlichen Kräfte: Höhere Energiekosten schürten Inflationsrisiken, während Zweifel an den KI-Ausgaben die Wachstumserwartungen und die Risikobereitschaft belasteten.
Analysten der OCBC unterschieden diese Risiken, statt alle defensiven Währungen gleichzusetzen. Ihrer Einschätzung nach begünstigten KI-Sorgen den Yen, höhere Ölpreise stützten den kanadischen Dollar und die norwegische Krone, und die französischen Haushaltsprobleme kamen dem Schweizer Franken zugute.
Sorgen über Frankreichs Fähigkeit, seine Schuldenlast zu bewältigen, hatten außerdem französische Staatsanleihen belastet und den Euro unter Druck gesetzt, der am Freitag weitgehend unverändert notierte.
Japans Inflation rückt den geldpolitischen Ausblick in den Fokus
Am 23. Oktober veröffentlichte Daten aus Japan zeigten, dass die jährliche Kerninflation der Verbraucherpreise im September erstmals seit neun Monaten über 2 % lag. Der Wert lieferte weitere Belege für einen breiter werdenden Preisdruck – eine Woche vor der geldpolitischen Sitzung der Bank of Japan.
Die meisten befragten Ökonomen erwarteten, dass die Bank die Zinsen bei dieser Sitzung unverändert lassen und im Dezember eine Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt vornehmen werde. Dabei handelte es sich um Erwartungen, nicht um angekündigte Entscheidungen.
Auch von der Europäischen Zentralbank wurde erwartet, ihren Leitzins in der folgenden Woche unverändert bei 2,5 % zu belassen.
Fazit
Im Mittelpunkt standen die für die folgende Woche angesetzten Zentralbanksitzungen, insbesondere die Entscheidung der Bank of Japan nach der Inflationsrate für September. Der Yen hatte seine Gewinne ausgebaut, doch die Erwartung einer Zinserhöhung im Dezember blieb eine Prognose und war keine geldpolitische Zusage.
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