Französische Anleihen erholten sich am Montag, dem 26. Oktober 2026, nachdem Moody’s Frankreichs staatliche Bonitätsbewertung Aa3 beibehalten und damit nach einem starken Ausverkauf für Erleichterung gesorgt hatte. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen des Landes sank um 4,5 Basispunkte, während sich der Renditeaufschlag gegenüber Deutschland vor den später in der Woche anstehenden Entscheidungen der Zentralbanken verringerte.
Die wichtigsten Punkte
- Moody’s behielt Frankreichs Bewertung Aa3 bei. Die Einschätzung geht von einem haushaltspolitischen Kurs aus, der 2027 das Defizit verringert.
- Die Rendite zehnjähriger französischer Anleihen sank, nachdem sie am vorherigen Donnerstag den höchsten Stand seit Juni 2002 erreicht hatte.
- Die Entscheidung der EZB am 29. Oktober ist das nächste wichtige geldpolitische Ereignis in der Eurozone; es wird erwartet, dass die Zinsen unverändert bleiben.
Inhaltsverzeichnis
- Französische Anleihen machen nach einer schwierigen Woche Boden gut
- Entlastung durch die Bewertung hängt von den Haushaltsaussichten ab
- EZB-Entscheidung lenkt den Blick auf geldpolitische Signale
- Fazit
Französische Anleihen machen nach einer schwierigen Woche Boden gut
Die Erholung folgte auf Moody’s Entscheidung vom späten Freitag, dem 23. Oktober, die staatliche Bonitätsbewertung Frankreichs unverändert zu lassen. Bei den Protesten am Wochenende blieb es zudem weitgehend ruhig, anders als bei den Unruhen in der Vorwoche. Ein leichter Rückgang der Ölpreise stützte außerdem die Anleihen der Eurozone.
Die Benchmark-Rendite der zehnjährigen französischen OAT hatte am Donnerstag, dem 22. Oktober, 5,1415 % erreicht – den höchsten Stand seit Juni 2002. Da sich Anleihekurse gegenläufig zu den Renditen bewegen, bedeutete der Rückgang am Montag eine teilweise Kurserholung und keine Rückkehr zu den Bedingungen vor dem Ausverkauf.
Der Renditeabstand zwischen zehnjährigen französischen und deutschen Anleihen verringerte sich um fünf Basispunkte, nachdem er in der Vorwoche den höchsten Stand seit 2011 erreicht hatte. Dieser Abstand misst die zusätzliche Rendite, die Anleger für französische Schuldtitel gegenüber deutschen Benchmark-Staatsanleihen verlangen.
| Kennzahl | Angaben |
|---|---|
| Rendite französischer zehnjähriger OAT | 4,976 %, am 26. Oktober um 4,5 Basispunkte gesunken. |
| Renditeabstand zwischen zehnjährigen französischen und deutschen Anleihen | 161 Basispunkte, um fünf Basispunkte geringer. |
| Rendite zehnjähriger deutscher Anleihen | 3,357 %, um 1,5 Basispunkte gestiegen. |
| Rendite zweijähriger deutscher Anleihen | 3,049 %, um zwei Basispunkte gestiegen. |
Entlastung durch die Bewertung hängt von den Haushaltsaussichten ab
Moody’s erklärte, die Bewertung Aa3 gehe von einem haushaltspolitischen Kurs aus, der 2027 das Defizit verringert, sowie von einer gewissen Entspannung bei den Finanzierungskosten und den sozialen Spannungen in den kommenden Monaten. Dabei handelt es sich um Annahmen, auf denen die Bewertung beruht, nicht um bereits erzielte Verbesserungen der französischen Staatsfinanzen.
Ein zersplittertes Parlament erschwert die Bemühungen, die öffentlichen Finanzen zu stärken, während sich die politischen Kräfte bereits im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2027 positionieren.
Rainer Guntermann, Zinsstratege bei der Commerzbank, sagte, die unveränderte Bewertung könne für OATs weitere Entlastung bringen. Seine Einschätzung lässt Spielraum für eine Fortsetzung der Erholung, belegt jedoch nicht, dass die Haushaltsprobleme, die dem vorherigen Ausverkauf zugrunde lagen, überwunden sind.
EZB-Entscheidung lenkt den Blick auf geldpolitische Signale
Der Zeitplan der geldpolitischen Sitzungen der EZB sieht den Abschluss ihrer nächsten Sitzung am Donnerstag, dem 29. Oktober, mit anschließender Pressekonferenz vor. Es wird erwartet, dass die Zentralbank ihren Einlagensatz unverändert lässt; dies ist weiterhin eine Erwartung und keine angekündigte Entscheidung.
Im Mittelpunkt stehen die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage durch Präsidentin Christine Lagarde und mögliche Äußerungen zu den steigenden Kreditkosten in Frankreich und anderen hoch verschuldeten Ländern der Eurozone. Guntermann sagte, die vorübergehende Entlastung an den Märkten könne bis zur Entscheidung anhalten.
Die deutschen Renditen stiegen am Montag, nachdem deutsche Staatsanleihen in der Vorwoche von der Nachfrage nach sichereren Anlagen profitiert hatten. Eine Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve steht ebenfalls später in der Woche an.
Fazit
Die französischen Anleihen erhielten durch die Bestätigung der Bewertung etwas Luft, doch die haushaltspolitischen Annahmen von Moody’s bleiben wichtig. Der nächste bestätigte geldpolitische Termin in der Eurozone ist die Entscheidung der EZB am 29. Oktober mit anschließender Pressekonferenz.
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