Am 25. Oktober 2026 versammelten sich mehrere Tausend Menschen in Prag zu einer Demonstration gegen einen tschechischen Vorschlag zur Medienfinanzierung, der die Rundfunkgebühren für öffentliches Fernsehen und Radio durch direkte Zuweisungen aus dem Staatshaushalt ersetzen würde.
Die wichtigsten Punkte
- Die vorgeschlagene Reform würde die Budgets der öffentlich-rechtlichen Sender um rund 15 % kürzen.
- Die Regierungskoalition erklärt, die Finanzierung werde gesetzlich geschützt, während Kritiker vor einer Bedrohung der redaktionellen Unabhängigkeit warnen.
Was sich durch den Gesetzentwurf zur tschechischen Medienfinanzierung ändern würde
Das Unterhaus des Parlaments stimmte am 24. Oktober dafür, das Gesetzgebungsverfahren zu beschleunigen. Bevor der Gesetzentwurf Gesetz werden kann, muss er noch das Oberhaus passieren. Die Opposition hat angekündigt, die Pläne vor dem Verfassungsgericht anzufechten.
Die von Ministerpräsident Andrej Babis geführte Koalition, der zwei rechtsextreme Parteien angehören, erklärt, die öffentlich-rechtlichen Sender müssten Einsparungen vornehmen. Der Ersatz der Rundfunkgebühren durch staatliche Zuweisungen würde sowohl die Art der Finanzierung der Sender ändern als auch ihre Budgets verringern.
Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit
Demonstranten auf dem Altstädter Ring in Prag warfen der Regierung vor, die Pressefreiheit zu bedrohen. Die Europäische Rundfunkunion, die Europäische Journalisten-Föderation, Reporter ohne Grenzen und das International Press Institute gehören zu den Organisationen, die die Pläne kritisiert haben.
Babis erklärte am 24. Oktober, niemand wolle sich in das Programm oder die Berichterstattung einmischen. Die Finanzierung werde gesetzlich als verpflichtende Ausgabe garantiert, sagte er. Dadurch werde verhindert, dass Regierungen sie aufgrund ihrer Ansichten zur Berichterstattung willkürlich kürzen könnten.
Präsident Petr Pavel bezeichnete die öffentlich-rechtlichen Medien als grundlegende Säulen der Demokratie und warnte vor übereilten, unumkehrbaren Schritten.
Nächster Meilenstein
Für den 15. November 2026 ist in Prag eine größere Demonstration geplant.
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