Die Proteste in Frankreich gegen die Lebenshaltungskosten und Ungleichheit schlugen am 24. Oktober 2026 das zweite Wochenende in Folge in Gewalt um, als es in Paris und anderen Städten zu Zusammenstößen kam. Nach Angaben des Innenministeriums beteiligten sich landesweit 410.000 Menschen.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die Gewerkschaft CGT bezifferte die landesweite Teilnehmerzahl auf rund 800.000, darunter 250.000 in Paris.
- Die Demonstrationen begannen im September mit Beschwerden von Schülern über die Bedingungen an ihren Schulen und entwickelten sich zu einer breiter angelegten Bewegung.
- Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen schloss am 23. Oktober bei rund 5,03 %, nachdem sie erstmals seit 2002 über 5 % gestiegen war.
Proteste in Frankreich breiten sich auf Großstädte aus
Nach den Unruhen am vorherigen Wochenende, bei denen Randalierer das historische Rathaus in Limoges in Brand setzten und Plünderer in Lyon Supermärkte und Luxusgeschäfte verwüsteten, hatten die Behörden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Die Gewalt am 24. Oktober war weniger heftig als eine Woche zuvor.
In Paris setzte die Bereitschaftspolizei Tränengas und Wasserwerfer gegen etwa 500 vermummte Jugendliche ein, die Steine auf Beamte warfen, so ein Sicherheitsbeamter. In Marseille blockierten Jugendliche eine Straße mit Metallplatten, setzten Mülltonnen in Brand und warfen Steine und Flaschen auf die Polizei. Die Polizei teilte mit, dass Plünderer zwei Juweliergeschäfte überfallen hätten.
Auch in Lyon, Bordeaux und Grenoble kam es zu Zusammenstößen. In Clermont-Ferrand, Lille, Nantes und Nizza setzte die Polizei Tränengas gegen Demonstranten ein.
Von den Bedingungen an Schulen zu den Lebenshaltungskosten
Die Demonstrationen begannen im September, nachdem Gymnasiasten in den Pariser Vororten Bedenken wegen Lehrermangels und unzureichender Ausstattung geäußert hatten. Inzwischen haben sie sich zu landesweiten Protesten entwickelt, bei denen es auch um Lebenshaltungskosten und Ungleichheit geht.
Das Innenministerium und die CGT nannten für den 24. Oktober unterschiedliche Schätzungen zur Teilnehmerzahl. Das Ministerium meldete landesweit 410.000 Teilnehmer, während die Gewerkschaft von rund 800.000 ausging, darunter 250.000 in Paris.
Kreditkosten steigen
Die wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten Frankreichs haben die Kreditkosten der Regierung erhöht. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen stieg im Laufe der Woche erstmals seit 2002 über 5 % und schloss am Freitag, dem 23. Oktober, bei rund 5,03 %.
Einige Anleger befürchten, dass sich die Schuldenprobleme Frankreichs auf den Rest der Eurozone ausweiten könnten.
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