Indien und Russland planen, 2027 eine Pilotfahrt zwischen ihren Häfen über die Nördliche Seeroute durchzuführen. Die Länder prüfen damit die arktische Passage für den Transport von Waren und Kohlenwasserstoffen.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Eine bilaterale Arbeitsgruppe einigte sich bei ihrer Sitzung im August 2026 darauf, die Fahrt zu organisieren.
- Die 5.600 Kilometer lange Route wird von Russlands Rosatom betrieben und erfordert für eine sichere Navigation den Einsatz von Eisbrechern.
- Die Pilotfahrt ist geplant, ein konkreter Abfahrtstermin und die Häfen wurden jedoch nicht bekannt gegeben.
Fahrt auf der Nördlichen Seeroute nimmt Gestalt an
Kirill Komarow, erster stellvertretender Generaldirektor für Unternehmensentwicklung und internationales Geschäft bei Rosatom, sagte, indische Partner hätten „starkes Interesse“ an der Route gezeigt. Die Pilotfahrt wurde bei einer Sitzung der Arbeitsgruppe am 13. August 2026 im russischen Archangelsk vereinbart.
Die Arbeitsgruppe wurde 2024 im Rahmen der Indisch-Russischen Regierungskommission eingerichtet und ist bislang dreimal zusammengetreten. Die geplante Fahrt soll im 80. Jahr der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern stattfinden.
Eine kürzere arktische Passage
Die Nördliche Seeroute verläuft von der Karastraße bis zum Kap Deschnjow in der Beringstraße. Ein Bericht des Oxford Institute of Energy Studies aus dem Jahr 2021 bezeichnete sie als Abkürzung zwischen Europa und Asien im Vergleich zur Route durch den Suezkanal und den Indischen Ozean.
Der Arktische Ozean ist die meiste Zeit des Jahres von Eis bedeckt, weshalb Eisbrecher für eine sichere Navigation erforderlich sind. Rosatom betreibt die Infrastruktur der Route seit 2018 und ist unter anderem für Navigationsunterstützung, maritime Sicherheit und den Schifffahrtsbetrieb zuständig. Die Tochtergesellschaft Atomflot betreibt die russische Flotte nuklearbetriebener Eisbrecher.
Indien und Russland haben ihren Handel mit Rohöl, Flüssigerdgas, Düngemitteln und kritischen Mineralien ausgeweitet. Die geplante Fahrt ist ein erster praktischer Schritt zur Nutzung der Route; sie hat bislang noch nicht stattgefunden.
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