Die EZB-Leitzinsen blieben am 29. Oktober 2026 unverändert; der Einlagensatz wurde trotz eines Dreijahreshochs der Inflation in der Eurozone bei 2,5 % belassen. Die Entscheidung folgte auf eine Anhebung um einen Viertelprozentpunkt im September und entsprach den Markterwartungen.

Die wichtigsten Punkte

  • Die EZB erklärte, dass höhere Energiepreise das Risiko einer beschleunigten Inflation und eines schwächeren Wachstums bergen.
  • Die Gesamtinflation in der Eurozone erreichte im September 3,8 %, während die Energiepreisinflation bei 18,8 % lag.
  • Die Zentralbank erklärte, sie lege sich nicht auf einen bestimmten künftigen Zinspfad fest.

EZB-Leitzinsen bleiben unverändert

Der EZB-Rat beließ alle drei seiner Leitzinsen unverändert. Sein geldpolitischer Beschluss vom Oktober beließ den Einlagensatz bei 2,50 %, den Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 % und den Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90 %.

Die Zinspause folgte auf eine Anhebung um 25 Basispunkte im September. Die EZB erhöhte die Zinsen außerdem im Juni – die erste Anhebung seit 2023 –, als der Preisdruck bei Energie nach dem Ausbruch des US-israelischen Kriegs mit dem Iran im Februar erneut zunahm.

PostenDetails
Einlagefazilität2,50 %
Hauptrefinanzierungsgeschäfte2,65 %
Spitzenrefinanzierungsfazilität2,90 %

Energiekosten erschweren den Ausblick

Die EZB erklärte, die Energiepreise seien weiter gestiegen und hätten dadurch Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wachstum geschaffen. Die zugrunde liegende Inflation sei weitgehend stabil geblieben, und die Löhne hätten zu diesem Zeitpunkt keine nennenswerte Reaktion gezeigt.

Die Gesamtinflation im September war so hoch wie seit September 2023 nicht mehr. Die EZB erklärte, die Finanzierungsbedingungen hätten sich seit ihrer vorangegangenen Sitzung verschärft – eine Entwicklung, die wahrscheinlich sowohl die Inflation als auch das Wachstum belasten werde.

Worauf Entscheidungsträger und Analysten achten

Die EZB erklärte, sie werde ihre Geldpolitik von Sitzung zu Sitzung auf Grundlage der jeweils eingehenden Daten festlegen und habe sich nicht im Voraus auf einen Zinspfad festgelegt. Ihr mittelfristiges Inflationsziel liegt bei 2 %.

Mark Wall, Chefvolkswirt für Europa bei der Deutschen Bank, sagte, er rechne mit einer weiteren Anhebung auf 2,75 % im Dezember. Dies ist die Prognose eines Volkswirts und kein Beschluss der EZB. Wall verwies zudem auf die Unsicherheit im Zusammenhang mit Christine Lagardes angekündigtem Ausscheiden als EZB-Präsidentin.

Nächster Meilenstein

Die EZB setzte für den 29. Oktober um 14:45 Uhr MEZ eine Pressekonferenz an, um die Entscheidung zu erläutern.

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