Das philippinische Wirtschaftswachstum steht angesichts von Inflation, schwachen privaten Investitionen und finanziell verletzlichen Haushalten unter Druck, erklärten Ökonomen bei einem Forum am 29. Oktober 2026. Sie forderten Reformen und höhere Investitionen, um das längerfristige Wachstum zu stützen.

Wichtige Erkenntnisse

  • Das Wachstum des privaten Konsums verlangsamte sich in den ersten beiden Quartalen 2026 im Vergleich zu den entsprechenden Quartalen 2025.
  • Ein Ökonom warnte, dass die Schwäche des Peso die Inflation im Oktober und November nahe an 8 % treiben könnte.
  • Die Redner forderten stärkere private Investitionen, die Schaffung formeller Arbeitsplätze und Reformen zur Verbesserung des Geschäftsklimas.

Philippinisches Wirtschaftswachstum und Belastungen für die Haushalte

Robert Dan Roces, Ökonom und Vizepräsident bei SM Investments, sagte, höhere Verbraucherausgaben spiegelten Einkommenszuwächse wider, bedeuteten aber nicht zwangsläufig, dass die Haushalte finanziell abgesichert seien. Seinen Angaben zufolge stiegen die Ausgaben zwischen 2023 und 2025 in allen Einkommensgruppen der Familien schneller als die Einkommen.

Roces zufolge lagen etwa sechs von zehn Filipinos oberhalb der Armutsgrenze, waren aber noch nicht finanziell abgesichert und daher Schocks wie höheren Lebensmittel- und Kraftstoffpreisen, Arbeitsplatzverlusten und medizinischen Ausgaben ausgesetzt.

Das Wachstum des privaten Konsums verlangsamte sich Roces zufolge im ersten Quartal 2026 auf 3 % und im zweiten Quartal auf 2,8 %, nach 5,2 % beziehungsweise 4,1 % in den entsprechenden Quartalen 2025. Er forderte mehr formelle Arbeitsplätze, eine stärkere finanzielle Widerstandsfähigkeit der Haushalte und erschwingliche Preise.

Schwäche des Peso und Inflation

Emilio Neri Jr., Chefökonom der Bank of the Philippine Islands, warnte, dass die Abwertung des Peso die Inflation im Oktober und November 2026 nahe an 8 % treiben könnte. Er verwies darauf, dass der Peso zeitweise bei 64 je US-Dollar gelegen habe, und erwartete zugleich, dass die Inflation schließlich nachlassen werde, sofern sich die globalen Ölpreise normalisierten.

Neri nannte außerdem Gesundheitswesen, Energie, Elektronik, Fertigung und Bildung als mögliche Quellen wirtschaftlicher Aktivität. Er verwies auf die anhaltende Kreditvergabe der Banken an den Energiesektor und geplante Investitionen in die Fertigung, unter anderem in Komponenten für Elektrofahrzeuge.

Investitionen und Reformen

Nicholas Mapa, Chefökonom der Metrobank, sagte, die privaten Investitionen hätten noch nicht wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht, was die Produktionskapazität einschränke. Zudem stellte er infrage, ob höhere Zinssätze die durch Angebotsschocks wie Lebensmittel- und Energiepreise verursachte Inflation vollständig bekämpfen könnten.

Michael Ricafort, Chefökonom der Rizal Commercial Banking, forderte Wirtschaftsreformen, Haushaltsdisziplin und Transparenz. Die Weltbank betonte in ihrer im August veröffentlichten Einschätzung des Status der Philippinen als Land mit oberem mittlerem Einkommen ebenfalls die Bedeutung von Reformen zur Förderung eines inklusiven Wachstums und besserer Arbeitsplätze.

Weitere Nachrichten lesen

Weitere Nachrichten von FinanceVelix

Haftungsausschluss

Dieser Artikel von FinanceVelix enthält allgemeine Informationen und stellt keine persönliche Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Marktpreise, Zinssätze und wirtschaftliche Bedingungen können sich ändern; Anlagen sind mit Verlustrisiken verbunden. Die Angaben entsprechen dem zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren Informationsstand und können sich ändern. Prüfen Sie wichtige Informationen eigenständig und wenden Sie sich bei Bedarf an eine qualifizierte Fachperson. Die Erwähnung eines Vermögenswerts, eines Unternehmens oder einer Dienstleistung stellt keine Empfehlung dar.