Die Rogers-Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 zeigten einen Anstieg des Free Cashflows um 65 % auf 1,37 Mrd. C$ bei sinkenden Investitionsausgaben, während die Serviceumsätze und das bereinigte EBITDA jeweils um 1 % zulegten. Das kanadische Telekommunikations- und Medienunternehmen bekräftigte am 23. Oktober seinen Jahresausblick und erklärte, nach dem Abschluss der Übernahme des vollständigen Eigentums an Maple Leaf Sports & Entertainment den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an seinem Sportportfolio anzustreben.
Wichtige Erkenntnisse
- Die geringeren Investitionsausgaben trugen dazu bei, dass der vierteljährliche Free Cashflow deutlich stärker stieg als das operative Ergebnis.
- Die Margen im Mobilfunk- und Kabelgeschäft verbesserten sich, das bereinigte verwässerte Ergebnis je Aktie sank jedoch um 6 %.
- Rogers plant, bis zum ersten Halbjahr 2027 eine Minderheitsbeteiligung an seinen konsolidierten Sportanlagen zu verkaufen, um Schulden zurückzuzahlen.
Inhaltsverzeichnis
- Rogers-Ergebnisse zeigen stärkere Cashflow-Generierung
- Gewinnvergleich durch MLSE-Effekt des Vorjahres geprägt
- Telekommunikationsmargen steigen, während Media das Umsatzwachstum anführt
- Ausbau des Sportbesitzes vor geplanter Schuldentilgung
- Fazit
Rogers-Ergebnisse zeigen stärkere Cashflow-Generierung
Die Ergebnisbekanntgabe von Rogers für das dritte Quartal 2026 umfasst die ungeprüfte finanzielle und operative Entwicklung in den drei Monaten bis zum 30. September 2026. Der Gesamtumsatz stieg um 2 % auf 5,443 Mrd. C$, wobei die Serviceumsätze 4,780 Mrd. C$ erreichten und das bereinigte EBITDA auf 2,535 Mrd. C$ zunahm.
Die Cashflow-Generierung verbesserte sich deutlich stärker als diese operativen Kennzahlen. Die Investitionsausgaben beliefen sich auf 524 Mio. C$, und die Investitionsintensität sank um 840 Basispunkte auf 9,6 %. Der Free Cashflow stieg von 829 Mio. C$ im Vorjahreszeitraum auf 1,370 Mrd. C$. Dazu trugen geringere Investitionsausgaben, ein höheres bereinigtes EBITDA und niedrigere gezahlte Ertragsteuern bei; Ausschüttungen an nicht beherrschende Anteile wirkten dem teilweise entgegen.
Der Free Cashflow seit Jahresbeginn erreichte 3,128 Mrd. C$, ein Plus von 34 %. Diese Unterscheidung ist wichtig: Die deutliche Verbesserung des Cashflows ging nicht mit einer vergleichbaren Beschleunigung der Serviceumsätze oder des operativen Ergebnisses einher.
| Position | Details |
|---|---|
| Nettozugänge bei Mobilfunkkunden | 17.000 im dritten Quartal 2026. |
| Durchschnittlicher Umsatz je Mobilfunkkunde | 55,22 C$ im dritten Quartal 2026. |
| Abwanderungsquote bei Mobilfunk-Vertragskunden | 1,03 % im dritten Quartal 2026. |
| Nettozugänge bei privaten Internetkunden | 10.000 im dritten Quartal 2026. |
| Dividende für Aktionäre | Am 22. Oktober 2026 wurde eine Dividende von 0,50 C$ je Aktie beschlossen. |
Gewinnvergleich durch MLSE-Effekt des Vorjahres geprägt
Der Nettogewinn sank um 91 % auf 495 Mio. C$ gegenüber 5,768 Mrd. C$. Der Vergleich wurde stark durch einen nicht zahlungswirksamen Gewinn von 5 Mrd. C$ beeinflusst, der ein Jahr zuvor verbucht worden war, als Rogers seine bestehende Beteiligung von 37,5 % an MLSE zum beizulegenden Zeitwert neu bewertete. Im Vorjahresquartal war außerdem ein Gewinn von 151 Mio. C$ aus der Rückzahlung langfristiger Schulden enthalten.
Der bereinigte Nettogewinn ging um 3 % auf 701 Mio. C$ zurück, vor allem weil höhere Finanzierungskosten den Anstieg des bereinigten EBITDA überwogen. Das bereinigte verwässerte Ergebnis je Aktie, das den Aktionären von Rogers zuzurechnen ist, sank von 1,37 C$ auf 1,29 C$.
Bereinigter Gewinn, Free Cashflow und Verschuldungskennzahlen sind nach IFRS nicht standardisiert und möglicherweise nicht mit ähnlich bezeichneten Kennzahlen anderer Unternehmen vergleichbar.
Telekommunikationsmargen steigen, während Media das Umsatzwachstum anführt
Die Serviceumsätze im Mobilfunk sanken um 1 % auf rund 2,0 Mrd. C$. Rogers führte den Rückgang hauptsächlich auf einen niedrigeren durchschnittlichen Umsatz je Mobilfunkkunde angesichts des Wettbewerbs sowie auf geringere Gebührenerlöse nach einer Entscheidung der Canadian Radio-television and Telecommunications Commission zurück, die bestimmte Gebühren untersagte.
Das bereinigte EBITDA im Mobilfunk stieg dennoch um 1 %, gestützt durch höhere Margen bei Geräten; die bereinigte EBITDA-Marge erhöhte sich um 130 Basispunkte auf 68 %. Die Serviceumsätze im Kabelgeschäft blieben mit rund 2,0 Mrd. C$ weitgehend unverändert, während Effizienzmaßnahmen dazu beitrugen, das bereinigte EBITDA um 1 % und die Marge auf 59 % zu steigern.
Der Umsatz von Media stieg um 9 % auf 821 Mio. C$, gestützt durch Sportumsätze und Abonnentenerlöse aus dem Senderpaket von Warner Bros. Discovery, teilweise ausgeglichen durch schwächere Werbeerlöse. Das bereinigte EBITDA von Media stieg um 12 % auf 84 Mio. C$.
Ausbau des Sportbesitzes vor geplanter Schuldentilgung
Am 1. Oktober, nach Ende des Quartals, schloss Rogers den Kauf der verbleibenden 25-prozentigen Beteiligung von Kilmer Sports an MLSE für 4,35 Mrd. C$ in bar ab. Finanziert wurde die Transaktion über kurzfristige Kreditlinien. Damit erlangte Rogers 100 % des Unternehmens, zu dessen Vermögenswerten die Toronto Maple Leafs, die Toronto Raptors und die Scotiabank Arena gehören.
Rogers strebt bis zum ersten Halbjahr 2027 den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an seinem konsolidierten Sport-, Medien- und Unterhaltungsportfolio, bekannt als Rogers Sports, an. Das Unternehmen erwartet, die Erlöse zur Schuldentilgung zu verwenden; der Verkauf ist noch nicht abgeschlossen.
Die Verschuldungsquote des Unternehmens lag am 30. September beim 3,7-Fachen und damit 0,1-fach niedriger als im Vorquartal. Diese Kennzahl zum Quartalsende berücksichtigt nicht die Kreditaufnahme für den Abschluss der Übernahme im Oktober.
Das Management bekräftigte seinen Ausblick für 2026 hinsichtlich der gesamten Serviceumsätze, des bereinigten EBITDA, der Investitionsausgaben und des Free Cashflows.
Fazit
Der nächste von Rogers genannte Meilenstein ist der angestrebte Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an Rogers Sports bis zum ersten Halbjahr 2027. Der Abschluss der Transaktion und die daraus erzielten Erlöse werden bestimmen, wie viele Schulden Rogers nach der MLSE-Übernahme im Oktober zurückzahlen kann.
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