Der Bonusstreit bei Micron war am 23. Oktober 2026 im Taoyuan-Werk des Unternehmens in Taiwan weiterhin ungelöst, nachdem die örtliche Gewerkschaft mitgeteilt hatte, dass rund 70 % ihrer mehr als 2.300 Mitglieder gegen ein vorgeschlagenes Gewinnbeteiligungssystem gestimmt hatten. Die Ablehnung zwingt das Management zu weiteren Verhandlungen, obwohl es mit der Gewerkschaft am größeren Standort Taichung eine Einigung erzielt hat.
Wichtige Erkenntnisse
- Mitglieder der Gewerkschaft in Taoyuan lehnten den Vorschlag nach einem kurzen Streik am 22. Oktober ab.
- Micron plant ab dem Geschäftsjahr 2027 vierteljährliche Gewinnbeteiligungsprämien zusätzlich zum bestehenden Jahresbonus.
- Die Gewerkschaft in Taoyuan warnte vor weiteren kollektiven Maßnahmen; Gespräche sind für den 27. Oktober angesetzt.
Inhaltsverzeichnis
- Bonusstreit bei Micron dauert trotz Einigung in Taichung an
- Vierteljährliche Zahlungen klären nicht die Höhe der Bonuszahlungen
- Rekordgewinne bilden den Hintergrund der Verhandlungen
- Fazit
Bonusstreit bei Micron dauert trotz Einigung in Taichung an
Die Gewerkschaft in Taoyuan erklärte, der am 22. Oktober vorgelegte Vorschlag erfülle ihre Forderungen nicht. Sie warf Micron vor, während der Verhandlungen am 21. Oktober nicht auf diese Forderungen eingegangen zu sein, und warnte vor möglichen „weiteren kollektiven Maßnahmen, um ein gerechteres Gewinnbeteiligungssystem durchzusetzen“.
Das Ergebnis steht im Gegensatz zur Situation in Taichung, wo das Management und die Gewerkschaft am 21. Oktober eine Einigung erzielt hatten. Die Gewerkschaft in Taoyuan erklärte außerdem, sie erhalte weiterhin Berichte über Unzufriedenheit unter den Beschäftigten an der Basis in Taichung; diese Aussage belegt nicht, dass die Einigung in Taichung rückgängig gemacht wurde.
Der Streit betrifft eine bedeutende Produktionsbasis des US-amerikanischen Speicherchip-Herstellers. Micron produziert rund 50–60 % seiner Chips in Taiwan, wo die beiden Gewerkschaften 12.000 der 15.000 Beschäftigten in den Werken Taoyuan und Taichung vertreten.
| Punkt | Einzelheiten |
|---|---|
| Abstimmung über den Vorschlag in Taoyuan | Ablehnung am 23. Oktober 2026 bekannt gegeben. |
| Einigung in Taichung | Am 21. Oktober 2026 erzielt; gilt für die separate Gewerkschaft an diesem Standort. |
| Geplantes globales Bonussystem | Vierteljährliche Gewinnbeteiligungszahlungen ab dem Geschäftsjahr 2027, zusätzlich zu Jahresboni. |
| Verhandlungsplan | Das für den 23. Oktober geplante Treffen wurde wegen eines Taifuns verschoben; die nächsten Gespräche sind für den 27. Oktober angesetzt. |
Vierteljährliche Zahlungen klären nicht die Höhe der Bonuszahlungen
Beide Gewerkschaften hatten einen einmaligen Bonus in Höhe von 83 Monatsgehältern sowie eine dauerhafte Regelung gefordert, nach der 15 % des Betriebsgewinns von Micron vierteljährlich statt jährlich als Mitarbeiterboni ausgezahlt werden.
Der Vorsitzende von Micron Taiwan, Lu Donghui, erklärte am 22. Oktober, das Unternehmen habe zugestimmt, ab dem Geschäftsjahr 2027 zusätzlich zum bestehenden Jahresbonus einen vierteljährlichen Gewinnbeteiligungsbonus für seine weltweite Belegschaft einzuführen. Außerdem sagte er, die Beschäftigten in Taiwan würden unter anderem höhere Rentenbeiträge und Schichtzulagen erhalten.
Vierteljährliche Zahlungen entsprechen der geforderten Häufigkeit, begründen für sich genommen jedoch keine Einigung darüber, welchen Anteil am Gewinn die Beschäftigten erhalten sollen. Die bekannt gegebenen Maßnahmen des Unternehmens nennen weder einen Prozentsatz für die Gewinnbeteiligung noch eine Einmalzahlung in der von den Gewerkschaften geforderten Höhe.
Rekordgewinne bilden den Hintergrund der Verhandlungen
Microns Ergebnisveröffentlichung für das Geschäftsjahr 2026 wies einen Jahresumsatz von 133,19 Milliarden US-Dollar aus, gegenüber 37,38 Milliarden US-Dollar im Vorjahr, sowie einen Nettogewinn nach GAAP von 84,97 Milliarden US-Dollar. Das Geschäftsjahr endete am 3. September 2026.
Chairman und CEO Sanjay Mehrotra führte die Rekordergebnisse auf die KI-getriebene Nachfrage und eine starke operative Umsetzung zurück. Diese finanziellen Zuwächse bilden den Hintergrund für die Forderung der Beschäftigten nach einem größeren Anteil am Gewinn; aus der Ergebnisveröffentlichung gehen jedoch keine Bedingungen für die Arbeitsverhandlungen in Taiwan hervor.
Fazit
Der nächste angesetzte Schritt im Bonusstreit bei Micron ist die Verhandlungsrunde am 27. Oktober. Offen ist, ob das Management und die Gewerkschaft in Taoyuan nach der Ablehnung des jüngsten Vorschlags durch die Mitglieder eine Einigung über die Bedingungen der Gewinnbeteiligung erzielen können.
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