Der Streik bei Micron Taoyuan begann am 22. Oktober 2026 um 9 Uhr Ortszeit als angekündigte, 24-stündige Warnaktion zur Gewinnbeteiligung. Trotz eines deutlichen Votums für eine Arbeitsniederlegung beteiligte sich nur eine kleine Gruppe an der Streikpostenkette. Eine separate Vereinbarung am größeren Micron-Standort in Taichung führte dazu, dass das Unternehmen an seinen beiden Standorten in Taiwan mit unterschiedlichen Ergebnissen konfrontiert war.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Dem Streik ging eine Urabstimmung voraus, bei der sich 1.994 von 2.258 stimmberechtigten Gewerkschaftsmitgliedern dafür aussprachen.
- Die Beschäftigten in Taoyuan forderten ein dauerhaftes Gewinnbeteiligungssystem und nicht nur eine einmalige Bonuszahlung.
- Taiwans Arbeitsministerium bestätigte am 23. Oktober, dass Micron und die Gewerkschaft in Taoyuan vereinbart hatten, die Verhandlungen fortzusetzen.
Inhaltsverzeichnis
- Die Beteiligung am Streik bei Micron Taoyuan bleibt hinter dem Votum zurück
- Beschäftigte fordern eine dauerhafte Beteiligung am operativen Gewinn
- Einigung in Taichung, separate Verhandlungen in Taoyuan
- Fazit
Die Beteiligung am Streik bei Micron Taoyuan bleibt hinter dem Votum zurück
Die Gewerkschaft in Taoyuan leitete den Streik ein, nachdem Gespräche bei der Stadtverwaltung vier noch offene Forderungen nicht klären konnten. Ersten Berichten zufolge standen elf Gewerkschaftsfunktionäre an der Streikpostenkette, wobei die Zählungen vor Ort voneinander abwichen.
Bei der Urabstimmung hatten sich 88,3 % der stimmberechtigten Mitglieder für den Streik ausgesprochen. Das Ergebnis verschaffte der Gewerkschaft ein starkes Mandat für Arbeitskampfmaßnahmen, führte am ersten Morgen jedoch nicht zu einer breiten Beteiligung.
In dem vorliegenden Bericht vom 22. Oktober wurden keine Produktionsausfälle gemeldet. Die zunächst geringe Beteiligung sollte jedoch nicht als Beleg dafür gelten, dass eine längere oder breiter angelegte Aktion keine betrieblichen Auswirkungen hätte.
| Angabe | Details |
|---|---|
| Urabstimmung | Fand vom 1. bis 6. Oktober 2026 statt. |
| Belegschaft in Taoyuan | Rund 3.000 Beschäftigte, darunter etwa 2.400 Gewerkschaftsmitglieder. |
| Belegschaft in Taichung | Rund 12.300 Beschäftigte, darunter etwa 11.000 Gewerkschaftsmitglieder. |
Beschäftigte fordern eine dauerhafte Beteiligung am operativen Gewinn
Zu den Forderungen der Gewerkschaften gehörte ein einmaliger Bonus für das Geschäftsjahr 2026 in Höhe von 15 % des weltweiten operativen Gewinns von Micron. Ab dem Geschäftsjahr 2027 forderten sie eine dauerhafte Regelung, nach der vierteljährlich 15 % des operativen Gewinns über einen überarbeiteten Incentive Pay Plan ausgeschüttet werden sollten. Außerdem verlangten sie Klauseln gegen Trittbrettfahrer und Vergeltungsmaßnahmen.
Microns Angebot vom September sah eine Mindestzahlung von 1,7 Millionen NT$ in bar je Beschäftigtem sowie einen separaten Barbonus von 1 Million NT$ für länger beschäftigte Mitarbeiter vor. Die Gewerkschaft in Taoyuan lehnte das Paket ab und argumentierte, eine einmalige Zahlung könne kein langfristiges Gewinnbeteiligungssystem ersetzen.
Bei dem Streit ging es somit sowohl um die Struktur der künftigen Vergütung als auch um die unmittelbare Auszahlung. Gewerkschaftssekretär Chen Yan-kai erklärte, das Ergebnis der Urabstimmung spiegele das Misstrauen der Beschäftigten gegenüber dem bestehenden Anreizsystem wider.
Einigung in Taichung, separate Verhandlungen in Taoyuan
Micron und die Gewerkschaft in Taichung gaben am 21. Oktober nach Verhandlungen über mehrere Themen eine Einigung bekannt. Die Bedingungen wurden nicht offengelegt; aus der Einigung lässt sich daher nicht ableiten, welche Vergütungsforderungen angenommen wurden.
Die Erklärung des Arbeitsministeriums vom 23. Oktober zu den Verhandlungen mit Micron bestätigte, dass der Einigung in Taichung direkte Gespräche vor einer formellen Schlichtung vorausgegangen waren. Zudem hieß es, Micron und die Gewerkschaft in Taoyuan hätten vereinbart, die Verhandlungen mit Unterstützung des Ministeriums und der Stadtverwaltung von Taoyuan fortzusetzen.
Die Gewerkschaft in Taoyuan hatte erklärt, der Warnstreik bedeute nicht, dass sie Verhandlungen ausschließe. Sie plante, die Mitglieder zu Microns neuestem Vorschlag zu befragen, bevor sie über die nächsten Schritte entscheidet.
Fazit
Der Streik bei Micron Taoyuan machte die Kluft zwischen der Zustimmung zum Arbeitskampf und der tatsächlichen Beteiligung deutlich, ohne den Vergütungsstreit beizulegen. Als nächsten Schritt nannte die Gewerkschaft eine Befragung der Mitglieder zum neuesten Vorschlag. Zugleich sollten die Verhandlungen fortgesetzt werden, wie das Ministerium bestätigte.
Weitere Nachrichten lesen
Weitere Nachrichten von FinanceVelix
Haftungsausschluss
Dieser Artikel von FinanceVelix dient der allgemeinen Information und ist keine personalisierte Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung. Marktpreise, Zinssätze und wirtschaftliche Bedingungen können sich ändern; Anlagen sind mit Verlustrisiken verbunden. Die Angaben entsprechen dem zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren Informationsstand und können sich ändern. Prüfen Sie wichtige Informationen eigenständig und wenden Sie sich bei Bedarf an eine qualifizierte Fachkraft. Die Erwähnung eines Vermögenswerts, Unternehmens oder einer Dienstleistung stellt keine Empfehlung dar.




