Nvidia-Rechenzentren könnten im Rahmen einer Sondierungspartnerschaft mit PreussenElektra an stillgelegten deutschen Kernkraftwerken entstehen. Die E.ON-Tochter ist für den Rückbau von acht Kernkraftanlagen verantwortlich. Mit Stand vom 23. Oktober 2026 prüften die Unternehmen eine mögliche Nachnutzung; ein konkreter Standort, ein Investitionsbetrag oder ein Entwicklungsplan wurde nicht genehmigt.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Die Partnerschaft dient der Machbarkeitsprüfung und ist keine Verpflichtung zum Bau von Rechenzentren.
  • Bestehende Netzanschlüsse und industrielle Infrastruktur sind für eine mögliche Nachnutzung von zentraler Bedeutung.
  • Der Rückbau der Kernkraftanlagen bleibt ein von einem künftigen Rechenzentrumsprojekt getrennter Prozess.

Inhaltsverzeichnis

Nvidia-Rechenzentren werden auf Standorteignung geprüft

Bei der Prüfung soll untersucht werden, ob ehemalige Kernkraftwerksstandorte die technischen und betrieblichen Anforderungen von Hochleistungs-KI-Computing erfüllen können. PreussenElektra erwägt langfristige Nutzungsmöglichkeiten für die Flächen und die Infrastruktur, während die Kernkraftanlagen zurückgebaut werden.

Attraktiv ist die Möglichkeit, etablierte Industriestandorte weiterzuverwenden, statt vollständig neue Standorte zu erschließen. Bestehende Stromanschlüsse könnten einen Vorteil bieten. Die Studie muss jedoch klären, ob diese Anschlüsse und die verfügbaren Flächen für die geplanten Rechenlasten geeignet sind.

Diese Unterscheidung ist wichtig für die Bewertung der Partnerschaft: Der Zugang zu einem ehemaligen Kraftwerksgelände bedeutet nicht, dass dort nachweislich ein Rechenzentrum gebaut und betrieben werden kann. Die Unternehmen bezeichnen die Arbeiten als Sondierung; ein Zeitplan für den Bau wurde nicht festgelegt.

AspektDetails
TechnologiepartnerNvidia
StandortpartnerPreussenElektra, Teil von E.ON
RückbauverantwortungAcht deutsche Kernkraftanlagen
PrüfkriterienEnergieanschlüsse, verfügbare Flächen sowie technische und betriebliche Eignung

Der Rückbau bildet den Hintergrund – kein Neustart von Reaktoren

Ein Update der Bundesregierung zum Rückbau von Kernkraftanlagen vom August 2026 beschrieb Arbeiten an ehemaligen Kraftwerken wie Isar 2, Grafenrheinfeld, Grohnde und Brokdorf. Demnach befanden sich die Anlagen in unterschiedlichen Rückbauphasen. Das unterstreicht, dass an diesen Standorten ein langwieriger industrieller Wandel stattfindet.

Bei der vorgeschlagenen Nachnutzung geht es um Flächen und Infrastruktur, nicht um einen Plan zur Wiederaufnahme der Kernstromerzeugung. Der Netzanschluss eines ehemaligen Kraftwerks sollte daher nicht mit einem in Betrieb befindlichen Reaktor verwechselt werden, der ein künftiges Rechenzentrum mit Strom versorgt.

Für Nvidia und PreussenElektra lautet die unmittelbare Frage, ob ein Standort die Machbarkeitsprüfung bestehen kann. Die verfügbaren Informationen nennen keinen ausgewählten Standort und geben auch nicht an, welche Rechenkapazität ein Projekt letztlich bereitstellen könnte.

Fazit

Der nächste Meilenstein für Nvidia-Rechenzentren an ehemaligen Kernkraftwerksstandorten wäre ein Ergebnis der Machbarkeitsprüfung, das einen geeigneten Standort ausweist. Bis dahin bleibt die Partnerschaft eine Untersuchung zur Wiederverwendung von Infrastruktur und ist kein genehmigtes Bauprojekt.

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