Techcombank erzielte im dritten Quartal 2026 einen Rekordquartalsgewinn vor Steuern von mehr als VND 10 Billionen, 25,8 % mehr als ein Jahr zuvor. Bei der Ergebnisbesprechung am 21. Oktober hob die Bank ein starkes Wachstum der Zins- und Provisionserträge hervor, verwies jedoch auch auf steigende Refinanzierungskosten, einen geringeren Anteil an Giro- und Spareinlagen sowie eine verhaltene Hypothekennachfrage.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Der Vorsteuergewinn der ersten neun Monate erreichte VND 28,9 Billionen, ein Plus von 23,7 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Die Quote der Giro- und Spareinlagen sank auf 35,5 %, während die Refinanzierungskosten auf 5,2 % stiegen.
  • Das Kreditvolumen wuchs seit Jahresbeginn um 16,3 %, ohne dass eine zusätzliche Kreditquote zugeteilt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Techcombank steigert Erträge aus Zinsen und Gebühren

Die gesamten betrieblichen Erträge stiegen im Jahresvergleich um 18 %, gestützt durch ein Plus von 16,9 % beim Nettozinsertrag und ein Wachstum von 40 % beim Netto-Provisionsertrag. Die Ergebnisse zeigten Beiträge sowohl aus dem Kreditgeschäft als auch aus gebührenbringenden Aktivitäten und beruhten nicht auf einer einzelnen Ertragsposition.

Die Zahl der digitalen Kunden erreichte 14,8 Millionen, ein Plus von 19 %, und 99 % der Privatkundentransaktionen entfielen auf digitale Kanäle. Die Zahl der wohlhabenden Kunden stieg um 30 % auf 307.000, während der Marktanteil im Aktienbrokerage 10 % erreichte.

Diese Geschäftsbereiche sind für die Reaktion des Managements auf den Margendruck wichtig. Finanzvorstand Alexander Macaire sagte, Zugeständnisse bei den Kreditzinsen könnten mit tieferen Kundenbeziehungen und zusätzlichen Devisen-, Akkreditiv-, Garantie- und sonstigen Gebührenleistungen einhergehen.

KennzahlAngaben
Gesamtkapitalquote15 %
Kernkapitalquote (Tier 1)14,1 %
Kredit-Einlagen-Quote77,7 %
Kurzfristige Mittel zur Finanzierung mittel- und langfristiger Kredite27,9 %

Einlagenwettbewerb begrenzt Margenverbesserung

Die Nettozinsmarge verbesserte sich auf 3,5 %, doch die Refinanzierungskosten stiegen von 4,9 % auf 5,2 %. Höhere Zinsen auf Termineinlagen veranlassten Kunden, Gelder von Giro- und Sparkonten abzuziehen, wodurch die CASA-Quote von 40 % Ende 2025 auf 35,5 % sank.

Diese Verschiebung ist relevant, da Giro- und Spareinlagen in der Regel günstigere Refinanzierungsmittel bieten als Termineinlagen. Das Management sagte, eine Rückkehr zu einer CASA-Quote von 40 % im Gesamtjahr sei unwahrscheinlich. Damit bleibt die Zusammensetzung der Einlagen eine wichtige Einschränkung, auch wenn die Erträge wachsen.

Auch die Kennzahlen zur Kreditqualität zeigten eine gewisse Belastung. Die Quote notleidender Kredite lag organisch bei 1,26 % beziehungsweise bei 1,36 % unter Einbeziehung von Effekten im Zusammenhang mit dem Credit Information Center, während die Kreditverlustdeckungsquote auf 107 % zurückging. Das Management führte den Anstieg problematischer Kredite auf Verschiebungen in nicht priorisierten Sektoren und Einzelfälle zurück.

Infrastrukturfinanzierungen wachsen trotz Refinanzierungsbeschränkungen

Generaldirektor Jens Lottner sagte, Techcombank habe für 2026 keine zusätzliche Kreditquote erhalten. Einige Sektoren, Kunden und Projekte fielen jedoch nicht unter die reguläre Quote, sodass das Kreditbuch ausgeweitet werden könne. Zu den Prioritäten für den Rest des Jahres zählen Infrastrukturprojekte mit bankfähigen Cashflows, kleine und mittlere Unternehmen mit Verbindungen zu wichtigen Kunden sowie unbesicherte Kredite an hochwertige Privatkunden.

Infrastruktur machte rund 7 % der gesamten Kreditbestände aus; nach Einschätzung des Managements sollte dieser Anteil steigen. Lottner beschrieb einen „Originate-to-Distribute“-Ansatz: Die anfängliche Finanzierung dient zwei bis drei Jahre lang als Überbrückungsfinanzierung. Sobald die Projekte in Betrieb sind, sollen sie syndiziert, weitergegeben oder durch Anleiheemissionen refinanziert werden.

Das Immobilienengagement sank von 34 % ein Jahr zuvor auf 30 %. Die Hypothekennachfrage blieb verhalten, obwohl sich die monatlichen Auszahlungen auf VND 5 Billionen bis VND 8 Billionen beliefen und im September die Obergrenze erreichten – den höchsten Wert seit sechs Monaten. Macaire sagte, das Hypothekenportfolio zeige keine breit angelegte Verschlechterung.

Zusammen mit dem Ausbau der Kreditvergabe meldete die Bank die folgenden Kapital- und Liquiditätskennzahlen.

Vermögensstrategie zielt auf breitere Kundenbeziehungen

Lottner sagte, Techcom Wealth wolle über Bankprivilegien hinausgehen und sich auf Portfoliomanagement, Vermögenserhalt und generationenübergreifende Vermögensübertragung konzentrieren. Die Bank stellt externe Spezialisten zusammen und baut mit Fachkräften aus dem Ausland ein Büro des Chief Investment Officer auf. Nach seinen Angaben entfielen bereits rund 10 % bis 15 % der von der Privatkundenbank verwalteten Vermögenswerte auf die Einheit.

Die Strategie knüpft an einen bestehenden Schwerpunkt an, der in der bankeigenen Strategie für Private Banking und Nachfolgeplanungbeschrieben wurde, die im Februar 2026 veröffentlicht wurde. Diese frühere Erläuterung skizziert eine integrierte Beratung zum Privat- und Geschäftsvermögen der Kunden sowie zur Vorbereitung der nächsten Generation; sie liefert Hintergrund zur Strategie, bestätigt jedoch nicht die Ergebnisse des dritten Quartals.

Das Management sieht Vermögensdienstleistungen sowie die Wertpapier- und Versicherungsgeschäfte als Möglichkeiten, die Erträge über die Kreditmargen hinaus zu verbreitern. Ihr künftiger Beitrag bleibt eine strategische Erwartung und ist von dem bereits gemeldeten Wachstum der Provisionserträge zu unterscheiden.

Fazit

Für den Rest des Jahres 2026 nennt Techcombank selektive Kreditvergabe an Infrastrukturprojekte, Unternehmen und Privatkunden sowie den Ausbau gebührenbringender Kundenbeziehungen als Prioritäten. Die nächsten Ergebnisse werden zeigen, ob diese Mischung das Gewinnwachstum aufrechterhalten kann, während die Refinanzierungskosten erhöht bleiben und der Anteil kostengünstiger Einlagen weiterhin unter dem Stand von Ende 2025 liegt.

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