Das Gapwaves-Ergebnis für das dritte Quartal 2026 zeigte, dass die steigende Antennenproduktion den Rückgang der Projekt- und Anlagenumsätze noch nicht ausgleichen konnte. Der Nettoumsatz sank um 55,6 % auf 9 Mio. SEK gegenüber 20,4 Mio. SEK im Vorjahresquartal, obwohl die Antennenproduktion im Quartal um etwa ein Drittel zunahm. Die am 22. Oktober veröffentlichten und am 23. Oktober besprochenen Ergebnisse umrissen zudem eine stärkere Nachfrage von Valeo, einen weiteren Kapazitätsausbau und eine geplante Kapitalerhöhung.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Höhere Antennenstückzahlen haben die entgangenen Projektumsätze und Erlöse aus Produktionsanlagen noch nicht ersetzt.
  • Die Nachfrage von Valeo treibt den Kapazitätsausbau voran, während die Produktion für Desay SV für das erste Quartal 2027 geplant ist.
  • Verluste und Kosten des Produktionshochlaufs halten an, während Gapwaves eine Finanzierung anstrebt und Anwendungen zur Drohnenabwehr entwickelt.

Inhaltsverzeichnis

Das Gapwaves-Ergebnis verdeutlicht die Lücke zwischen Produktionsvolumen und Umsatz

Die Zwischenergebnisse des dritten Quartals von Gapwaves zeigen ein Unternehmen im Übergang zur Serienproduktion. Produktverkäufe wurden zur größten Umsatzquelle, doch ihr Wachstum konnte die Anlagenverkäufe und die höheren Erlöse aus Entwicklungsprojekten, die im Vorjahresquartal enthalten waren, nicht vollständig ersetzen.

Die Produktion mit Gapwaves-Technologie stieg im dritten Quartal auf 1,6 Millionen Antennen, gegenüber 1,2 Millionen im zweiten Quartal. Die Produktion seit Jahresbeginn erreichte 3,6 Millionen Stück, hauptsächlich durch die lizenzierte Produktion von HELLA und das Valeo-Produktionsprogramm in China. Das Management erwartet, dass 2026 mehr als 4,5 Millionen Antennen produziert werden.

Das bereinigte EBITDA, das Ergebnisse aus assoziierten Unternehmen ausschließt, verbesserte sich auf einen Verlust von 14,2 Mio. SEK gegenüber einem Verlust von 15,3 Mio. SEK. Das ausgewiesene EBITDA verschlechterte sich dennoch, was den Unterschied zwischen der bereinigten operativen Kennzahl und dem umfassenderen Finanzergebnis unterstreicht.

PositionDetails
Ausgewiesenes EBITDA im dritten QuartalVerlust von 19,5 Mio. SEK gegenüber einem Verlust von 17,7 Mio. SEK im Vorjahresquartal.
Nettoergebnis im dritten QuartalVerlust von 38,8 Mio. SEK gegenüber einem Verlust von 19,1 Mio. SEK.
Liquide Mittel zum Quartalsende47,0 Mio. SEK gegenüber 28,0 Mio. SEK im Vorjahresquartal.
Nettoumsatz Januar–September40,9 Mio. SEK, ein Rückgang um 39,1 % gegenüber 67,2 Mio. SEK.

Die Nachfrage von Valeo treibt den nächsten Kapazitätsausbau voran

Gapwaves teilte mit, dass das Unternehmen 2026 voraussichtlich fast doppelt so viele Antennen an Valeo liefern wird wie ursprünglich geplant. Außerdem hat das Unternehmen mit der Entwicklung von Antennen für Radarsensoren der nächsten Generation von Valeo begonnen und baut damit die Zusammenarbeit über die aktuellen Produkte hinaus aus.

Zusätzliche von Frencken bestellte Produktionsanlagen sollen Ende 2027 in Betrieb genommen werden und ab 2028 höhere Produktionsmengen ermöglichen. Das Management beschrieb den Ausbau als rund 3,5 Millionen Antennen an jährlicher Kapazität innerhalb einer bestehenden Großserienfertigungslinie, die letztlich auf etwa 10 Millionen Einheiten pro Jahr ausgelegt ist – und nicht als separate neue Linie.

Ein Liefervertrag mit Desay SV ergänzt das Kundenprogramm. Gapwaves-Antennen werden in Radarprodukte für einen global tätigen asiatischen Fahrzeughersteller integriert; der Produktionsstart ist für das erste Quartal 2027 geplant.

Die höhere Produktion schafft noch keinen klaren Weg zur Profitabilität

Finanzvorstand Niels Muskar sagte, die Produktionsausbeute habe während des Hochlaufs weiterhin unter dem erforderlichen Niveau gelegen, während Ausschuss und Abwertungen von Vorräten die Bruttomarge belastet hätten. Gapwaves arbeite daran, die Produktkosten zu senken und die Ausbeute zu verbessern.

Muskar wollte nicht sagen, ob eine Jahresproduktion von 10 Millionen Antennen das Unternehmen auf operativer Ebene profitabel machen würde, und verwies auf zu viele Unwägbarkeiten. CEO Jonas Ehinger sagte, dieses Volumen wäre ein wichtiger Beitrag, doch seien auch weitere Produkte erforderlich.

Das Management verfolgt Radarsuchköpfe für Drohnenabwehrsysteme als potenziell margenstärkere Ergänzung zu Automobilantennen. Ehinger beschrieb niedrigere potenzielle Stückzahlen, aber deutlich höhere Preise und Margen. Er erwartete erste Prototypenaufträge in relativ naher Zukunft und eine mögliche Belieferung innerhalb eines Jahres; dabei handelt es sich nicht um bereits abgeschlossene kommerzielle Aufträge.

Finanzierungspläne begleiten den Ausstieg aus Sensrad

Gapwaves schlug eine Bezugsrechtsemission von mehr als 60 Mio. SEK zur Unterstützung des Ausbaus vor. Die Finanzierung ist weiterhin eine geplante Transaktion und noch keine abgeschlossene Kapitalbeschaffung. Aktionäre, die nicht teilnehmen, könnten verwässert werden.

Das Unternehmen übertrug außerdem am 22. Oktober seinen Anteil von 30 % an Sensrad für 1 SEK an den Hauptaktionär Qamcom, nachdem die Aktien und ausstehenden Gesellschafterdarlehen vollständig abgeschrieben worden waren. Gapwaves verwies auf niedrigere als erwartete Umsätze und den verschärften Wettbewerb und erklärte, kein weiteres Kapital bereitzustellen.

Die Übertragung beinhaltet einen bedingten Rückgewinnungsmechanismus: Sollte Qamcom vor dem 31. Dezember 2028 alle oder einen Teil der Aktien oder Vermögenswerte von Sensrad verkaufen, hat Gapwaves Anspruch auf 30 % der Gegenleistung, die Qamcom erhält. Dadurch bleibt eine mögliche Rückgewinnung erhalten, ohne dass weitere Finanzmittel zugesagt werden.

Fazit

Der nächste planmäßige Meilenstein beim Kunden ist der für das erste Quartal 2027 vorgesehene Produktionsstart bei Desay SV. Bis dahin wird das Gapwaves-Ergebnis davon abhängen, wie schnell die steigenden Automobilvolumina zu Produkterlösen und besseren Produktionsausbeuten führen, während die geplante Bezugsrechtsemission als Finanzierungsschritt im Blick zu behalten ist.

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