Der CSI 300 in China trat am Donnerstag, dem 22. Oktober 2026, in einen technischen Bärenmarkt ein, nachdem er gegenüber seinem Juni-Hoch um 20 % gefallen war. Der Verkaufsdruck hielt damit bereits seit zehn aufeinanderfolgenden Wochen an.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Der CSI 300 gab am Donnerstag um mehr als 1 % nach und hatte im bisherigen Wochenverlauf fast 3 % verloren.
- Eine Steuerfrist für Offshore-Trusts könnte Verkäufe begünstigt haben, während eine schwache Nachfrage und ein langsames Gewinnwachstum die Stimmung belasteten.
- Shaun Rein von der China Market Research Group rechnet mit weiterem Druck, hält den Ausverkauf jedoch für übertrieben.
Inhaltsverzeichnis
- Rückgang des CSI 300 erreicht Schwelle zum Bärenmarkt
- Steuerfrist verstärkt wirtschaftliche Sorgen
- Weitere Verkaufsrisiken treffen auf Argumente für eine Erholung
Rückgang des CSI 300 erreicht Schwelle zum Bärenmarkt
Der Index, der die 300 größten an den Börsen Shanghai und Shenzhen notierten Aktien abbildet, hat seit seinem Hoch im Juni nun ein Fünftel seines Wertes verloren. Der Rückgang am Donnerstag brachte die Aktien des chinesischen Festlands nach einer längeren Serie wöchentlicher Verluste in den Bereich eines technischen Bärenmarkts.
Steuerfrist verstärkt wirtschaftliche Sorgen
Peking setzte den 22. Oktober als Frist fest, bis zu der vermögende Privatpersonen Einkünfte aus Offshore-Trusts deklarieren und versteuern müssen. Dies könnte einige Anleger dazu veranlasst haben, Aktien zu verkaufen, um liquide Mittel zu beschaffen. Marktteilnehmer verwiesen zudem auf restriktivere Steuerregelungen als kurzfristigen Belastungsfaktor für Aktien.
Sophie Altermatt, Ökonomin bei Julius Bär, sagte, die Regierung konzentriere sich weiterhin auf technologischen Fortschritt, die Modernisierung der Industrie und größere Selbstversorgung, statt das kurzfristige Wachstum anzukurbeln.
China verzeichnete im zweiten Quartal das geringste Wirtschaftswachstum seit mehr als drei Jahren. Zugleich hielten eine mehrjährige Schwächephase am Immobilienmarkt, eine anhaltend schwache Verbrauchernachfrage und ein langsames Gewinnwachstum an.
Weitere Verkaufsrisiken treffen auf Argumente für eine Erholung
Shaun Rein, geschäftsführender Direktor der China Market Research Group, sagte, geopolitische Unsicherheit, Sorgen vor einer Blase im Bereich künstliche Intelligenz und ein nachlassendes Verbrauchervertrauen könnten weitere Verkäufe auslösen. Zudem sagte er, die große Zahl an Privatanlegern in China könne die Volatilität verstärken.
Dennoch hält Rein den Ausverkauf für übertrieben und verwies auf widerstandsfähige Exporte sowie Anzeichen für eine Erholung der Immobilienpreise in Chinas größten Städten. Er bezeichnete den Abschwung als Vertrauenskrise und nicht als Wirtschaftskrise und prognostizierte für 2027 eine kräftige Erholung chinesischer Aktien. Dies ist weiterhin seine Prognose und keine bereits eingetretene Erholung.
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