Australiens geplante Gasreservierungspolitik könnte Schlupflöcher enthalten, die es Santos ermöglichen, die Versorgung des heimischen Marktes mit zusätzlichem Gas zu vermeiden. Davor warnten Analysten und große Energieverbraucher, als das Parlament am 27. Oktober 2026 über den Gesetzentwurf debattierte.

Die wichtigsten Punkte

  • Der Vorschlag würde Exporteure verpflichten, das Äquivalent von bis zu 20 % ihrer Produktion für die heimische Versorgung zurückzuhalten.
  • Kritiker sagen, Übernahmen von Projekten, die Berechnung der Ausgangswerte und der Ermessensspielraum der Minister könnten die Verpflichtungen abschwächen.
  • Der Gesetzentwurf lag weiterhin dem Parlament vor; die Quelle nannte kein bestätigtes Inkrafttretensdatum.

Wie die Gasreservierungspolitik funktionieren soll

Die Regierung Albanese will Gasexporteure dazu verpflichten, jedes Jahr Gas für den heimischen Markt zurückzuhalten. Der Vorschlag soll am Ostküstenmarkt einen moderaten Angebotsüberschuss schaffen. Dort sind die Preise gestiegen, seit 2016 drei Flüssigerdgasprojekte in Queensland mit dem Export begonnen haben.

Westaustralien wäre ausgenommen, während das Northern Territory betroffen sein könnte. Der Vorschlag war noch nicht Gesetz geworden, und aus den verfügbaren Angaben gingen weder ein Inkrafttretensdatum noch die bestehende Regelung hervor, die er ersetzen würde.

Warum Santos im Mittelpunkt der Debatte steht

Santos ist federführend am Gladstone-LNG-Projekt beteiligt, dem vorgeworfen wird, die Inlandspreise in die Höhe zu treiben, indem es vor Ort Gas für den Export aufkauft. Paul Farrow, Vorsitzender der Australian Workers Union, warnte, ein Exporteur könnte seine Verpflichtungen möglicherweise durch den Erwerb lokaler Gasprojekte erfüllen, ohne das Angebot zu erhöhen.

Farrow sagte außerdem, die Minister hätten einen großen Ermessensspielraum bei der Anpassung der Verpflichtungen. Saul Kavonic, Analyst bei MST Financial, warnte, die Ausgangswerte, anhand derer Projekte bewertet würden, seien entscheidend für die Wirksamkeit der Regelung. Das Verfahren zu ihrer Festlegung könne jedoch undurchsichtig und anfällig für Lobbyeinfluss sein.

Gasverbraucher und -produzenten sind sich über den Entwurf uneinig

Andrew Richards von der Energy Users Association unterstützte die Zielsetzung des Vorschlags, warnte jedoch, Unklarheiten könnten ihn untergraben. Er sagte, die Gaspreise an der Ostküste seien von 13 $ je Gigajoule auf etwa 8,50 $ gefallen, nachdem Santos seine lokalen Gaseinkäufe reduziert habe. Dies wertete er als Beleg für den Einfluss des Gemeinschaftsunternehmens auf die Preise.

Der Branchenverband Australian Energy Producers argumentierte, die Politik könne neue Projekte abschrecken und letztlich das Angebot verringern. Geschäftsführerin Samantha McCulloch wandte sich insbesondere gegen eine Verpflichtung zum Gasverkauf. Diese könne Produzenten zwingen, Konditionen unterhalb der Kosten oder wirtschaftlich nicht tragbare Bedingungen zu akzeptieren.

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