Asiatische Bankaktien gaben nach einem Ausverkauf von US-Staatsanleihen Anfang Oktober 2026 nach. Die Kreditinstitute bereiteten sich auf die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse für das dritte Quartal vor, während Analysten das Risiko bewerteten, dass höhere Anleiherenditen ihre Kapitalpositionen schwächen könnten.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Die HSBC-Aktien fielen nach dem Ausverkauf von US-Staatsanleihen um 3,8 %, die Aktien von Standard Chartered um 9 %.
  • Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen erreichte Anfang Oktober 5,34 %, bevor sie sich bei etwa 5,11 % stabilisierte.
  • Analysten erwarten einen Anstieg des Quartalsgewinns von HSBC vor Steuern, während sie für DBS einen Rückgang des Nettogewinns prognostizieren.

Asiatische Bankaktien und der Ausverkauf von Anleihen

Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen erreichte während des Ausverkaufs Anfang Oktober mit 5,34 % den höchsten Stand seit mehreren Jahren, bevor sie sich bei etwa 5,11 % stabilisierte. Auch die Renditen japanischer Staatsanleihen stiegen.

Die Aktien von HSBC, Standard Chartered, DBS und OCBC gaben nach dem Ausverkauf von US-Staatsanleihen nach. Der Zeitpunkt fiel mit der Bewegung am Anleihemarkt zusammen, doch anhand der verfügbaren Informationen lässt sich nicht feststellen, in welchem Umfang sie den Rückgang der jeweiligen Aktie verursacht hat.

PositionDetails
HSBCDie Aktien fielen nach dem Ausverkauf von US-Staatsanleihen um 3,8 %.
Standard CharteredDie Aktien fielen nach dem Ausverkauf von US-Staatsanleihen um 9 %.
DBSDie Aktien fielen im selben Zeitraum um 3,2 %.
OCBCDie Aktien fielen im selben Zeitraum um nahezu 9 %.

Gewinnprognosen und Kapitalrisiken

Zum 26. Oktober erwarteten Analysten, dass HSBC für das Quartal von Juli bis September einen Anstieg des Vorsteuergewinns um 33 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum melden würde. Für Standard Chartered wurde ein weitgehend unveränderter Gewinn prognostiziert, während DBS voraussichtlich einen Rückgang des Nettogewinns um 3,2 % melden würde. Dabei handelt es sich um Prognosen, nicht um veröffentlichte Ergebnisse.

Höhere Renditen mindern den Marktwert bereits emittierter Anleihen. Harsh Wardhan Modi, JPMorgans Co-Leiter für den Finanzsektor im Asien-Pazifik-Raum und Leiter der ASEAN-Research-Abteilung, sagte, der Druck könnte die Rentabilität und die Kapitalquoten belasten, die Kapitalbeschaffung einschränken und Analysten dazu veranlassen, ihre Gewinnprognosen zu senken.

Kathy Chan, Aktienanalystin bei Morningstar, sagte, niedrigere Anleihebewertungen könnten auch die Dividenden unter Druck setzen. Die zugrunde liegenden Erträge der Banken könnten ihnen jedoch dabei helfen, Kapital zu bilden und einen Teil der Belastung auszugleichen.

Belastungsfaktoren in Japan und Südostasien

Japanische Kreditinstitute, die Anleihen mit langer Laufzeit halten, sehen sich angesichts steigender Renditen japanischer Staatsanleihen mit wachsenden nicht realisierten Verlusten konfrontiert. Moody’s zufolge trug dieser Druck zu Herabstufungen der Kreditratings von Kreditinstituten wie der Norinchukin Bank und der Japan Post Bank bei.

Auf den Philippinen und in Indonesien begannen anhaltende Inflation und Wechselkursschwankungen, die Qualität der Bankaktiva und die Strukturen der Wholesale-Finanzierung unter Druck zu setzen, erklärten Analysten von Moody’s. Die Moody’s-Analystin Sally Yim sagte zudem, eine verschärfte Prüfung chinesischer Offshore-Steuerregelungen könne die Zuflüsse in die Vermögensverwaltung kurzfristig bremsen. Die längerfristigen Wachstumsaussichten seien ihrer Einschätzung nach jedoch weiterhin intakt.

Nächster Meilenstein

HSBC soll seine Ergebnisse am 27. Oktober veröffentlichen, gefolgt von Standard Chartered am 28. Oktober und DBS in der darauffolgenden Woche.

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