Die im Oktober 2026 vorgeschlagenen chinesischen Exportkontrollen für Solarprodukte könnten Indiens Pläne erschweren, eine umfassendere heimische Lieferkette für die Solarproduktion aufzubauen. Branchenvertreter erwarten jedoch keine unmittelbaren Beeinträchtigungen der Modulproduktion.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Chinas Vorschlag umfasst 12 Technologien zur Solarproduktion und befindet sich noch in der Konsultation mit der Industrie.
- Indische Hersteller sind besonders besorgt über Anlagen zur Herstellung von Ingots, bei denen China nahezu eine Monopolstellung innehat.
- Indien hat bis Februar 2028 Zeit, heimische Fertigungsstandards für Solar-Ingots und -Wafer einzuführen.
Was die vorgeschlagenen chinesischen Exportkontrollen für Solarprodukte vorsehen
Chinas Handelsministerium hat teilweise Beschränkungen für einige weit verbreitete Solarzellentechnologien sowie vollständige Verbote für fortschrittliche Anlagen für vorgelagerte Komponenten, darunter Wafer und Polysilizium, vorgeschlagen.
Bei den Maßnahmen handelt es sich um einen Vorschlag, nicht um eine verabschiedete Regelung; ein Inkrafttreten wurde nicht bestätigt. Die verfügbaren Informationen enthalten keine Angaben zu den bisherigen Anforderungen an Exportkontrollen.
Vinay Rustagi, Chief Business Officer bei Premier Energies, erwartet, dass die Strenge der Beschränkungen je nach Entwicklungsstand der Technologie variiert und neuere, effizientere Technologien stärker eingeschränkt werden.
Unsicherheit bei Indiens Ausbau der vorgelagerten Produktion
Indische Modulhersteller, die in die Produktion von Zellen, Ingots, Wafern und Polysilizium einsteigen wollen, könnten Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Maschinen haben. Arulkumar Shanmugasundram, CEO und Managing Director von SWELECT Energy Systems, sagte, es gebe zwar nichtchinesische Anbieter von Anlagen für Zellen, Wafer und Polysilizium, die Ingottechnologie sei jedoch besonders sensibel.
Rustagi sagte, bestehende Unternehmen könnten Zell- und Produktionslinien weiterhin mit importierten Wafern betreiben; in den nächsten zwei bis drei Jahren erwarte er keine kurzfristigen Auswirkungen auf die Branche. Die Auswirkungen dürften sich seiner Einschätzung nach bemerkbar machen, wenn neuere Technologien kommerziell rentabel werden und breitere Akzeptanz finden.
Anujesh Dwivedi, Partner bei Deloitte India, sagte, ein pauschales Verbot werde nicht erwartet und einige Importe könnten mit Lizenzen weiterhin möglich sein. Er warnte, dass sich die Lieferzeiten für Anlagen verlängern könnten und die Auswirkungen auf den Ausbau der heimischen Produktion in Indien teilweise davon abhingen, ob sich die Hersteller ihre Lieferungen bereits gesichert hätten.
Die Frist im Februar 2028 erhöht den Druck
Indiens Ministerium für Neue und Erneuerbare Energien weitete Anfang 2026 die verbindlichen Beschaffungsvorgaben im Rahmen der Approved List of Models and Manufacturers auf Ingots und Wafer aus. Die Vorgaben gelten ab Februar 2028 für Solarprojekte.
Rustagi sagte, es sei noch unklar, wie sich ein chinesisches Exportverbot auf diese Frist auswirken würde. Branchenvertreter verwiesen zudem auf mögliche Kooperationen mit Anlagen- und Technologielieferanten außerhalb Chinas, obwohl einige globale Lieferanten ihre Anlagen dort herstellen.
Nächster Meilenstein
Der Vorschlag befindet sich weiterhin in der Konsultation mit der Industrie; ein Inkrafttreten der chinesischen Exportkontrollen für Solarprodukte wurde nicht bestätigt.
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