Die ägyptische Journalistin Lina Attalah wurde am 27. Oktober 2026 aus der Haft entlassen, wenige Stunden nachdem ein Gericht sie zu einer Geldstrafe von 3 Millionen ägyptischen Pfund verurteilt und die Schließung der unabhängigen Nachrichtenseite Mada Masr angeordnet hatte, teilte ihr Anwalt mit.

Die wichtigsten Punkte

  • Das Gericht verhängte gegen Attalah eine Geldstrafe, weil sie Mada Masr ohne Lizenz betrieben hatte.
  • Ihr Anwalt erklärte, die Geldstrafe sei vor ihrer Freilassung bezahlt worden.
  • Eine Anhörung zu einem separaten Urteil aus dem Jahr 2024 ist für den 11. November angesetzt.

Lina Attalah nach gerichtlicher Geldstrafe freigelassen

Anwalt Hassan al-Azhari erklärte, Attalah sei freigelassen worden, nachdem die Geldstrafe von 3 Millionen Pfund, umgerechnet etwa 53.400 US-Dollar, bezahlt worden sei. Die Strafe entsprach dem Höchstmaß für den Vergehenstatbestand des Betriebs der Website ohne Lizenz.

Mada Masr zufolge haben die Behörden seit 2023 nicht auf den Lizenzantrag reagiert.

Verteidigung legt Berufung gegen früheres Urteil ein

Al-Azhari erklärte, die Verteidigung habe im Verlauf des Verfahrens erfahren, dass Attalah 2024 in Abwesenheit zu einem Jahr Haft und einer separaten Geldstrafe von 20.000 ägyptischen Pfund verurteilt worden war. Ihr Team hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt; eine neue Anhörung ist für den 11. November angesetzt.

Menschenrechtsgruppen und Befürworter der Pressefreiheit verurteilten Attalahs Festnahme und die Gerichtsentscheidung. Hossam Bahgat, Leiter der Egyptian Initiative for Personal Rights, erklärte, er sei im Gericht anwesend gewesen und schilderte die Einwände Attalahs und ihres Verteidigungsteams gegen das Verfahren.

Nächster Meilenstein

Die nächste bestätigte Anhörung im Berufungsverfahren gegen das Urteil aus dem Jahr 2024 ist für den 11. November angesetzt.

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