Bei der EZB-Zinsentscheidung am 29. Oktober 2026 dürfte der Einlagensatz bei 2,5 % bleiben. Anleger achten zudem auf Signale zu künftigen Erhöhungen, die Spannungen am französischen Anleihemarkt und die Zukunft von Präsidentin Christine Lagarde.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die Märkte erwarten, dass die EZB die Zinsen nach zwei Erhöhungen seit Juni unverändert lässt.
- Anleger rechnen mit ungefähr drei weiteren Erhöhungen, durch die der Einlagensatz möglicherweise auf 3,25 % steigen könnte.
- Lagarde dürfte mit Fragen zu Spekulationen konfrontiert werden, sie könnte vor dem Ende ihrer Amtszeit zurücktreten.
EZB-Zinsentscheidung folgt auf Erhöhung im September
Die Europäische Zentralbank hat die Zinsen seit Juni zweimal angehoben. Die Verantwortlichen wollen verhindern, dass die mit dem Iran-Konflikt verbundenen höheren Ölpreise auf die allgemeine Inflation und das Lohnwachstum durchschlagen. Eine weitere Erhöhung bereits im Dezember bleibt möglich, wurde jedoch noch nicht beschlossen.
In ihrer geldpolitischen Entscheidung im Septemberhob die EZB ihre drei Leitzinsen um 25 Basispunkte an. Damit stieg der Einlagensatz mit Wirkung zum 16. September auf 2,50 %. Die Bank erklärte, sie werde von Sitzung zu Sitzung entscheiden und sich nicht auf einen bestimmten Zinspfad festlegen.
Die EZB-Mitarbeiter prognostizierten im September, dass die Gesamtinflation 2026 durchschnittlich 3,0 % und 2027 2,5 % betragen werde und damit über dem mittelfristigen Ziel der Zentralbank von 2 % liege.
Französische Finanzierungskosten erschweren den Ausblick
Steigende Renditen von Staatsanleihen, insbesondere im hoch verschuldeten Frankreich, haben den Finanzierungsdruck für Haushalte und Unternehmen erhöht. Anleger sind zudem zunehmend besorgt über die Staatsverschuldung und den finanzpolitischen Ausblick Frankreichs.
Der EZB steht ein Instrument zum Schutz der Transmission zur Verfügung, um ungerechtfertigten, ungeordneten Marktbewegungen entgegenzuwirken, die die Übertragung der Geldpolitik im gesamten Euroraum ernsthaft gefährden. Das Instrument wurde bislang nicht eingesetzt. Eine sofortige Intervention wird nicht erwartet, während die Verantwortlichen beurteilen, ob die Spannungen auf Frankreich begrenzt bleiben oder sich weiter ausbreiten.
Lagardes Zukunft im Fokus
Lagarde dürfte auf der Pressekonferenz zu Spekulationen befragt werden, sie könnte vor der französischen Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 zurücktreten. Ihre Amtszeit bei der EZB läuft noch ungefähr ein Jahr; ein vorzeitiger Rücktritt wurde nicht bestätigt.
Nächster Meilenstein
Die EZB soll ihre Entscheidung am 29. Oktober um 14:15 Uhr MEZ veröffentlichen. Um 14:45 Uhr MEZ folgt die Pressekonferenz von Lagarde.
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