Der Goldpreis fiel am 23. Oktober 2026 im asiatischen Handel unter 4.000 US-Dollar je Unze und erreichte damit ein Dreimonatstief, bevor er sich wieder über diese Marke erholte. Der Spotpreis für Goldbarren berührte 3.986,74 US-Dollar und lag um 03:30 GMT bei 4.014,25 US-Dollar, nachdem er am Vortag stark gefallen war.
Die wichtigsten Punkte
- Gold notierte erstmals seit Juli unter 4.000 US-Dollar, bevor es einen Teil seiner Verluste wieder wettmachte.
- Der Rückgang fiel mit Verkäufen bei Technologiewerten und Erwartungen einer weiteren geldpolitischen Straffung in den USA zusammen.
- Die im dritten Quartal von Newmont erzielte Cash-Generierung bot einen separaten Einblick in die Entwicklung des Bergbauunternehmens vor dem jüngsten Rückgang des Goldpreises.
Inhaltsverzeichnis
- Goldpreis erholt sich nach Unterschreiten der Marke von 4.000 US-Dollar
- Ölpreis und Zinserwartungen erschweren den Ausblick
- Newmont-Ergebnisse zeigen Cash-Generierung im vorangegangenen Quartal
- Fazit
Goldpreis erholt sich nach Unterschreiten der Marke von 4.000 US-Dollar
Die frühe Erholung am Freitag folgte auf den Rückgang um 2,8 % am Donnerstag auf 4.024,55 US-Dollar, den niedrigsten Schlusskurs seit dem 20. Juli. Die Rückkehr über 4.000 US-Dollar machte den Verlust nicht wett; das Gold blieb mit Blick auf den US-Handel unter Druck.
Edelmetalle gaben im Zuge eines breiteren Rückzugs aus risikoreicheren Anlagen nach. Der Nasdaq fiel am Donnerstag um mehr als 2 %, da Anleger ihr Engagement in Unternehmen mit Bezug zu künstlicher Intelligenz reduzierten. Der Verkauf von Gold zur Deckung von Verlusten an anderer Stelle war eine am Markt verbreitete Erklärung; die verfügbaren Belege weisen eine Zwangsliquidation jedoch nicht als alleinige Ursache aus.
Auch Silber fiel am Freitag stark, was zeigt, dass die Schwäche nicht auf Gold beschränkt war. Sein Rückgang um etwa 10 % im Oktober stand einem monatlichen Verlust von rund 6,1 % bei Gold in einer Momentaufnahme vom frühen Freitag gegenüber.
| Position | Einzelheiten |
|---|---|
| Silberpreis | 54,09 US-Dollar je Unze um 06:41 GMT am 23. Oktober, nach einem Tief von etwa 53,43 US-Dollar. |
| Newmont zurechenbare Produktion | 1,302 Millionen Unzen Gold im dritten Quartal 2026. |
| Aktienrückkäufe von Newmont | Seit dem vorherigen Ergebnisgespräch bis zum Einreichungsdatum 1,6 Milliarden US-Dollar, davon rund 451 Millionen US-Dollar im Oktober. |
| Von Newmont erklärte Dividende | 0,26 US-Dollar je Aktie, zahlbar am 21. Dezember 2026 an die am 25. November eingetragenen Aktionäre. |
Ölpreis und Zinserwartungen erschweren den Ausblick
Ein Brent-Ölpreis von rund 114 US-Dollar je Barrel hielt die Inflationssorgen im Fokus, während die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA auf 194.000 zurückgingen; erwartet worden waren 200.000. Auch der Dollar erholte sich von einem Dreiwochentief und stellte damit einen weiteren möglichen Gegenwind für in Dollar notiertes Gold dar.
Die Märkte gingen weithin davon aus, dass die Federal Reserve ihren Leitzins bei der Sitzung am 27. und 28. Oktober bei 3,75–4,00 % belassen würde. Die Erwartungen einer Zinserhöhung im Dezember blieben hoch; einige Momentaufnahmen der Märkte bezifferten die Wahrscheinlichkeit auf nahezu 80 %. Diese Wahrscheinlichkeiten spiegeln Veränderungen der Marktbepreisung wider und sind keine Zusage der Federal Reserve.
Höhere Zinsen können unverzinsliches Gold gegenüber verzinslichen Anlagen weniger attraktiv machen. Damit stellen sich unmittelbar zwei unterschiedliche geldpolitische Fragen: ob die Fed im Oktober die Zinsen unverändert lässt und welche Signale ihre Erklärung für Dezember enthält. Die Inflationsdaten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) für September sollen am 29. Oktober veröffentlicht werden.
Newmont-Ergebnisse zeigen Cash-Generierung im vorangegangenen Quartal
Die Ergebnisse von Newmont für das dritte Quartal 2026, die am 22. Oktober veröffentlicht wurden, wiesen einen durchschnittlich erzielten Goldpreis von 4.317 US-Dollar je Unze und All-in Sustaining Costs für Gold als Nebenprodukt von 1.454 US-Dollar je Unze aus. Das Unternehmen erzielte einen freien Cashflow von 1,9 Milliarden US-Dollar und meldete einen bereinigten verwässerten Gewinn von 2,20 US-Dollar je Aktie.
Diese Zahlen beziehen sich auf das abgeschlossene Quartal und nicht auf die Rentabilität beim Spotpreis vom Freitag. Sie belegen auch nicht, dass für alle Goldproduzenten dieselben Kosten oder Cashflow-Aussichten gelten.
Newmont hielt an seiner Jahresproduktionsprognose von 5,3 Millionen zurechenbaren Unzen Gold fest und verbesserte den Ausblick für die ganzjährigen All-in Sustaining Costs für Gold als Nebenprodukt auf 1.520 US-Dollar je Unze. Diese Kostenangabe bleibt eine Prognose des Managements und ist kein abgeschlossenes Jahresergebnis.
Fazit
Die Erholung des Goldpreises über 4.000 US-Dollar änderte nichts am Tief vom frühen Freitag, kehrte den Ausverkauf vom Donnerstag aber nicht um. Die nächsten angesetzten geldpolitischen Termine sind die Sitzung der Federal Reserve am 27. und 28. Oktober sowie die Veröffentlichung der Inflationsdaten am 29. Oktober.
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