Die Erwartungen an die europäischen Unternehmensgewinne hatten sich zum 23. Oktober 2026 verbessert: LSEG prognostizierte für die Unternehmen des STOXX 600 im dritten Quartal ein Gewinnwachstum von 21,9 %, gegenüber 20,7 % eine Woche zuvor. Energieunternehmen sind für einen großen Teil des erwarteten Anstiegs verantwortlich; für den übrigen Markt sind die Aussichten verhaltener.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Prognose für das Gewinnwachstum im dritten Quartal stieg innerhalb einer Woche um 1,2 Prozentpunkte.
  • Das Gewinnwachstum im Energiesektor dürfte deutlich stärker ausfallen als der Zuwachs in den übrigen Sektoren.
  • Die Prognose kombiniert Ergebnisse von 47 Unternehmen mit Schätzungen für Unternehmen, deren Berichte noch ausstehen.

Inhaltsverzeichnis

Prognose für europäische Gewinne im Q3 verbessert sich

Falls sich die jüngste Prognose bewahrheitet, wäre dies die zweithöchste vierteljährliche Gewinnwachstumsrate seit vier Jahren. Sie ist weiterhin eine Schätzung für die Berichtssaison und keine abschließende Zusammenstellung der Unternehmensergebnisse.

Der STOXX Europe 600 umfasst 600 Unternehmen aus 17 Ländern und 11 Branchen in den entwickelten Volkswirtschaften Europas. Aufgrund seiner breiten Abdeckung ist der Unterschied zwischen dem Gesamtgewinnwachstum und dem Wachstum ohne den Energiesektor wichtig, um zu beurteilen, wie weit die Verbesserung reicht.

PositionDetails
Gewinne im EnergiesektorFür Q3 2026 wird ein Anstieg um 134,1 % gegenüber dem Vorjahresquartal prognostiziert.
Gewinne ohne EnergiesektorFür Q3 2026 wird ein Anstieg um 8,4 % gegenüber dem Vorjahresquartal prognostiziert.
UmsatzFür Q3 2026 wird ein Anstieg um 13,3 % gegenüber dem Vorjahresquartal prognostiziert.

Energiesektor treibt uneinheitliche Gewinnerholung an

Von den Energieunternehmen wird mit Abstand der stärkste Gewinnanstieg erwartet. Die mit dem Krieg zwischen den USA und dem Iran verbundenen Volatilität und Störungen haben Energiehandelsabteilungen Chancen eröffnet und damit die Erwartungen an die Quartalsleistung des Sektors gestützt.

Ohne den Energiesektor fällt das prognostizierte Gewinnwachstum deutlich geringer aus. Dieser Gegensatz bedeutet, dass die Verbesserung des Gesamtwerts nicht als ebenso starke Beschleunigung bei den europäischen Unternehmen insgesamt verstanden werden sollte.

Auch die Umsatzprognose hat sich verbessert. Sollte der prognostizierte Umsatzanstieg eintreten, wäre es der stärkste seit dem dritten Quartal 2022.

Verbesserte Prognosen treffen auf höhere Kosten

Die Anhebung der Gewinnprognose geht mit hohen Ölpreisen und steigenden staatlichen Kreditkosten einher. Diese Belastungen erschweren das Umfeld für europäische Unternehmen, obwohl sich die kurzfristigen Gewinnerwartungen verbessern.

Der Unterschied ist außerhalb des Energiesektors besonders relevant: Höhere Energiepreise können Produzenten und Handelsaktivitäten zugutekommen, während sie zugleich die Kosten anderer Unternehmen erhöhen. Aus den Gewinnschätzungen lässt sich nicht ableiten, wie sich diese gegenläufigen Effekte auf die folgenden Quartale auswirken werden.

Fazit

Die Erwartungen an die europäischen Unternehmensgewinne haben sich verbessert, doch die Stärke konzentriert sich auf den Energiesektor. Die Ergebnisse der Unternehmen, deren Berichte noch ausstehen, werden zeigen, ob das prognostizierte Wachstum tatsächlich eintritt. Ihre Ausblicke dürften zudem verdeutlichen, wie sich Energie- und Finanzierungskosten über das dritte Quartal hinaus auswirken.

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