MicroVision gab am 22. Oktober 2026 bekannt, dass das Unternehmen die kommerzielle Produktion und Auslieferung von MOVIA Pro, seinem Kurzstrecken-Lidar-Sensor mit integrierter Umfeldwahrnehmungssoftware, aufgenommen hat. Mit dem Start geht das Produkt über die Prototypenbewertung hinaus: Die Fertigung läuft in Orlando, Florida, und Kunden können Bestellungen aufgeben.
Wichtige Erkenntnisse
- MicroVision zufolge befindet sich MOVIA Pro in der kommerziellen Produktion, und die Sensoren werden ausgeliefert, um die Kundennachfrage zu bedienen.
- Das Gerät verarbeitet Sensordaten direkt an Bord und verringert so die Abhängigkeit von separater Rechenhardware.
- Der Start zielt auf industrielle Automatisierung, Infrastruktur und unbemannte Systeme ab; Auftragswerte oder Auslieferungsmengen wurden jedoch nicht bekannt gegeben.
Inhaltsverzeichnis
- MOVIA Pro wechselt von der Evaluierung in die Produktion
- Die Verarbeitung an Bord verändert die Integrationsaufgabe
- Industrielle und unbemannte Systeme als Zielmärkte
- Fazit
MOVIA Pro wechselt von der Evaluierung in die Produktion
MicroVisions Ankündigung der kommerziellen Produktion bestätigt, dass das Produkt nun gefertigt und ausgeliefert wird und nicht mehr nur ein Prototyp ist. CEO Glen DeVos sagte, die Kunden seien bereit, von der Evaluierung von Prototypen zum Start kommerzieller Programme überzugehen.
„Wir freuen uns sehr, mit diesem Produktionsstart von MOVIA Pro die aufgestaute Kundennachfrage zu bedienen“, sagte DeVos. Als Fertigungsstandort nannte er die Einrichtung des Unternehmens in Orlando.
In der Mitteilung wurden weder Kunden genannt noch die Nachfrage beziffert oder Produktionskapazität, Preise beziehungsweise erwartete Umsätze angegeben. Damit markiert der Schritt einen Meilenstein bei der Kommerzialisierung, ohne das Ausmaß des finanziellen Beitrags des Produkts zu belegen.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Fahrzeug- und Geräteschnittstelle | CAN-Konnektivität |
| Netzwerkschnittstellen | Gigabit- und 100-Mbit-Ethernet |
| Industrielle Integration | Industriegerechte Ein-/Ausgänge und Steckverbinder |
| Software-Weiterentwicklung | Funktionen und Erweiterungen werden durch Software-Updates unterstützt |
Die Verarbeitung an Bord verändert die Integrationsaufgabe
MOVIA Pro ist die produktionsreife Version von MicroVisions MOVIA S. Dank der integrierten Verarbeitungsarchitektur kann die Umfeldwahrnehmungssoftware direkt auf dem Sensor ausgeführt werden. So werden Punktwolkendaten in Informationen auf Objektebene umgewandelt, die an verbundene Systeme übermittelt werden können.
Dadurch müssen nicht mehr alle Sensordaten zur Auswertung an einen separaten Computer gesendet werden. MicroVision zufolge soll die Kombination von Sensorik und Umfeldwahrnehmung den Verkabelungsaufwand, den Bedarf an externer Hardware und die Gesamtkomplexität des Systems verringern; die Mitteilung bezifferte diese potenziellen Einsparungen nicht.
Das Gerät nutzt außerdem Mehrfachecho-Sensorik, die mehrere Rückläufe eines einzelnen ausgesendeten Impulses erfasst, um die Erkennung von Objekten unter schwierigen Bedingungen zu unterstützen. Ein offenes, Linux-basiertes Software-Framework ermöglicht es Kunden, Anwendungen auf dem Gerät zu entwickeln, bereitzustellen und zu aktualisieren.
Industrielle und unbemannte Systeme als Zielmärkte
MicroVision positioniert den Sensor für Lagerroboter, fahrerlose Transportsysteme und Fahrerassistenzsysteme für Gabelstapler. Dort sind Hinderniserkennung und das Erfassen von Personen und Geräten in der Nähe wichtige betriebliche Anforderungen.
Zu den weiteren vorgesehenen Einsatzgebieten zählen Navigation und Kartierung für unbemannte Luftfahrzeuge, Verkehrsüberwachung, Infrastrukturüberwachung und Sicherheitsanwendungen. Das Unternehmen führt außerdem autonome Land- und Meeressysteme sowie ausgewählte Anwendungen im Automobilbereich auf, etwa Autonomie bei niedrigen Geschwindigkeiten und Totwinkelerkennung.
Hierbei handelt es sich um vorgesehene Anwendungen und nicht um eine Liste bestätigter Kundeneinsätze. MOVIA Pro ergänzt MicroVisions breiteres Portfolio aus Kurz- und Langstrecken-Lidar, luftgestützter Sensorik und Software zur Umfeldwahrnehmung.
Fazit
Da MOVIA Pro ausgeliefert wird und Bestellungen möglich sind, besteht der nächste kommerzielle Schritt darin, dass Kunden wie vom Management beschrieben in den operativen Einsatz übergehen. MicroVision hat für diesen Übergang weder einen Zeitplan noch finanzielle Ziele genannt.
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