Die Ergebnisse von Evolution für das dritte Quartal 2026 zeigten einen Anstieg des Umsatzes um 3,7 % gegenüber dem Vorjahr auf 526,1 Millionen Euro, während die bereinigte EBITDA-Marge 65,8 % erreichte. Die am 23. Oktober bekannt gegebenen Ergebnisse wurden vor einer regulatorischen Änderung in Brasilien im Oktober veröffentlicht, in deren Folge das lokale Studio des Unternehmens vorübergehend geschlossen wurde. Dies sorgt für Unsicherheit im vierten Quartal.

Wichtige Erkenntnisse

  • Das bereinigte EBITDA stieg um 2,7 %, die Marge verengte sich jedoch gegenüber dem Vorjahr.
  • Alle Regionen verzeichneten sequenzielles Wachstum, doch der Umsatz in Europa blieb unter dem Vorjahresniveau.
  • Das Management hielt trotz der Unsicherheit in Brasilien an seinem Margenziel für das Gesamtjahr fest.

Inhaltsverzeichnis

Evolution-Ergebnisse zeigen Wachstum bei niedrigerer Marge

Die Zwischenergebnisse von Evolution für Januar bis September 2026 weisen für das dritte Quartal ein bereinigtes EBITDA von 345,9 Millionen Euro aus, verglichen mit 336,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz wuchs stärker als das bereinigte operative Ergebnis, sodass die EBITDA-Marge unter den 66,4 % des Vorjahres lag.

Der ausgewiesene Quartalsgewinn sank, obwohl der Gewinn je Aktie stieg. In der Ergebnisveröffentlichung des Unternehmens wurde ein Gewinn je Aktie von 1,31 Euro ausgewiesen, verglichen mit 1,25 Euro im Vorjahreszeitraum.

In den ersten neun Monaten blieb der Umsatz nahezu unverändert, während das bereinigte EBITDA leicht zurückging. Die bereinigte EBITDA-Marge seit Jahresbeginn betrug 65,7 %; das Management hielt während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen an seinem Gesamtjahresziel von 66 % fest. Dieses Ziel ist weiterhin eine Prognose und kein bereits erzieltes Ergebnis.

PostenDetails
Ausgewiesener Gewinn im dritten Quartal243,3 Millionen Euro gegenüber 252,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum
Umsatz von Januar bis September1.557,0 Millionen Euro, ein Plus von 0,3 % gegenüber dem Vorjahr
Bereinigtes EBITDA von Januar bis September1.022,2 Millionen Euro, ein Rückgang von 0,2 % gegenüber dem Vorjahr
Investitionen im dritten Quartal32 Millionen Euro
Studiogesamtnetz27 weltweit, darunter ein im Quartal eröffnetes Studio

Die regionale Erholung verläuft uneinheitlich

Erstmals seit 2024 erzielten alle Regionen ein sequenzielles Umsatzwachstum gegenüber dem Vorquartal. Europa legte sequenziell um 0,4 % zu und Asien um 0,8 %, wodurch sich die Erholung auf eine breitere Basis stützte als in den vergangenen Quartalen.

Die Vorjahresvergleiche fielen uneinheitlicher aus. Der Umsatz in Europa sank um 4,7 %, während Asien ein Wachstum von 1,6 % verzeichnete. CEO Martin Carlesund räumte die schwache Entwicklung Europas ein und verwies unter anderem auf regulatorische Änderungen und Steuern als Herausforderungen. Zudem warnte er, dass die Behebung der durch Cyberkriminalität verursachten Störungen in Asien Zeit in Anspruch nehmen werde.

Andernorts fiel das Wachstum stärker aus: Nordamerika legte gegenüber dem Vorjahr um 13,6 % zu, Lateinamerika um 23,1 % und Afrika sowie sonstige Märkte um 23,7 %. Nach Produktkategorien stieg der Umsatz mit Live-Spielen um 2,6 %, während der Umsatz mit Spielen auf Basis von Zufallszahlengeneratoren um 10,1 % zunahm. Damit verzeichnete dieser Bereich das zweite Quartal in Folge ein zweistelliges Wachstum.

Schließung in Brasilien rückt das vierte Quartal in den Fokus

Evolution zufolge wurde der regulatorische Rahmen Brasiliens nach einer Entscheidung des Präsidenten Anfang Oktober zurückgenommen. Das brasilianische Studio wurde vorübergehend geschlossen. Das Management erklärte, dass das endgültige regulatorische Ergebnis und Veränderungen im Spielerverhalten weiterhin schwer vorherzusagen seien.

Der Zeitpunkt ist relevant: Die Schließung erfolgte nach dem Berichtszeitraum des dritten Quartals, sodass die jüngsten Ergebnisse ihre späteren Auswirkungen nicht abbilden. Evolution schätzte anhand der IP-Adressen der Spieler, dass Brasilien deutlich weniger als die Hälfte des lateinamerikanischen Umsatzes ausmachte, und erklärte, die Dynamik in anderen Teilen der Region werde einen Teil der Auswirkungen ausgleichen.

Carlesund lehnte es während der Telefonkonferenz ab, die letztendlichen Auswirkungen auf den Umsatz im vierten Quartal zu beziffern. Die Beibehaltung des Margenziels beseitigt die Unsicherheit beim Umsatz nicht.

Cashflow unterstützt Investitionspläne

Evolution meldete einen operativen Cashflow nach Investitionen von 334,1 Millionen Euro, einschließlich eines Beitrags aus dem Nettoumlaufvermögen von 32,5 Millionen Euro. Die liquiden Mittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich zum Quartalsende auf 656,4 Millionen Euro.

Finanzvorstand Joakim Andersson erklärte, strengere Verfahren für Rechnungsstellung und Zahlungseingänge hätten die Forderungen reduziert, auch wenn einige überfällige Zahlungen noch ausstanden. Das Management bekräftigte seine Präferenz, Aktienrückkäufe ohne Fremdfinanzierung zu finanzieren und eine Netto-Cash-Position beizubehalten.

Die Erweiterung des Produktangebots bleibt auf der Agenda. Evolution plant, Ice Fishing im vierten Quartal in Nordamerika einzuführen und Game Night vor Jahresende auf den Markt zu bringen.

Fazit

Als nächste operative Entwicklungen stehen die Einführung von Ice Fishing in Nordamerika im vierten Quartal und der geplante Start von Game Night vor Jahresende an. Die ungeklärte Schließung des brasilianischen Studios bleibt ein gesonderter Unsicherheitsfaktor für den Umsatz im vierten Quartal.

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