Die Rogers-Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 zeigten trotz eines niedrigeren bereinigten Gewinns eine stärkere Cashflow-Generierung, da das kanadische Kommunikationsunternehmen seinen Ausblick für das Gesamtjahr bekräftigte. Die am 23. Oktober veröffentlichten Ergebnisse für das am 30. September beendete Quartal wiesen einen Umsatz von 5,443 Mrd. CAD und einen freien Cashflow von 1,370 Mrd. CAD aus, ein Plus von 65 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Wichtigste Erkenntnisse
- Der bereinigte verwässerte Gewinn je Aktie sank um 6 % auf 1,29 CAD, während der Umsatz um 2 % stieg.
- Niedrigere Investitionsausgaben und Cash-Steuern trugen dazu bei, dass der freie Cashflow deutlich stärker zunahm als das operative Ergebnis.
- Rogers hielt an seinem Ausblick für 2026 fest und strebt einen Minderheitsverkauf seiner Sport- und Medienwerte an, um Schulden zurückzuzahlen.
Inhaltsverzeichnis
- Rogers-Ergebnisse zeigen stärkeren Cashflow und niedrigeren bereinigten Gewinn
- Telekommunikationsmargen verbessern sich trotz Umsatzdruck im Mobilfunkgeschäft
- MLSE-Kauf rückt geplanten Verkauf der Sportbeteiligung in den Fokus
- Jahresprognose bleibt unverändert
- Fazit
Rogers-Ergebnisse zeigen stärkeren Cashflow und niedrigeren bereinigten Gewinn
Die Ergebnisveröffentlichung von Rogers für das dritte Quartal 2026 wies einen Anstieg des bereinigten EBITDA um 1 % auf 2,535 Mrd. CAD aus. Der bereinigte Nettogewinn sank dennoch um 3 % auf 701 Mio. CAD, vor allem weil höhere Finanzierungskosten einen Teil der operativen Verbesserung aufzehrten.
Der ausgewiesene Nettogewinn ging um 91 % auf 495 Mio. CAD zurück. Dieser Vergleich wurde stark durch einen nicht zahlungswirksamen Gewinn von 5 Mrd. CAD beeinflusst, den Rogers ein Jahr zuvor bei der Neubewertung seiner bestehenden Beteiligung an Maple Leaf Sports & Entertainment, kurz MLSE, verbucht hatte. Der Rückgang des ausgewiesenen Gewinns entspricht daher keiner gleichwertigen Verschlechterung des laufenden Geschäfts.
Der operative Cashflow stieg um 9 % auf 1,658 Mrd. CAD. Der freie Cashflow nahm deutlich stärker zu. Gründe dafür waren geringere Investitionsausgaben, ein höheres bereinigtes EBITDA und niedrigere Cash-Ertragsteuern, teilweise ausgeglichen durch Ausschüttungen an nicht beherrschende Anteilseigner. Der freie Cashflow ist eine vom Unternehmen definierte Kennzahl des Kapitalmanagements.
| Position | Details |
|---|---|
| Investitionsausgaben im Q3 | 524 Mio. CAD |
| Investitionsintensität im Q3 | 9,6 %, 840 Basispunkte weniger als im Vorjahreszeitraum |
| Bereinigte EBITDA-Marge im Mobilfunkgeschäft | 68 %, 130 Basispunkte mehr als im Vorjahreszeitraum |
| Bereinigte EBITDA-Marge im Kabelgeschäft | 59 %, 40 Basispunkte mehr als im Vorjahreszeitraum |
| Nettozugänge bei Mobilfunkkunden | 17.000 im Q3 |
| Nettozugänge bei Internetkunden im Privatkundengeschäft | 10.000 im Q3 |
Telekommunikationsmargen verbessern sich trotz Umsatzdruck im Mobilfunkgeschäft
Der Umsatz mit Mobilfunkdiensten sank um 1 % auf rund 2,0 Mrd. CAD. Rogers führte den Rückgang hauptsächlich auf niedrigere durchschnittliche Umsätze je Mobilfunkkunde angesichts des Wettbewerbs sowie auf geringere Gebührenerlöse nach einer Entscheidung der Canadian Radio-television and Telecommunications Commission zurück, die bestimmte Gebühren untersagte.
Das bereinigte EBITDA im Mobilfunkgeschäft stieg dennoch um 1 %, unterstützt durch höhere Margen bei Endgeräten. Der Umsatz mit Kabeldiensten blieb mit rund 2,0 Mrd. CAD stabil, während Effizienzinitiativen einen Anstieg des bereinigten EBITDA im Kabelgeschäft um 1 % ermöglichten.
Das Mediengeschäft war ein stärkerer Wachstumstreiber: Der Umsatz stieg um 9 % auf 821 Mio. CAD und das bereinigte EBITDA erhöhte sich um 12 % auf 84 Mio. CAD. Höhere Sporterlöse und Abonnentenerlöse aus den Kanälen von Warner Bros. Discovery trugen dazu bei, niedrigere Werbeerlöse auszugleichen.
MLSE-Kauf rückt geplanten Verkauf der Sportbeteiligung in den Fokus
Nach Quartalsende schloss Rogers am 1. Oktober den Erwerb der verbleibenden 25 % an MLSE für 4,35 Mrd. CAD in bar ab. Finanziert wurde die Transaktion über kurzfristige Kreditlinien. Damit wurde MLSE zu einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft.
Rogers strebt bis zum ersten Halbjahr 2027 den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an seinen konsolidierten Sport-, Medien- und Unterhaltungswerten an, die als Rogers Sports bekannt sind. Das Management erwartet, die Erlöse zur Schuldentilgung einzusetzen; der Verkauf ist weiterhin geplant und noch nicht abgeschlossen.
Der Verschuldungsgrad des Unternehmens lag zum 30. September beim 3,7-Fachen, nach dem 4,0-Fachen Ende 2025. Dieser Wert zum Quartalsende wurde ermittelt, bevor Rogers die Kreditaufnahme für den Abschluss des Erwerbs der restlichen MLSE-Beteiligung tätigte.
Jahresprognose bleibt unverändert
Rogers bekräftigte seinen Ausblick für 2026 für den Gesamtumsatz mit Dienstleistungen, das bereinigte EBITDA, die Investitionsausgaben und den freien Cashflow. Die unveränderte Prognose unterscheidet die erklärten Erwartungen des Unternehmens von den Wettbewerbs- und Regulierungsbelastungen, die sich auf den Mobilfunkumsatz auswirken.
Das Unternehmen schüttete im Quartal Dividenden in Höhe von 270 Mio. CAD aus und kündigte am 22. Oktober eine Dividende von 0,50 CAD je Aktie an. Diese Zahlungen sind von den geplanten Erlösen aus dem Verkauf von Vermögenswerten und den Zielen zum Schuldenabbau getrennt.
Fazit
Die Rogers-Ergebnisse kombinierten ein moderates operatives Wachstum mit einer deutlich stärkeren Cashflow-Generierung, während Finanzierungskosten den bereinigten Gewinn belasteten. Der nächste angekündigte Meilenstein ist der geplante Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an Rogers Sports bis zum ersten Halbjahr 2027; die Erlöse sollen zur Schuldentilgung verwendet werden.
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