Europäische Aktien fielen am 23. Oktober 2026 den zweiten Handelstag in Folge, da starke Verluste bei Volvo Cars und Kering den Markt belasteten. Der STOXX Europe 600 gab in der Momentaufnahme des Handels um 0,3 % nach. Industrie- und Luxusgüteraktien blieben zurück, während steigende Ölpreise Energieaktien zu einer besseren Entwicklung verhalfen.
Wichtige Erkenntnisse
- Volvo Cars verlor im Tagesverlauf zeitweise bis zu 32 %, nachdem das Unternehmen einen Verlust im dritten Quartal gemeldet hatte.
- Die Kering-Aktie fiel um 17,4 %, da die schwachen Gucci-Umsätze die Erholung des Unternehmens in den Fokus rückten.
- Energieaktien entwickelten sich besser, da Brent-Rohöl angesichts eskalierender Angriffe in Saudi-Arabien zulegte.
Inhaltsverzeichnis
- Europäische Aktien geben nach enttäuschenden Geschäftszahlen nach
- Schwäche bei Gucci steht den stärkeren Marken von Kering gegenüber
- Entwicklungen bei Öl und Telekommunikation verstärken die Sektorunterschiede
- Fazit
Europäische Aktien geben nach enttäuschenden Geschäftszahlen nach
Der moderate Rückgang des regionalen Leitindex verdeckte deutlich stärkere Bewegungen bei einzelnen Unternehmen. Volvo Cars meldete für das dritte Quartal einen Verlust und kündigte an, den geplanten Stellenabbau auf etwa 6 % der Belegschaft auszuweiten. Der Personalabbau ist weiterhin geplant und noch nicht umgesetzt.
Der Kursrückgang von Volvo Cars um 32 % im Tagesverlauf war keine bestätigte Schlussrendite. Auch der Rückgang von Kering um 17,4 % beschreibt die Momentaufnahme des Marktes und kein festgestelltes Tagesendergebnis.
Sorgen um Aktien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz belasteten die Stimmung zusätzlich und verstärkten den Druck durch die Unternehmensergebnisse und die erhöhten Ölpreise.
| Position | Details |
|---|---|
| Umsatz von Kering im 3. Quartal 2026 | 3,345 Milliarden €. |
| Umsatz von Gucci im 3. Quartal 2026 | 1,291 Milliarden €. |
| Kering Schmuck | Der Umsatz im 3. Quartal stieg auf vergleichbarer Basis um 11 % auf 239 Millionen €. |
| Kering Eyewear | Der Umsatz im 3. Quartal stieg auf vergleichbarer Basis um 4 % auf 373 Millionen €. |
| Filialnetz von Kering | In den ersten neun Monaten wurden netto 105 Filialen geschlossen; für das Gesamtjahr 2026 sind mindestens 125 geplant. |
Schwäche bei Gucci steht den stärkeren Marken von Kering gegenüber
Kerings Umsatzmitteilung für das dritte Quartal 2026 zeigte, dass der Konzernumsatz auf ausgewiesener Basis stabil blieb, auf vergleichbarer Basis jedoch um 1 % sank. Gucci blieb ein schwächerer Teil des Portfolios: Der Umsatz fiel ausgewiesen um 4 % und auf vergleichbarer Basis um 6 %.
Kering nannte die Kundenfrequenz als wichtigste Einschränkung für Gucci, obwohl sich Konversionsraten, Durchschnittspreise und durchschnittliche Transaktionswerte verbesserten. Dieser Unterschied ist für die Erholung von Bedeutung: Höhere Ausgaben der Kunden, die tatsächlich einkaufen, konnten die geringere Kundenfrequenz in den Filialen bislang nicht ausgleichen.
Die Entwicklung in anderen Bereichen war widerstandsfähiger. Die Einzelhandelsumsätze in der Sparte Fashion & Leather Goods stiegen ohne Gucci auf vergleichbarer Basis um 2 %, getragen von Saint Laurent, Bottega Veneta und Brioni.
Vorstandsvorsitzender Luca de Meo bezeichnete die Erholung von Gucci als oberste Priorität des Konzerns. Kering hielt an seinem Ziel fest, die wiederkehrende operative Marge 2026 mithilfe von Effizienzmaßnahmen zu verbessern. Dabei handelt es sich weiterhin um ein Ziel des Managements und nicht um ein bereits erzieltes Ergebnis.
Entwicklungen bei Öl und Telekommunikation verstärken die Sektorunterschiede
Brent-Rohöl verteuerte sich angesichts eskalierender Angriffe in Saudi-Arabien, und Energieaktien entwickelten sich besser als der breitere Markt. Die Handelssitzung war somit von Schwäche bei Industrie- und Luxusgüterunternehmen sowie relativer Stärke bei ölbezogenen Unternehmen geprägt.
Auch europäische Telekommunikationsaktien gerieten unter Druck, nachdem SpaceX über den Zugang zu mindestens 80.000 Standorten von Mobilfunkmasten in den Vereinigten Staaten verhandelte. Die Gespräche weckten Sorgen über den Wettbewerb für traditionelle Telekommunikationsanbieter, stellten jedoch keine abgeschlossene Zugangsvereinbarung dar.
Fazit
Europäische Aktien erlebten eine uneinheitliche Handelssitzung, in der unternehmensspezifische Rückschläge bei den Geschäftszahlen die Unterstützung durch Energieaktien überwogen. Für Kering bleibt das erklärte Ziel, die Marge 2026 zu verbessern, ein konkreter Maßstab, den es zu beobachten gilt, während der Konzern daran arbeitet, Guccis Dynamik wiederherzustellen.
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