Das Nordnet-Ergebnis im dritten Quartal 2026 zeigte einen Anstieg des Vorsteuergewinns um 21 % gegenüber dem Vorjahresquartal auf 1,1 Mrd. SEK. Damit lag er zum dritten Mal in Folge über 1 Mrd. SEK. Der Umsatz stieg um 18 % auf 1,6 Mrd. SEK, da die fondsbezogenen Erträge und der Nettozinsertrag zunahmen. Das Sparvermögen der Kunden näherte sich unterdessen 1,5 Billionen SEK.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die fondsbezogenen Erträge stiegen um 31 %, während der Nettozinsertrag um knapp 20 % zunahm.
  • Das Nettosparvolumen erreichte 26 Mrd. SEK, das Kundenwachstum blieb jedoch unter dem Ziel der Geschäftsleitung von 13 % bis 15 %.
  • Nordnet hielt an seiner Jahresprognose für die Aufwendungen fest und plant, mit den Ergebnissen des vierten Quartals weitere Kennzahlen zur Expansion in Deutschland vorzulegen.

Inhaltsverzeichnis

Nordnet-Ergebnis wächst trotz stagnierender Handelsvolumina

Die Zahlen des dritten Quartals waren Teil des Neunmonats-Berichtszyklus von Nordnet. In der Einladung zur Präsentation des Berichts für Januar bis September 2026 war dessen Veröffentlichung für den 22. Oktober 2026 angesetzt. Im Anschluss sollten CEO Rasmus Järborg und CFO Lennart Krän die Ergebnisse präsentieren und Fragen beantworten.

Die transaktionsbezogenen Erträge beliefen sich auf 655 Mio. SEK. Die Handelsvolumina waren gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen unverändert, doch der Umsatz je Trade stieg um 13 % auf 41,4 SEK und lag damit nahezu auf dem Niveau des zweiten Quartals. Höhere Erträge je Transaktion gingen somit mit dem Ergebniswachstum einher, ohne dass die Gesamtzahl der Trades zunahm.

Järborg zufolge trugen größere Trades von Private-Banking-Kunden und aktiven Händlern dazu bei, die durchschnittliche Trade-Größe und den Umsatz je Trade zu erhöhen. Ihre Vorzugskonditionen schmälerten jedoch die Maklermarge geringfügig. Dies zeigt, warum ein höherer Umsatz je Trade nicht zwangsläufig auf stärkere Provisionspreise hindeutet.

PositionDetails
Ausgeführte Trades15,8 Millionen im dritten Quartal 2026; Tagesdurchschnitt: 239.000.
Grenzüberschreitender Handel42 % des gehandelten Volumens und 39 % der Trades.
Fondsquote54 % der Kunden hielten ein Fondsprodukt.
Kreditbestand33 Mrd. SEK: rund 20 Mrd. SEK an Lombardkrediten und 13 Mrd. SEK an Wohnbauhypotheken.
Harte Kernkapitalquote (CET1)18,1 %.

Fonds und Sparguthaben wachsen schneller als der Kundenstamm

Das Nettosparvolumen stieg im Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 23 % auf 26 Mrd. SEK. Damit belief sich der Gesamtwert seit Jahresbeginn auf 80 Mrd. SEK. Das Sparvermögen nahm um 317 Mrd. SEK beziehungsweise 28 % auf knapp 1,5 Billionen SEK zu.

Die fondsbezogenen Erträge stiegen um 31 % auf 215 Mio. SEK. Das Fondsvermögen wuchs um 37 % auf 387 Mrd. SEK, darunter 120 Mrd. SEK in Fonds der Marke Nordnet – ein Plus von 50 %. Auf Eigenmarkenprodukte entfielen rund 6 Mrd. SEK beziehungsweise 49 % der Nettomittelzuflüsse in Fonds.

Die Zahl der aktiven Kunden stieg um 12 % auf knapp 2,6 Millionen; im Quartal kamen netto rund 64.000 hinzu. Das Wachstum blieb damit unter dem Unternehmensziel von 13 % bis 15 %. Järborg verwies auf Jubiläumsaktionen, Kampagnen zur Reaktivierung von Kunden und Empfehlungsprogramme, die Kundenakquise und Kundenbindung beschleunigen sollen.

Ausblick auf Zinserträge bleibt unverändert, Kapitalrückflüsse schreiten voran

Der Nettozinsertrag stieg um knapp 20 % auf 687 Mio. SEK; die Rendite blieb mit 275 Basispunkten stabil. Die Kundeneinlagen überstiegen 96 Mrd. SEK, machten jedoch lediglich 6,6 % des Sparvermögens aus. Järborg zufolge sind die Kunden stark an den Märkten investiert. Daher hätten die Kundenaufnahme und -aktivierung Vorrang vor der Aufteilung ihres Vermögens auf Bargeld, Aktien und Fonds.

Die Geschäftsleitung bestätigte ihre Prognose für das Gesamtjahr 2026 von rund 2,7 Mrd. SEK Nettozinsertrag und 1,79 Mrd. SEK Betriebsaufwand. Der Betriebsaufwand belief sich im Quartal auf 450 Mio. SEK. Die Kosten im nordischen Kerngeschäft stiegen gegenüber dem Vorjahr um 10 % beziehungsweise um 12 % einschließlich der Investitionen in Deutschland.

Nordnet leitete im September ein Aktienrückkaufprogramm über 250 Mio. SEK ein und kündigte im November die Rückzahlung einer Additional-Tier-1-Anleihe über 600 Mio. SEK an; ein Ersatz ist nicht geplant. Krän zufolge trug die geplante Rückzahlung dazu bei, die anfänglich vorsichtige Höhe des Aktienrückkaufs zu erklären. Die Verschuldungsquote würde von 4,7 % auf pro forma 4,2 % sinken und damit innerhalb der Zielspanne des Unternehmens von 4,0 % bis 4,5 % liegen.

Kennzahlen zur Expansion in Deutschland stehen noch aus

Järborg zufolge wird Nordnet mit den Ergebnissen des vierten Quartals konkretere Angaben und Kennzahlen zur Expansion in Deutschland vorlegen. Vorrangig gehe es zunächst darum, die Produkt-Markt-Passung herzustellen und die Marketingkanäle zu optimieren. Angaben zu Kundenzahlen, verwaltetem Vermögen und Nettosparvolumen sollten folgen, sobald das Unternehmen den passenden Kundenstamm aufgebaut habe.

Er warnte, der anfängliche Beitrag Deutschlands werde gering und für das Konzernergebnis nicht wesentlich sein. Nordnet plant außerdem, 2027 sein Joint Venture im Vermögensmanagement mit ABG Sundal Collier in Schweden einzuführen. Eine breitere geografische Expansion bleibe eine Ambition und sei noch nicht umgesetzt.

Fazit

Das Nordnet-Ergebnis profitierte von wachsenden Fondsvermögen und Zinserträgen, obwohl die Handelsvolumina unverändert blieben und die Kundenakquise hinter dem Ziel zurücklag. Die nächste geplante Kapitalmaßnahme ist die Rückzahlung der AT1-Anleihe im November. Von den Ergebnissen des vierten Quartals werden klarere Kennzahlen zur Expansion in Deutschland erwartet.

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