Der türkische BIST 100 steuerte am 23. Oktober 2026 auf seinen sechsten wöchentlichen Rückgang in Folge zu, während ein Fondsskandal einen breit angelegten Ausverkauf am Aktienmarkt überschattete. Der Leitindex lag im jüngsten Update mit 11.092 Punkten 1,6% im Minus, nachdem er im Tagesverlauf zeitweise um bis zu 4,6% gefallen war. Ein sechster Wochenverlust wäre die längste Verlustserie seit der Finanzkrise von 2008.
Wichtigste Erkenntnisse
- Der sechste Wochenrückgang stand weiterhin bevor und war noch kein bestätigtes Ergebnis zum Wochenschluss.
- Die Verkäufe waren breit gestreut: 95 der 100 Indexwerte gaben nach.
- Einer offiziellen Untersuchung ungewöhnlicher Bewegungen bei Fonds und Aktien gingen Entscheidungen zur Fondsliquidation im September voraus.
Inhaltsverzeichnis
- Verkäufe beim BIST 100 breiten sich über den Markt aus
- Fondsermittlung bildet den Hintergrund
- Verluste in der Türkei gehen mit Schwäche an den Schwellenmärkten einher
- Fazit
Verkäufe beim BIST 100 breiten sich über den Markt aus
Der Leitindex hatte sämtliche Gewinne des Jahres wieder eingebüßt. Der Rückgang am Freitag betraf fast alle Indexwerte. Zu den deutlicheren Verlierern gehörten der Stahlhersteller Eregli Demir ve Celik Fabrikalari und der Telekommunikationsanbieter Turkcell.
Der jüngste Stand lag über dem Tagestief, doch die Breite der Verluste zeigte, dass sich der Rückgang nicht auf eine Handvoll großer Unternehmen beschränkte. Der Tagesrückgang und die mögliche sechswöchige Verlustserie beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume; keiner von beiden sollte vor Handelsschluss als endgültiges Wochenergebnis betrachtet werden.
| Angabe | Details |
|---|---|
| Rückgang des BIST 100 | Etwa 27% unter seinem 52-Wochen-Hoch. |
| Istanbul All Shares Index | Seit der Ausbreitung des Fondsskandals im September um nahezu 30% gesunken. |
| MSCI Emerging Markets Index | Steuerte auf einen Wochenrückgang von 2,7% zu. |
Fondsermittlung bildet den Hintergrund
Der Fondsskandal hatte sich seit September auf dem Finanzmarkt ausgebreitet und Anleger verunsichert, während die Aktienkurse fielen. Die Existenz einer Ermittlung und von Liquidationsentscheidungen ist offiziell dokumentiert; aus diesen Unterlagen geht jedoch nicht hervor, in welchem Umfang der Skandal den Marktrückgang verursacht hat.
Der Zeitplan der Ermittlungen des Justizministeriums vom 8. Oktober besagt, dass die Istanbuler Staatsanwaltschaft am 19. August Informationen und Unterlagen von der Kapitalmarktaufsicht anforderte, nachdem sie ungewöhnliche Bewegungen bei bestimmten Fonds und Aktien festgestellt hatte. Am 17. September folgten Entscheidungen zur Liquidation von Fonds.
Diese Chronologie trennt den Beginn des Ermittlungsverfahrens von den späteren Liquidationsentscheidungen. Sie macht außerdem deutlich, dass die Untersuchung bereits lief, bevor die September-Ereignisse in den Fokus der Anleger rückten.
Verluste in der Türkei gehen mit Schwäche an den Schwellenmärkten einher
Der Ausverkauf in der Türkei fiel mit einer Schwäche bei Aktien aus Schwellenländern zusammen. Auch für den MSCI Emerging Markets Index wurde ein niedrigerer Wochenschluss erwartet, doch diese breitere Bewegung belegt keine gemeinsame Ursache für den Rückgang in der Türkei.
Die nachstehenden Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Indizes und Zeiträume. Der Abstand des BIST 100 zu seinem Jahreshoch misst einen Rückgang vom Höchststand, während der Rückgang des breiter gefassten Istanbul-Index den Zeitraum seit September betrifft und die MSCI-Angabe die laufende Woche beschreibt.
Fazit
Als Nächstes galt es, den Schlussstand am Freitag abzuwarten, der darüber entscheiden würde, ob der BIST 100 den sechsten wöchentlichen Verlust in Folge verzeichnete. Die jüngsten Zahlen zeigten breit angelegte Verkäufe, waren jedoch lediglich ein Zwischenstand während des Handels und noch kein bestätigtes Wochenergebnis.
Weitere Nachrichten lesen
Weitere Nachrichten von FinanceVelix
Haftungsausschluss
Dieser FinanceVelix-Artikel enthält allgemeine Informationen und stellt keine persönliche Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Marktpreise, Zinssätze und wirtschaftliche Bedingungen können sich ändern; Anlagen sind mit Verlustrisiken verbunden. Die Fakten entsprechen dem zum Veröffentlichungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand und können sich ändern. Prüfen Sie wichtige Informationen eigenständig und wenden Sie sich bei Bedarf an qualifizierte Fachleute. Die Erwähnung eines Vermögenswerts, eines Unternehmens oder einer Dienstleistung stellt keine Empfehlung dar.




