Die Beziehungen zwischen Brasilien und den USA sind erneut belastet, nachdem Präsident Donald Trump die Wahl, die Luiz Inácio Lula da Silva gewonnen hatte, als manipuliert bezeichnete – obwohl die beiden Länder bedeutende Handelsbeziehungen und gemeinsame Sicherheitsinteressen pflegen.
Die wichtigsten Punkte
- Trump stellte das Wahlergebnis vom 25. Oktober 2026 infrage, sagte aber auch, dass er gut mit Lula auskomme.
- Die USA haben keinen Botschafter in Brasília stationiert, während der US-Visumstatus der brasilianischen Botschafterin in Washington aufgehoben wurde.
- Handel und mögliche Abkommen über Seltene Erden bleiben für beide Regierungen von Interesse.
Brasilianisch-amerikanische Beziehungen nach der Wahl
Am 26. Oktober, einen Tag nach Lulas Wiederwahl, sagte Trump vor Journalisten, die Abstimmung habe „wie eine weitere manipulierte Wahl ausgesehen“. Die Bemerkung war Trumps Charakterisierung des Ergebnisses.
Trump sagte außerdem, dass er Lula möge und gut mit ihm auskomme. Die beiden Staatschefs haben miteinander telefoniert und sich mehrmals getroffen, trotz wiederkehrender Meinungsverschiedenheiten zwischen ihren Regierungen.
Evan Ellis vom Center for Strategic and International Studies sagte, das Beharren der USA darauf, dass die Wahl illegitim gewesen sei, könne die Spannungen zwischen den Präsidenten verschärfen. Seiner Einschätzung nach könnte Lula der Trump-Regierung bei Themen wie Zöllen und Regionalpolitik entgegentreten.
Handels- und Sicherheitsinteressen bleiben bestehen
Brasilien liefert den USA Rohstoffe, Kaffee und Fleisch. Washington strebt außerdem Abkommen über Seltene Erden an, die in Technologie und Produktion verwendet werden, und möchte zugleich Brasilien dazu bewegen, sich von China zu distanzieren.
Larissa Wachholz vom Brazilian Center for International Relations erwartet, dass Brasilien seine Beziehungen weiter diversifizieren wird. Sie sagte jedoch, dass sich die Interessen beider Länder bei der regionalen Sicherheit und der organisierten Kriminalität überschneiden könnten. Der frühere US-Botschafter James Story nannte den Austausch von Geheimdienstinformationen und Finanzinformationen als mögliche Bereiche der Zusammenarbeit.
Story sagte voraus, dass Brasilien sich zurückhalten werde, falls Trumps Initiative „Shield of the Americas“ gemeinsame Militäroperationen in der Region organisiere.
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