Bis zum 28. Oktober 2026 waren die Renditen von US-Staatsanleihen von ihren Anfang Oktober erreichten Höchstständen zurückgegangen, lagen für das Jahr jedoch weiterhin deutlich höher, während Anleger auf einen Zinsentscheid der Federal Reserve warteten. Die Rendite der maßgeblichen zehnjährigen Anleihe lag 2026 um 84 Basispunkte höher, während die Rendite der 30-jährigen Anleihe um nahezu 50 Basispunkte gestiegen war.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die jüngste Erholung am Anleihemarkt folgte auf einen Ausverkauf, der sich seit August über fast zwei Monate erstreckt hatte.
- Anleger rechneten weitgehend damit, dass die Fed die Zinsen unverändert lassen würde, zogen aber auch die Möglichkeit einer Erhöhung im Dezember in Betracht.
- Inflation, staatliche Kreditaufnahme und Unsicherheit bezüglich der KI-Investitionen blieben Sorgen für Anleihe-Anleger.
Renditen von US-Staatsanleihen liegen für das Jahr weiterhin höher
Trotz des jüngsten Rückgangs steuerte die Rendite der zehnjährigen Anleihe auf ihren stärksten Jahresanstieg seit 2022 zu. Der Anstieg der Rendite der 30-jährigen Anleihe war der stärkste seit 2024. Anleihekurse bewegen sich im Allgemeinen entgegengesetzt zu den Renditen; der jüngste Renditerückgang ging daher mit einer Erholung der Kurse von US-Staatsanleihen einher.
Bedenken hinsichtlich Finanzierungsschwierigkeiten einiger Unternehmen im Bereich der Infrastruktur für künstliche Intelligenz fielen mit der Erholung der Staatsanleihen zusammen. Christian Hoffmann, Leiter des Bereichs festverzinsliche Anlagen bei Thornburg Investment Management, sagte, Entwicklungen bei KI-Investitionen und die allgemeine Risikobereitschaft beeinflussten die Anleihemärkte zunehmend. Allein aus den Kursbewegungen lässt sich nicht ableiten, welchen Anteil diese Bedenken an der Erholung hatten.
Fed-Entscheidung und Inflation im Fokus
Anleger rechneten weitgehend damit, dass die Fed die Zinsen bei ihrer Oktobersitzung unverändert lassen würde, obwohl die Märkte auch eine weitere Erhöhung im Dezember einpreisten. Neben der unmittelbar anstehenden Entscheidung standen die Einschätzung der Inflation durch die Fed und ihre Hinweise zu künftigen Zinsen im Fokus.
Der Sitzungskalender der Fed für Oktober sieht eine zweitägige geldpolitische Sitzung am 27.–28. Oktober und eine Pressekonferenz am 28. Oktober vor. Aus dem Kalender geht nicht hervor, welche Entscheidung die Entscheidungsträger treffen werden.
Die Verbraucher- und Erzeugerpreise stiegen im August und September, wobei erhöhte Energiekosten zum Preisdruck beitrugen. Jack Herr, Senior Investment Analyst bei GuideStone Funds, erwartet, dass die Fed die Zinsen 2026 erneut anheben wird.
Kreditaufnahme und Unsicherheit im Wahljahr
Anleger bewerteten auch die beträchtliche Kreditaufnahme durch Staat und Unternehmen. Die US-Staatsverschuldung hatte sich der Marke von 40 Billionen US-Dollar genähert, während höhere Defizite den staatlichen Finanzierungsbedarf steigerten.
Eine Umfrage von JPMorgan unter Kunden im Handel mit US-Staatsanleihen zeigte, dass Anleger ihre direkten Long-Positionen auf den niedrigsten Stand seit Mitte August reduziert hatten. Die US-Zwischenwahlen in der darauffolgenden Woche sorgten für zusätzliche Unsicherheit hinsichtlich der Ausgaben- und Haushaltspolitik.
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