Zions Gewinn stieg im dritten Quartal 2026, da deutlich niedrigere Kreditkosten eine engere Kreditmarge und höhere Betriebskosten mehr als ausglichen. Die Bank meldete am 19. Oktober einen Nettogewinn von 262 Millionen $ beziehungsweise 1,78 $ je verwässerter Aktie, nach 221 Millionen $ beziehungsweise 1,48 $ je Aktie ein Jahr zuvor. Gegenüber dem zweiten Quartal, in dem Gewinne aus Wertpapieren das Ergebnis erhöht hatten, ging der Gewinn zurück.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Der Gewinn je verwässerter Aktie stieg im Jahresvergleich um 20 %, was vor allem auf die verbesserte Kreditqualität zurückzuführen war.
  • Der Nettozinsertrag erhöhte sich trotz einer engeren Marge und höherer Einlagenkosten im Quartalsvergleich um 2 %.
  • Die Kundeneinlagen wuchsen gegenüber dem zweiten Quartal auf annualisierter Basis um nahezu 10 %, während die Kreditbestände im Wesentlichen unverändert blieben.

Inhaltsverzeichnis

Zions Gewinn profitiert von niedrigeren Kreditkosten

Die Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2026 der Bank wiesen einen Ertrag aus der Risikovorsorge für Kreditverluste in Höhe von 8 Millionen $ aus, verglichen mit einem Aufwand von 49 Millionen $ ein Jahr zuvor. Chairman und Chief Executive Harris H. Simmons bezeichnete die verbesserte Kreditqualität als Hauptgrund für den Anstieg des Gewinns je Aktie.

Die Nettoabschreibungen auf Kredite und Leasingforderungen sanken von 56 Millionen $ auf 3 Millionen $. Im Vorjahresquartal waren Abschreibungen von 50 Millionen $ auf revolvierende Kreditfazilitäten für zwei miteinander verbundene Geschäftskreditnehmer enthalten, die gewerbliche Immobilienfinanzierungen vergaben und erwarben. Diese Konzentration der Verluste macht den Jahresvergleich besonders günstig.

Die Kreditindikatoren entwickelten sich nicht durchweg besser als im Vorquartal. Die notleidenden Vermögenswerte stiegen von 298 Millionen $ auf 315 Millionen $, lagen aber weiterhin unter den 324 Millionen $ des Vorjahresquartals.

PositionDetails
Geschätzte harte Kernkapitalquote (CET1)11,8 %, verglichen mit 11,3 % ein Jahr zuvor.
Klassifizierte Kredite2,1 Milliarden $, beziehungsweise 3,40 % der Kredite und Leasingforderungen, gegenüber 4,00 % ein Jahr zuvor.
Risikovorsorge für Kreditverluste696 Millionen $ zum 30. September 2026, gegenüber 725 Millionen $ ein Jahr zuvor.
Übernahme von Basis Multifamily FinanceÜbernahme der Kreditvergabeplattform für Agenturfinanzierungen im Juli 2026 abgeschlossen.

Die operativen Zuwächse fielen geringer aus als der Gewinnanstieg

Der Nettozinsertrag erreichte 684 Millionen $, nach 672 Millionen $ ein Jahr zuvor und 677 Millionen $ im zweiten Quartal. Niedrigere Finanzierungskosten und Veränderungen im Bilanzmix stützten den Anstieg im Jahresvergleich, doch die Nettozinsmarge sank von 3,28 % ein Jahr zuvor auf 3,23 %.

Die kundenbezogenen zinsunabhängigen Erträge stiegen um 18 % auf 192 Millionen $. Ohne Bewertungsanpassungen für Kreditrisiken erhöhte sich die bereinigte Kennzahl der Bank moderater um 5 % auf 182 Millionen $. Die zinsunabhängigen Aufwendungen stiegen derweil um 5 % auf 553 Millionen $, was höhere Vergütungs-, Technologie- und Kosten für ausgelagerte Dienstleistungen widerspiegelte.

Die Vor-Risikovorsorge-Erträge, eine Nicht-GAAP-Kennzahl, gingen um 1 % auf 340 Millionen $ zurück. Der Gegensatz zum gestiegenen Nettogewinn zeigt, wie wichtig die niedrigeren Kreditkosten für das Quartalsergebnis waren.

Auch der Gewinnrückgang gegenüber dem Vorquartal ist im Kontext zu betrachten. Der Gewinn im zweiten Quartal betrug 452 Millionen $ beziehungsweise 3,05 $ je Aktie und beinhaltete erhebliche Gewinne aus dem Verkauf von Aktien der Klasse B-1 von Visa sowie nicht realisierte Gewinne im Portfolio der Small Business Investment Company der Bank. Das Nettoergebnis aus Wertpapieren wechselte von einem Gewinn von 269 Millionen $ in jenem Quartal zu einem Verlust von 4 Millionen $ im dritten Quartal.

Einlagenwachstum übertrifft Kreditwachstum

Kredite und Leasingforderungen beliefen sich auf insgesamt 62,5 Milliarden $, ein Anstieg um 4 % gegenüber dem Vorjahr, aber im Wesentlichen unverändert gegenüber dem zweiten Quartal. Simmons zufolge begrenzten schnellere Kreditrückzahlungen und ein äußerst wettbewerbsintensiver Markt das Wachstum im Quartalsvergleich.

Die Kundeneinlagen ohne vermittelte Einlagen erreichten 74,5 Milliarden $, 5 % mehr als ein Jahr zuvor. Einlagenzuflüsse verringerten die Abhängigkeit von kurzfristigen Krediten mit höheren Kosten, doch der Einlagenmix verschob sich hin zu verzinslichen Konten. Die gesamten Einlagenkosten stiegen von 1,48 % im zweiten Quartal auf 1,59 %, was teilweise auf eine Änderung der bilanziellen Darstellung zurückzuführen war.

Simmons sagte, das moderat sensitiv auf Vermögenswerte reagierende Bilanzprofil dürfte in einem Umfeld höherer Zinsen zu einem stärkeren Nettozinsertrag führen. Zudem rechnete er mit einer weiteren Verbesserung der zinsunabhängigen Erträge bis ins Jahr 2027. Diese Aussagen geben den Ausblick des Managements wieder und stellen keine berichteten Ergebnisse dar.

Fazit

Niedrigere Kreditkosten trieben die Verbesserung des Gewinns im Jahresvergleich, während die zugrunde liegenden operativen Zuwächse begrenzter ausfielen. In den kommenden Quartalen wird entscheidend sein, ob Einlagenwachstum und Gebühreneinnahmen zu höheren Erträgen führen, ohne dass die Finanzierungs- und Betriebskosten entsprechend steigen.

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