Die US-Verbraucherstimmung fiel im Oktober 2026 auf den zweitniedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Haushalte sorgten sich weiterhin um ihre Kaufkraft und erwarteten einen Anstieg der Inflation. Der endgültige Verbraucherindex der University of Michigan sank von 48,1 im September auf 48,0. Damit blieb das Vertrauen vor den Kongresswahlen am 3. November stark gedrückt.

Die wichtigsten Punkte

  • Der endgültige Stimmungswert für Oktober lag über der vorläufigen Schätzung, blieb aber nahe dem Rekordtief.
  • Unabhängige Wähler trieben den monatlichen Rückgang, während sich die Stimmung unter Demokraten und Republikanern verbesserte.
  • Die kurz- und längerfristigen Inflationserwartungen stiegen und erschwerten den Ausblick vor der nächsten Sitzung der Federal Reserve.

Inhaltsverzeichnis

US-Verbraucherstimmung bleibt trotz Aufwärtskorrektur schwach

Der endgültige Indexwert für Oktober lag über dem vorläufigen Wert von 46,3, der zugleich den Erwartungen der Ökonomen entsprach. Die Aufwärtskorrektur änderte nichts am Gesamtbild: Die Stimmung lag 10 % unter dem Vorjahresniveau und 15 % unter dem Wert vom Februar, bevor der Iran-Konflikt begann.

Joanne Hsu, Direktorin der Verbraucherumfragen, sagte, die Kaufkraft bestimme weiterhin maßgeblich, wie die Haushalte die Wirtschaft einschätzten. Die mit dem Konflikt im Nahen Osten verbundenen Preissteigerungen hätten die Sorgen um die Erschwinglichkeit verstärkt.

Die monatliche Verschlechterung konzentrierte sich auf Befragte, die sich als politisch unabhängig bezeichneten – eine wichtige Gruppe unter den Wechselwählern. Ihre Stimmung trübte sich ein, obwohl sich die Werte unter Demokraten und Republikanern verbesserten. Damit rückten die Finanzen der Haushalte vor der Wahl, die über die Kontrolle des Kongresses entscheidet, in den Fokus.

PositionDetails
Einjährige Inflationserwartungen4,7 % im Oktober, nach 4,6 % im September
Fünfjährige Inflationserwartungen3,5 % im Oktober, nach 3,4 % im September
Stimmung unter unabhängigen Befragten42,4 im Oktober, nach 47,7 im September
Rekordtief der Gesamtstimmung44,8 im Mai 2026

Inflationserwartungen steigen über beide Zeithorizonte hinweg

Die Verbraucher erhöhten ihre Inflationserwartungen sowohl für das kommende Jahr als auch für die nächsten fünf Jahre. Der Einjahreswert ist seit Februar von 3,4 % gestiegen, während der Fünfjahreswert seit März von 3,2 % zugenommen hat.

Hsu zufolge beschränkten sich die steigenden Inflationserwartungen nicht auf einen Teil des politischen Spektrums. Seit Januar nahm die Zahl der Befragten, die angaben, die Inflation belaste ihre Finanzen, unter Unabhängigen um 27 %, unter Republikanern um 52 % und unter Demokraten um 15 % zu.

Die Erläuterung der Federal Reserve zu ihrem längerfristigen Inflationsziel nennt eine Inflation von 2 %, gemessen an der jährlichen Veränderung des Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben, als vereinbar mit ihrem Mandat für Beschäftigung und Preisstabilität. Die Umfragewerte messen die Inflationserwartungen der Verbraucher und nicht die tatsächliche Inflation nach diesem offiziellen Maßstab.

Robuste Konsumausgaben erschweren das geldpolitische Umfeld

Das schwache Vertrauen ging nicht mit einem vergleichbaren Einbruch der Ausgaben einher. Hsu warnte, dass ein relativ robuster Konsum die Disinflation erschweren könnte, wenn manche Haushalte jetzt einkaufen, um erwarteten künftigen Preiserhöhungen zuvorzukommen. Dies ist eine mögliche Erklärung und keine bestätigte Messung des Verbraucherverhaltens.

Die Vertreter der Federal Reserve sollen in der Woche nach Veröffentlichung der Umfrage in Washington zusammenkommen. Es wird allgemein erwartet, dass sie den Leitzins bei 3,75 %–4,00 % belassen, nachdem er im September um einen Viertelprozentpunkt angehoben worden war.

Die meisten Vertreter haben erkennen lassen, dass sie höhere Zinsen für nötig halten. Wichtige Entscheidungsträger signalisierten jedoch auch, dass sie auf weitere Daten warten könnten. Die Oktoberumfrage liefert zusätzliche Hinweise auf anhaltende Inflationssorgen, lässt aber nicht erkennen, wie die Fed entscheiden wird.

Fazit

Die US-Verbraucherstimmung beendete den Oktober trotz einer Aufwärtskorrektur gegenüber der vorläufigen Schätzung nahe ihrem historischen Tiefstand. Als nächstes planmäßiges Ereignis steht in der folgenden Woche die Sitzung der Federal Reserve an, gefolgt von den Zwischenwahlen am 3. November.

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