Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen am Freitag, dem 23. Oktober 2026, und machten damit einen Teil des starken Rückgangs der vorherigen Sitzung wieder wett. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen Anleihe blieb jedoch knapp unter 5 %. Anhaltende Zweifel an der Nachhaltigkeit der von künstlicher Intelligenz getragenen Aktienrally stützten weiterhin die Nachfrage nach US-Staatsanleihen.

Die wichtigsten Punkte

  • Die Rendite der 10-jährigen Anleihe stieg um 3,7 Basispunkte auf 4,992 %, nachdem sie am Donnerstag um 19,3 Basispunkte gefallen war.
  • Trotz der Erholung am Freitag steuerte die Benchmark auf den dritten wöchentlichen Rückgang in Folge zu.
  • Die Geschäftstätigkeit in den USA expandierte weiter, während die Marktpreise eine geringere Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Federal Reserve in der folgenden Woche signalisierten.

Inhaltsverzeichnis

Renditen von US-Staatsanleihen machen nur einen Teil des Rückgangs vom Donnerstag wett

Die Rendite der 10-jährigen Anleihe lag in der Momentaufnahme des Handels am Freitag für die Woche weiterhin etwa 11 Basispunkte niedriger. Ihr Tagesanstieg stellte daher eine teilweise Umkehr der Anleiherally vom Donnerstag dar und keine Rückkehr auf das Niveau der Vorwoche. Anleihekurse und Renditen entwickeln sich gegenläufig.

Die Erholung erfasste verschiedene Laufzeiten; sowohl die Renditen zweijähriger als auch 30-jähriger Anleihen stiegen. Dennoch steuerte die Rendite der zweijährigen Anleihe auf den vierten wöchentlichen Rückgang in Folge zu – die längste derartige Serie im Jahr 2026.

Die Methodik der täglichen Par-Renditekurve des US-Finanzministeriums erläutert, wie die veröffentlichte Kurve Renditen anhand indikativer Marktnotierungen, die an jedem Geschäftstag gegen 15:30 Uhr eingeholt werden, den Laufzeiten zuordnet. Diese tägliche statistische Reihe unterscheidet sich von der hier beschriebenen untertägigen Marktaufnahme.

PositionDetails
Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen4,68 %, am Freitag um 4,5 Basispunkte gestiegen.
Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen5,315 %, am Freitag um 2,8 Basispunkte gestiegen.
Breakeven-Inflationsrate 10-jähriger TIPS2,349 %, ein marktbasierter Indikator für den Inflationsausgleich im kommenden Jahrzehnt.

KI-Sorgen stehen im Wettbewerb mit Inflations- und Angebotsdruck

Zweifel an KI-bezogenen Aktien hatten Anleger am Donnerstag dazu veranlasst, sicherere Anlagen zu suchen; an diesem Tag sank die Rendite der 10-jährigen Anleihe um 19,3 Basispunkte. Die Erholung am Freitag brachte die Benchmark nahe an die viel beachtete Schwelle von 5 %, aber noch nicht darüber.

JoAnne Bianco, Partnerin und leitende Anlagestrategin bei BondBloxx Investment Management, sagte, sie rechne damit, dass die Rendite der 10-jährigen Anleihe erneut über 5 % steigen werde, warnte jedoch davor, von einem ungebremsten Anstieg auszugehen. Als mögliche Ursachen für Aufwärtsdruck auf die Renditen nannte sie hartnäckige Inflation, ein höheres Angebot an US-Staatsanleihen, steigende Laufzeitprämien und erhöhte Energiepreise.

Diese Aussagen geben die Einschätzung einer Anlagestrategin wieder und stellen keine bestätigte künftige Entwicklung dar. Der Rückgang im Wochenverlauf und die Erholung am Freitag verdeutlichen die gegenläufigen Kräfte am Anleihemarkt, ohne festzulegen, welche sich durchsetzen werden.

Geschäftstätigkeit schwächt sich ab, während die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung sinkt

Der vorläufige US Composite PMI Output Index von S&P Global sank im Oktober auf 57,6, nach 58,4 im September, dem höchsten Stand seit fünf Jahren. Der Index blieb über der Schwelle von 50, die Expansion von Kontraktion trennt, und signalisierte damit ein langsameres Wachstum statt eines Rückgangs der Geschäftstätigkeit.

Die CME-FedWatch-Marktdaten bezifferten die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung des Leitzinses durch die Federal Reserve um mindestens 25 Basispunkte in der folgenden Woche auf 8,3 %. Eine Woche zuvor hatte sie bei 15,5 % und einen Monat zuvor bei 70,9 % gelegen. Diese Wahrscheinlichkeiten spiegeln die Markterwartungen wider und sind keine Zusage der Entscheidungsträger.

Fazit

Die Renditen von US-Staatsanleihen erholten sich am Freitag, ohne den Rückgang im Wochenverlauf wettzumachen. Die Zinsentscheidung der Federal Reserve in der folgenden Woche ist das nächste geldpolitische Ereignis, das es zu beobachten gilt; die Marktpreise signalisieren deutlich gesunkene Erwartungen an eine Zinserhöhung.

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