Die Inflationserwartungen der Unternehmen in der Umfrage der Atlanta Fed gingen im Oktober 2026 von 2,4 % im September auf 2,3 % zurück. Das signalisiert einen moderaten Rückgang des erwarteten Kostendrucks. Die am 21. Oktober veröffentlichte Umfrage ergab, dass Unternehmen für das kommende Jahr mit einem langsameren Anstieg der Stückkosten rechneten, die Erwartungen jedoch weiterhin über ihrem Durchschnitt vor der Pandemie lagen.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die Erwartungen für die Kostenentwicklung im kommenden Jahr sanken im Oktober um 0,1 Prozentpunkt.
- Die niedrigeren Erwartungen zum Kostenwachstum beseitigten die Unsicherheit über den Ausblick nicht.
- Die Unternehmen prognostizierten für die folgenden zwölf Monate eine geringere Mitarbeiterfluktuation.
Inhaltsverzeichnis
- Die Inflationserwartungen der Unternehmen messen ihre eigenen Kosten
- Niedrigere Erwartungen bestehen neben größerer Unsicherheit
- Unternehmen rechnen mit geringerer Mitarbeiterfluktuation
- Fazit
Die Inflationserwartungen der Unternehmen messen ihre eigenen Kosten
Die Umfrage der Atlanta Fed zu den Inflationserwartungen von Unternehmen erfasst die erwarteten Veränderungen der eigenen Stückkosten von Unternehmen im sechsten Bezirk der Federal Reserve. Es handelt sich um eine regionale Unternehmensumfrage, nicht um ein landesweites Maß für die Verbraucherpreisinflation.
Dieser Unterschied ist bei der Interpretation des Rückgangs im Oktober wichtig. Der Wert zeigt, dass die teilnehmenden Unternehmen mit einem langsameren Kostenanstieg rechnen; er belegt weder, dass die von Haushalten gezahlten Preise gesunken sind, noch, dass sich die tatsächliche Inflation im gleichen Umfang verlangsamt hat.
Das jüngste Ergebnis setzt den deutlichen Rückgang seit dem Höchststand der Umfrage im April 2022 fort. Dennoch zeigt der Abstand zum Referenzwert vor der Pandemie, dass das erwartete Kostenwachstum noch nicht vollständig zu seinem früheren Normalniveau zurückgekehrt ist.
| Angabe | Details |
|---|---|
| Oktober 2026 | Erwartungen für die Stückkosten im kommenden Jahr: 2,3 %. |
| September 2026 | Erwartungen für die Stückkosten im kommenden Jahr: 2,4 %. |
| Höchststand im April 2022 | Erwartungen für die Stückkosten im kommenden Jahr: 3,8 %. |
| Januar 2017–Dezember 2019 | Durchschnittliche Erwartungen für die Stückkosten im kommenden Jahr: 2,0 %. |
Niedrigere Erwartungen bestehen neben größerer Unsicherheit
Die Unsicherheit über die Stückkosten im kommenden Jahr hat zugenommen, seit sie im Februar einen Tiefstand erreicht hatte. Eine niedrigere durchschnittliche Prognose und größere Unsicherheit können gleichzeitig auftreten: Unternehmen können insgesamt mit einem geringeren Kostenanstieg rechnen und zugleich weniger sicher sein, in welcher Bandbreite sich die möglichen Ergebnisse bewegen.
Auch die längerfristigen Kostenerwartungen lagen in den meisten großen Branchen weiterhin über dem Niveau vor der Pandemie. Diese Erwartungen sind relevant, weil Unternehmen bei Preis-, Einstellungs- und Investitionsentscheidungen künftige Arbeits- und Vorleistungskosten berücksichtigen.
Die Verbesserung im Oktober ist daher ein begrenzteres Signal als eine Entwarnung bei der Inflation. Sie beschreibt eine moderate Veränderung der Erwartungen von Unternehmen und keine angekündigte Änderung der Politik der Federal Reserve.
Unternehmen rechnen mit geringerer Mitarbeiterfluktuation
Die meisten befragten Unternehmen gaben an, dass die Mitarbeiterfluktuation im vergangenen Jahr relativ stabil gewesen sei. Für die kommenden zwölf Monate erwartete das durchschnittliche Unternehmen einen Rückgang der monatlichen Fluktuation um etwa zwei Prozentpunkte auf 5,6 %.
Dies ist eine Prognose zur Mitarbeiterbewegung, kein tatsächlich eingetretener Rückgang und kein direktes Maß für das Lohnwachstum. Sie ergänzt die Umfrage um eine arbeitsmarktbezogene Dimension, ohne Aufschluss darüber zu geben, wie schnell sich die Vergütung oder die gesamten Unternehmenskosten verändern werden.
Fazit
Der Rückgang im Oktober deutet auf leicht kühlere Erwartungen hinsichtlich der Unternehmenskosten hin, wobei die Unsicherheit die Aussagekraft weiterhin begrenzt. Die nächste planmäßige Veröffentlichung der Atlanta Fed am 18. November 2026 wird zeigen, ob sich diese Abschwächung fortsetzt.
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