Die Hochstufung von Goldman Sachs von „Halten“ auf „Kaufen“ durch Freedom Broker am 23. Oktober 2026 folgte auf einen kräftigen Anstieg des Gewinns im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Broker senkte jedoch zugleich sein Kursziel von 1.200 auf 1.100 US-Dollar und verband damit eine günstigere Empfehlung mit einem niedrigeren Kursziel.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Freedom Broker hob seine Empfehlung auf „Kaufen“ an und senkte zugleich sein Kursziel um 100 US-Dollar.
  • Goldman Sachs meldete einen Quartalsgewinn von 17,01 US-Dollar je Aktie und einen Nettoumsatz von 18,68 Milliarden US-Dollar.
  • Die Erträge aus dem Aktiengeschäft trieben das Wachstum, obwohl Umsatz und Gewinn insgesamt gegenüber dem zweiten Quartal zurückgingen.

Inhaltsverzeichnis

Goldman-Sachs-Hochstufung auf „Kaufen“ geht mit Kurszielsenkung einher

Die Ratingänderung von Freedom Broker erfolgte zehn Tage nach der Veröffentlichung der Ergebnisse von Goldman Sachs für das am 30. September 2026 endende Quartal. Die Empfehlung und die Kurszieländerung gingen in unterschiedliche Richtungen: Der Broker beurteilte die Aktie positiver, senkte aber sein Kursziel.

Es handelt sich um getrennte Einschätzungen und nicht um einen Beleg dafür, dass sich der Gewinnausblick der Bank insgesamt verbessert hat. Die vorliegenden Angaben erläutern nicht, warum Freedom Broker das Kursziel senkte. Die Änderung sollte daher nicht als neue Unternehmensprognose verstanden werden.

KennzahlDetails
Annualisierte Eigenkapitalrendite18,7 % im dritten Quartal 2026.
Kreditrisikovorsorge368 Millionen US-Dollar gegenüber 339 Millionen US-Dollar im Vorjahr.
Betriebsaufwendungen11,31 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 20 % gegenüber dem Vorjahr.
Im dritten Quartal an Aktionäre zurückgeführtes Kapital4,49 Milliarden US-Dollar, bestehend aus Aktienrückkäufen im Umfang von 3,00 Milliarden US-Dollar und ordentlichen Dividenden von 1,49 Milliarden US-Dollar.

Erträge aus dem Aktiengeschäft führen das jährliche Gewinnwachstum an

In der Ergebnisveröffentlichung für das dritte Quartal 2026 meldete Goldman Sachs einen Nettogewinn von 5,29 Milliarden US-Dollar. Der verwässerte Gewinn je Aktie stieg gegenüber 12,25 US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 17,01 US-Dollar, während der Nettoumsatz um 23 % auf 18,68 Milliarden US-Dollar zunahm.

Global Banking & Markets erzielte einen Umsatz von 13,46 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 32 % gegenüber dem Vorjahr. Innerhalb dieses Geschäftsbereichs stiegen die Erträge aus dem Aktiengeschäft um 72 % auf 6,44 Milliarden US-Dollar, was auf stärkere Finanzierungs- und Intermediationsaktivitäten zurückzuführen war. Die Gebühren aus dem Investmentbanking nahmen dank Beratungs- und Emissionsaktivitäten um 21 % auf 3,22 Milliarden US-Dollar zu.

Asset & Wealth Management steuerte einen Umsatz von 5,05 Milliarden US-Dollar bei, ein Anstieg von 14 %. Höhere Verwaltungs- und erfolgsabhängige Gebühren glichen dabei schwächere Erträge aus dem Investmentgeschäft und dem Private Banking mehr als aus.

Den jährlichen Zuwächsen stand eine schwächere Entwicklung gegenüber dem Vorquartal gegenüber. Der Gesamtumsatz sank im Vergleich zum zweiten Quartal um 8 %, und der Gewinn je Aktie ging von 20,98 US-Dollar zurück. Goldman Sachs erklärte außerdem, dass der Auftragsbestand an Investmentbanking-Gebühren seit Ende Juni gesunken sei und leicht unter dem Stand von Ende 2025 liege.

Dividende beschlossen, während Kreditrisikovorsorge steigt

Der Verwaltungsrat von Goldman Sachs beschloss am 12. Oktober eine Quartalsdividende von 5,00 US-Dollar je Stammaktie. Die Auszahlung ist für den 30. Dezember 2026 an die am 2. Dezember eingetragenen Aktionäre vorgesehen.

Die Bank meldete außerdem höhere Kreditrisikovorsorge und Betriebsaufwendungen als im Vorjahr. Die Kreditrisikovorsorge spiegelte hauptsächlich Wertminderungen bei Großkrediten wider, während das Aufwandswachstum auf höhere Transaktionskosten und Vergütungen zurückzuführen war. Diese Zahlen vermitteln ein konkreteres Bild der Kosten und Kreditrisiken als eine unbelegte Einschätzung zur Sicherheit der Dividende.

Fazit

Die Hochstufung von Goldman Sachs folgt auf ein deutliches jährliches Gewinnwachstum. Das niedrigere Kursziel und die Abschwächung gegenüber dem Vorquartal relativieren jedoch dieses Bild. Die nächsten bestätigten Aktionärstermine sind der Dividendenstichtag am 2. Dezember und der Auszahlungstermin am 30. Dezember.

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