Der Gewinn von First Interstate sank im dritten Quartal 2026 auf 62,2 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,65 US-Dollar je verwässerter Aktie, obwohl die Nettozinsmarge zum zehnten Quartal in Folge stieg. Die am 22. Oktober bekannt gegebenen Ergebnisse zeigten höhere Nettozinserträge, doch der Wegfall eines Veräußerungsgewinns aus dem Vorquartal und höhere Kreditvorsorgen belasteten den Gewinn.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Die Nettozinserträge stiegen gegenüber dem zweiten Quartal um 2 %, während die Marge auf voll steuerpflichtiger Äquivalenzbasis 3,55 % erreichte.
  • Ein Veräußerungsgewinn von 19,5 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf von Filialen hatte das Vorquartal gestützt und erschwert den Vergleich der Gewinne von Quartal zu Quartal.
  • Die Kredite gingen um 296 Millionen US-Dollar zurück, und das Management rechnet im vierten Quartal mit einem weiteren Rückgang.

Inhaltsverzeichnis

Der Gewinn von First Interstate im Kontext eines anspruchsvolleren Vergleichs

Die Gewinnmitteilung für das dritte Quartal des Unternehmens wies einen Rückgang des Nettogewinns gegenüber 83,9 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,87 US-Dollar je verwässerter Aktie im zweiten Quartal aus. Auch gegenüber dem Vorjahreswert von 71,4 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,69 US-Dollar je Aktie sank der Gewinn.

Der Vergleich mit dem Vorquartal umfasst einen Gewinn von 19,5 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf von elf Filialen in Nebraska im zweiten Quartal. Da dieser Gewinn nun wegfiel, sanken die sonstigen Erträge im dritten Quartal um 18,4 Millionen US-Dollar auf 43,3 Millionen US-Dollar.

Auch die Kreditvorsorgen veränderten sich deutlich. First Interstate verbuchte eine Kreditrisikovorsorge von 10,5 Millionen US-Dollar, verglichen mit einer Verringerung der Kreditrisikovorsorge um 3,2 Millionen US-Dollar im Vorquartal. Niedrigere Betriebskosten wirkten teilweise ausgleichend: Die sonstigen Aufwendungen sanken um 1,8 Millionen US-Dollar auf 157,1 Millionen US-Dollar.

PostenDetails
Durchschnittlicher Kreditzins5,67 % im dritten Quartal 2026, ein sequenzieller Anstieg um 5 Basispunkte.
Kredit-Einlagen-Quote65,4 % am 30. September gegenüber 66,6 % am 30. Juni.
Kernkapitalquote (CET1)14,36 %, im Quartal um 18 Basispunkte gesunken.
Verbleibende RückkaufsermächtigungZum 30. September 2026 standen 103,4 Millionen US-Dollar zur Verfügung.
Zeitplan für die DividendeStichtag: 3. November 2026; Auszahlung: 13. November 2026.

Höhere Margen steigern die Zinserträge trotz rückläufiger Kredite

Die Nettozinserträge stiegen um 4 Millionen US-Dollar auf 206,2 Millionen US-Dollar, da höhere Renditen auf zinstragende Vermögenswerte und niedrigere Zinsaufwendungen für Termineinlagen den Druck durch das kleinere Kreditportfolio überwogen. Damit lagen sie weiterhin knapp unter den 206,8 Millionen US-Dollar des Vorjahres.

Die Nettozinsmarge auf voll steuerpflichtiger Äquivalenzbasis, eine Nicht-GAAP-Kennzahl, stieg von 3,48 % im zweiten Quartal und 3,36 % im Vorjahresquartal auf 3,55 %. Die separat ausgewiesene Marge ohne FTE-Anpassung betrug 3,53 %, nach 3,45 % im Vorquartal. Bei Vergleichen der Margenkennzahlen der Bank ist es wichtig, diese Werte auseinanderzuhalten.

Die zu Anlagezwecken gehaltenen Kredite gingen um 296 Millionen US-Dollar auf 13,99 Milliarden US-Dollar zurück. Rückzahlungen, Tilgungen und der fortgesetzte Abbau indirekter Verbraucherkredite trugen zu diesem Rückgang bei. Die Einlagen sanken um 52,8 Millionen US-Dollar auf 21,39 Milliarden US-Dollar, obwohl die unverzinslichen Einlagenbestände zum zweiten Quartal in Folge zunahmen.

Finanzvorstand David Della Camera erklärte, die Prognose für das vierte Quartal lasse auf rückläufige Kredite und stabile bis steigende Einlagen schließen. Damit dürfte die Zusammensetzung der zinstragenden Vermögenswerte kurzfristig weiter unter Druck stehen. Das Management hatte keine Prognose für 2027 vorgelegt.

Kreditindikatoren entwickeln sich uneinheitlich

Die notleidenden Vermögenswerte gingen im Quartal um 6,1 % auf 155 Millionen US-Dollar zurück. Die als kritisch eingestuften Kredite blieben mit 939,5 Millionen US-Dollar weitgehend stabil: Sie stiegen gegenüber dem Vorquartal um 2,1 Millionen US-Dollar, lagen aber rund 19 % unter dem Vorjahreswert.

Die Nettoabschreibungen auf Kredite stiegen dennoch auf 9,9 Millionen US-Dollar. Das entspricht annualisiert 0,28 % der durchschnittlichen Kredite, gegenüber 9,7 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal und 2,3 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Die Wertberichtigungsquote für Kreditverluste stieg von 1,28 % auf 1,30 % der Kredite zum Quartalsende.

Diese Zahlen verdeutlichen, warum sinkende notleidende Vermögenswerte nicht zwangsläufig sofort zu niedrigeren Kreditkosten führen: Die realisierten Kreditverluste blieben im Vergleich zum Vorjahresquartal erhöht.

Aktienrückkäufe werden fortgesetzt, während das Management Wachstum priorisiert

First Interstate kaufte im Quartal rund 2,04 Millionen Aktien für 76,3 Millionen US-Dollar zurück. Die kumulierten Rückkäufe im Rahmen des im August 2025 genehmigten Programms beliefen sich auf 346,6 Millionen US-Dollar.

Della Camera erklärte, das Unternehmen fühle sich weiterhin wohl dabei, überschüssiges Kapital einzusetzen, bezeichnete das Wachstum der Bilanzsumme jedoch als oberste Priorität bei der Kapitalallokation. Ein konkretes quartalsweises Rückkaufziel nannte er nicht.

Der Verwaltungsrat beschloss außerdem eine Dividende von 0,47 US-Dollar je Stammaktie. Betriebliche Änderungen sehen vor, dass die Bank im vierten Quartal 2026 drei Standorte zusammenlegt und in der ersten Hälfte des Jahres 2027 zwei Filialen in Colorado eröffnet.

Fazit

Die höhere Zinsspanne von First Interstate stützte die Erträge, doch rückläufige Kredite und höhere Kreditvorsorgen begrenzten den Gewinnbeitrag. Der nächste bestätigte wichtige Termin für Aktionäre ist der Dividendenstichtag am 3. November, gefolgt von der Auszahlung am 13. November.

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