Icelandair erzielte im dritten Quartal 2026 trotz eines kleineren Flugangebots ein besseres Ergebnis, da höhere Erlöse je Passagier das EBITDA auf 120 Millionen US-Dollar und den Nettogewinn auf 97 Millionen US-Dollar steigen ließen. In der Ergebnisbesprechung am 23. Oktober stellte die Fluggesellschaft dennoch für das Gesamtjahr einen EBITDA-Verlust von 20 bis 30 Millionen US-Dollar in Aussicht, sodass die Winteraussichten weiterhin im Mittelpunkt stehen.

Wichtige Erkenntnisse

  • Das EBITDA des dritten Quartals stieg um 46 Millionen US-Dollar und erreichte den höchsten Stand seit 2017.
  • Die Erlöse je Passagier stiegen um 17 %, während die Kapazität um 6 % sank. Zugleich verlagerte sich der Schwerpunkt auf Reisen nach Island und von Island aus.
  • Das Management erwartet weitere Kapazitätskürzungen im Winter, erklärte jedoch, dass in diesem Winter keine zusätzliche Finanzierung erforderlich sei.

Inhaltsverzeichnis

Icelandairs Ergebnis verbessert sich mit einem kleineren Streckennetz

Das EBITDA des dritten Quartals stieg von 74 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 120 Millionen US-Dollar, während sich die EBITDA-Marge von 12,7 % auf 18,4 % verbesserte. Der Nettogewinn erhöhte sich von 57 Millionen US-Dollar auf 97 Millionen US-Dollar.

Diese Verbesserung wurde trotz einer Kapazitätsreduzierung um 6 % erzielt. Der Umsatz je Kapazitätseinheit stieg um 18 % und damit stärker als die Zunahme der Stückkosten ohne Treibstoff um 8 %. Der Sitzladefaktor, der den Anteil der belegten verfügbaren Sitze misst, erhöhte sich leicht auf 86,5 %.

Das Zusammenspiel zeigt, dass die stärkere Umsatzgenerierung das Quartal stützte und nicht eine Ausweitung der Flugkapazität. Der Druck auf das Jahresergebnis bleibt jedoch bestehen: Die EBITDA-Prognose des Managements für das Gesamtjahr weist weiterhin einen Verlust aus.

PositionDetails
Liquidität zum Quartalsende550 Millionen US-Dollar, ein Anstieg um 48 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vorjahr; revolvierende Kreditlinien blieben ungenutzt.
Gesamtvermögen2,1 Milliarden US-Dollar, mehr als zu Jahresbeginn.
Eigenkapitalquote17,5 % zum Quartalsende.
Mechanikerstreik im SeptemberNegativer EBITDA-Effekt von rund 4 Millionen US-Dollar im dritten Quartal.
CO2-EmissionenRückgang um 3 %, unterstützt durch den verstärkten Einsatz von Flugzeugen der neuen Generation.

Islandverkehr und Premium-Nachfrage verändern den Absatzmix

Die Zahl der Passagiere nach Island stieg gegenüber dem Vorjahr um 8 %, während die Zahl der Reisenden ab Island um 11 % zunahm. Die Zahl der Umsteigepassagiere sank um 20 %, was eine erhebliche Veränderung im Verkehrsaufkommen der Fluggesellschaft darstellt.

Auch Saga Premium wuchs schneller als die Sitzplatzkapazität. Die Passagierzahlen stiegen um 18 % und der Umsatz um 35 %, verglichen mit einer Zunahme der Saga-Sitzplätze um 9 %.

CEO Bogi Nils Bogason sagte, die Neugewichtung des Streckennetzes und kommerzielle Verbesserungen dürften die Umsatzgenerierung dauerhaft stärken, selbst wenn sich die Treibstoffpreise normalisieren. Dabei handelt es sich um die Einschätzung des Managements und nicht um eine quantifizierte Prognose dazu, welcher Anteil der Verbesserung der Erlöse je Passagier anhalten wird.

Treibstoff- und Arbeitskosten schmälern die Transformationsgewinne

Die Treibstoffkosten stiegen um 13 Millionen US-Dollar beziehungsweise 11 %. Höhere Marktpreise erhöhten die Kosten um fast 55 Millionen US-Dollar; dies wurde teilweise durch 28 Millionen US-Dollar aus Absicherungsgeschäften ausgeglichen. Die gesamten betrieblichen Aufwendungen stiegen um 5 %.

Das Transformationsprogramm One trug im Quartal rund 40 Millionen US-Dollar bei. Das Management schätzte den annualisierten Nutzen nach vollständiger Umsetzung auf 138 Millionen US-Dollar; etwas mehr als 100 Millionen US-Dollar davon seien bereits in der laufenden Ergebnisrate enthalten. Die annualisierte Schätzung ist nicht als vollständig im Quartal realisierter Nutzen zu verstehen.

Die Vereinfachung der Flotte ist eine weitere geplante Einsparungsquelle. Icelandair erwartet, dass im Winter vier A320neo und drei A321LR in Betrieb gehen. Die erste A321XLR soll voraussichtlich vor dem Sommer 2029 den Betrieb aufnehmen.

Winterprognose rückt Umsatz und Liquidität in den Fokus

Für das vierte Quartal erwartet das Management einen Anstieg des Umsatzes je Kapazitätseinheit um 6 % bis 9 %, einen Kapazitätsrückgang um 3 % und einen Anstieg der Stückkosten ohne Treibstoff um 7 % bis 9 %. Unabhängig davon liegt das Flugangebot im vierten Quartal 4 % unter dem zuvor geplanten Niveau und die Kapazität im ersten Quartal 2027 8 % unter dem ursprünglichen Flugplan. Diese Änderungen im Flugplan beziehen sich auf andere Vergleichswerte als die Quartalsprognose.

Das Management erklärte, Buchungen gingen näher am Abflugdatum ein, rechne in diesem Winter jedoch nicht mit zusätzlichem Finanzierungsbedarf. Der Finanzberichterstattungskalender des Unternehmens sieht die Veröffentlichung der Ergebnisse für das vierte Quartal 2026 am 4. Februar 2027 vor. Dies ist der nächste planmäßige Ergebnisstichtag für die Beurteilung der Winteraussichten.

Fazit

Das bessere dritte Quartal von Icelandair hat den erwarteten EBITDA-Verlust für das Gesamtjahr nicht verhindert. Die Ergebnisse am 4. Februar 2027 sind der nächste planmäßige Ergebnisstichtag, um die Winterumsätze, -kosten und -liquidität mit den Erwartungen des Managements abzugleichen.

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