Der Gewinn von Kinder Morgan stieg im Quartal zum 30. September 2026, da höhere Umsätze und ein stärkeres Erdgasgeschäft die Profitabilität stützten. Die am 21. Oktober bekannt gegebenen Ergebnisse wiesen einen dem Unternehmen zurechenbaren Nettogewinn von 764 Millionen US-Dollar aus, gegenüber 628 Millionen US-Dollar ein Jahr zuvor. Zugleich erreichte die Projektpipeline für Erdgasexpansionen mit 13,2 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert.
Die wichtigsten Punkte
- Der Quartalsumsatz stieg um 9,3 % auf 4,53 Milliarden US-Dollar, während der Nettogewinn um rund 22 % zunahm.
- Erdgasprojekte machten 13,2 Milliarden US-Dollar der gesamten Expansionspipeline des Unternehmens in Höhe von 14,4 Milliarden US-Dollar aus.
- Das Management erwartet, dass der bereinigte Gewinn und das bereinigte EBITDA für das Gesamtjahr das ursprüngliche Budget für 2026 übertreffen werden.
Inhaltsverzeichnis
- Der Gewinn von Kinder Morgan wächst parallel zu den Betriebskosten
- Die Erdgasnachfrage vergrößert die Projektpipeline
- Die Betriebsvolumina zeigen einen uneinheitlichen Geschäftsverlauf
- Jahresausblick bleibt über dem ursprünglichen Budget
- Fazit
Der Gewinn von Kinder Morgan wächst parallel zu den Betriebskosten
Die Finanzergebnisse von Kinder Morgan für das dritte Quartal 2026 wiesen einen Umsatz von 4,531 Milliarden US-Dollar aus, verglichen mit 4,146 Milliarden US-Dollar ein Jahr zuvor. Betriebskosten, Aufwendungen und sonstige Posten stiegen von 3,083 Milliarden auf 3,371 Milliarden US-Dollar und entwickelten sich damit weitgehend im Gleichschritt mit dem Umsatzwachstum.
Der bereinigte, Kinder Morgan zurechenbare Nettogewinn belief sich auf 792 Millionen US-Dollar, ein Plus von 22 %. Der bereinigte Wert schließt bestimmte Posten aus, darunter Rückstellungen für Rechts- und Umweltfragen, einen Veräußerungsgewinn und Steueranpassungen. Er unterscheidet sich vom ausgewiesenen Nettogewinn des Unternehmens.
Executive Chairman Richard Kinder führte die Geschäftsentwicklung auf das Vermögensnetzwerk des Unternehmens und langfristige, gebührenbasierte Verträge zurück. Diese Vereinbarungen sorgen für ein gewisses Maß an Stabilität der Cashflows, beseitigen jedoch keine betrieblichen, regulatorischen oder rohstoffbezogenen Risiken.
| Posten | Angaben |
|---|---|
| Ausgewiesener Gewinn je Aktie im dritten Quartal | 0,34 US-Dollar, 21 % mehr als im Vorjahreszeitraum. |
| Bereinigter Gewinn je Aktie im dritten Quartal | 0,35 US-Dollar, 21 % mehr als im Vorjahreszeitraum. |
| Bereinigtes EBITDA im dritten Quartal | 2,18 Milliarden US-Dollar, 9 % mehr als im Vorjahreszeitraum. |
| Nettoverschuldung im Verhältnis zum bereinigten EBITDA zum Quartalsende | 3,5-fach. |
| Genehmigte Quartalsdividende | 0,2975 US-Dollar je Aktie, 2 % mehr als im dritten Quartal 2025. |
| Dividendentermine | Stichtag: 2. November 2026; Auszahlungstag: 16. November 2026. |
Die Erdgasnachfrage vergrößert die Projektpipeline
Die gesamte Expansionspipeline wuchs gegenüber dem zweiten Quartal um 4,7 Milliarden US-Dollar auf 14,4 Milliarden US-Dollar. Dies war auf 5,4 Milliarden US-Dollar an Neuzugängen zurückzuführen, teilweise ausgeglichen durch Projekte im Wert von 700 Millionen US-Dollar, die in Betrieb genommen wurden. Mehr als 75 % der Pipeline entfielen auf Projekte zur Unterstützung der Stromerzeugung und der Nachfrage lokaler Versorgungsunternehmen.
Zu den beiden größeren Neuzugängen zählten Southeast Connector und Permian Link. Southeast Connector soll täglich bis zu 2,6 Milliarden Kubikfuß Erdgas transportieren; der Kostenanteil von Kinder Morgan wird voraussichtlich 3,1 Milliarden US-Dollar betragen. Die schrittweise Inbetriebnahme soll im vierten Quartal 2030 beginnen, vorbehaltlich von Genehmigungen und Zulassungen.
Permian Link soll eine Kapazität von rund 2,8 Milliarden Kubikfuß pro Tag bereitstellen und neue Stromerzeugung für einen Hyperscaler versorgen. Der Anteil von Kinder Morgan an dem rund 4,2 Milliarden US-Dollar teuren Projekt beläuft sich auf etwa 1,6 Milliarden US-Dollar. Auch der für das dritte Quartal 2030 erwartete Betriebsstart hängt von rechtzeitigen Genehmigungen ab.
Diese Investitionen erweitern die vertraglich gesicherte Entwicklungspipeline des Unternehmens; die Großprojekte sind jedoch noch keine in Betrieb befindlichen Vermögenswerte und tragen derzeit nicht zu den Quartalsergebnissen bei.
Die Betriebsvolumina zeigen einen uneinheitlichen Geschäftsverlauf
Die Erdgastransportvolumina stiegen im Jahresvergleich um 3 %, gestützt durch LNG-Lieferungen über die Tennessee Gas Pipeline und die Nachfrage im Texas-Intrastate-System. Die Sammelvolumina nahmen vor allem im KinderHawk-System um 14 % zu.
In den übrigen Geschäftsbereichen verlief die Entwicklung uneinheitlicher. Die Volumina raffinierter Produkte sanken um 3 %, während die Volumina von Rohöl und Kondensat um 11 % zurückgingen. Das Ergebnis des Terminalgeschäfts verbesserte sich dennoch, unterstützt durch bereits in Betrieb befindliche Expansionsprojekte, einen stärkeren Umschlag von Kohle und Petrolkoks sowie höhere Tankerraten.
Der Gegensatz verdeutlicht, warum das Gesamtgewinnwachstum des Unternehmens nicht als Beleg für steigende Durchsatzmengen in allen Geschäftsbereichen verstanden werden sollte.
Jahresausblick bleibt über dem ursprünglichen Budget
Das Management erwartet, dass das bereinigte EBITDA für 2026 das Budget von 8,6 Milliarden US-Dollar um mehr als 6 % übertreffen und der bereinigte Gewinn je Aktie mehr als 13 % über dem Budget von 1,36 US-Dollar liegen wird. Dies sind zukunftsgerichtete Erwartungen und keine endgültigen Jahresergebnisse.
Kinder Morgan erwartet zudem für das Jahresende eine Nettoverschuldung im Verhältnis zum bereinigten EBITDA von 3,6, verglichen mit dem ursprünglichen Budget von 3,8. Bereinigter Gewinn, bereinigtes EBITDA und Verschuldungsgrad sind Nicht-GAAP-Kennzahlen und sollten zusammen mit den ausgewiesenen Ergebnissen betrachtet werden.
Fazit
Der höhere Quartalsgewinn von Kinder Morgan ging mit einer deutlich größeren Entwicklungspipeline einher, deren Projekte größtenteils erst in einigen Jahren in Betrieb gehen werden. Die nächsten bestätigten Termine für Aktionäre sind der Dividendenstichtag am 2. November und die Auszahlung am 16. November; die Erwartungen des Managements, das Budget zu übertreffen, bleiben der Maßstab für die Jahresergebnisse 2026.
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